Grundschule am Aybühlweg

Neue Grundschule: Alpenverein kritisiert Standort

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Der DAV sieht diesen Standort als ungeeignet für die neue Grundschule.

Kempten – Der geplante Standort im Aybühlweg für die dringend benötigte Grundschule im Kemptner Westen stößt beim Anrainer DAV Allgäu-Kempten auf große Bedenken. In einem offenen Brief an OB Kiechle und den Stadtrat fordert der Sektionsvorstand des größten Kemptener Vereins nun, die Pläne dringend noch einmal zu überdenken und alternative Standorte zu sondieren. Dazu führt die Sektion eine Reihe von Gründen an, warum ihr der aktuell von der Stadt favorisierte Standort für eine Grundschule ungeeignet erscheint.

Für die DAV-Sektion Allgäu-Kempten – mit über 21.000 Mitgliedern der größte Verein in Kempten – steht außer Frage, dass Kempten dringend eine weitere moderne Grundschule braucht. Gerade vor dem Hintergrund einer stetig wachsenden Stadt sieht die Sektion jedoch die Notwendigkeit, einen langfristig sinnvollen Standort zu wählen, der nicht zu Lasten anderer stadt- und sportpolitischer Entwicklungen geht. Aus diesem Grund hat sich der Sektionsvorstand nun mit einem offenen Brief an Oberbürgermeister Thomas Kiechle und die Fraktionen im Stadtrat gewandt. Darin fordert die Sektion die Stadt auf, den geplanten Standort in direkter Nachbarschaft der Sektion am Aybühlweg noch einmal kritisch zu prüfen und mögliche Alternativen zu sondieren. 

Für Sektionsvorstand Harald Platz – selbst lange Jahre Mitglied im Kemptener Stadtrat – überwiegen die Nachteile bei dem aktuell favorisierten Standort am Aybühlweg. So ist für Platz und seine Vorstandskollegen das zur Verfügung stehende Areal für eine Schule in der erforderlichen Größe zu klein. Die Schule müsste deshalb mehrstöckig gebaut und ein Bolzplatz nach ersten Plänen ungünstig auf dem Dach des Gebäudes angelegt werden. Für den Bau müssten zudem gerade erst fertiggestellte und nur für kurze Zeit genutzte Sportangebote wie ein Bolzplatz und der Bikepark der Sektion wieder zerstört werden, ohne dass dafür Alternativflächen in vergleichbarer Qualität zur Verfügung stünden. Die Hanglage und die ungünstigen Bodenverhältnisse am Standort würden den Bau aus Sicht der Sektion darüber hinaus unnötig verteuern. 

Durch den geplanten Neubau würden im Kemptener Westen ca. 10.000 Quadratmeter ursprünglich für den Sport in der Stadt vorgesehene Flächen unwiederbringlich verloren gehen – für den Sektionsvorstand ein weiteres wesentliches Argument gegen den Standort. Und auch das angedachte Konzept einer sportorientierten Grundschule in Kooperation mit den lokalen Vereinen kann aus Sicht des Alpenvereins nicht schlüssig funktionieren, da die Schulsprengelbindung das Einzugsgebiet der Schule ohnehin einschränke. 

Ein weiteres großes Problem sieht die Sektion in der bereits jetzt prekären Parksituation am Aybühlweg. Um diese nicht noch weiter zu verschärfen, müsste mit dem Neubau der Grundschule auch ein Parkhaus gebaut werden, das in der erforderlichen Größe mehrere Millionen Euro im Bau und hohe Unterhaltskosten verschlingen würde. Die Sektion befürchtet, dass dieses Parkhaus zu einer erheblichen Mehrbelastung der Besucher der umliegenden Sport- und Freizeiteinrichtungen führen wird. 

Durch die Nachteile, die ein Schulbau in direkter Nachbarschaft mit sich bringen würde, fürchtet die Sektion außerdem, dass langfristig die eigenen Entwicklungsmöglichkeiten und die eigenen Sport- und Freizeitangebote für Mitglieder und die Kemptener Bevölkerung leiden könnten. 

Eine Zustimmung zum Standort in direkter Nachbarschaft mit dem Verzicht auf existierende vertragliche Rechte müsste zudem von der Mitgliederversammlung des Vereins getragen werden. Diese kann jedoch aufgrund der Corona-Situation wohl auf absehbare Zeit erst einmal nicht einberufen werden. Eine Zustimmung der Sektion zum Bau der Schule ist jedoch Voraussetzung für die Realisierung des Projekts. 

Die Vielzahl der gewichtigen Gründe, die gegen einen Schulbau am Aybühlweg sprechen, veranlassten die Kemptner Alpenvereinssektion nun, OB Kiechle und den Fraktionen im Stadtrat einen offenen Brief zu schreiben. Harald Platz und seine Vorstandskollegen hoffen nun, dass sich die Stadt einer kritischen Diskussion über den Standort stellt und weitere – aus Sicht der DAV Sektion wahrscheinlich auch wesentlich günstigere – Standorte ernsthaft prüft.

kb

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