10. Grundschule

Stadtrat bringt Bauvorhaben auf den Weg – Siegerentwurf findet Gefallen

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Südansicht mit Blick auf Haupteingang.

Kempten – Die Zeit drängt. Bereits im Schuljahr 2024/25 soll die neue 10. Grundschule im Kemptener Westen die hohen zusätzlichen Schülerzahlen auffangen. Vergangene Woche hat der Stadtrat grünes Licht gegeben und den Aufstellungsbeschluss einstimmig abgesegnet. Dieser sieht vor, dass das als Sportquartier geplante Umfeld den dort bereits beheimateten Vereinen TV Kempten und DAV weitere Expansionsmöglichkeiten lässt.

Vorgestellt wurde in der Sitzung auch der Siegerentwurf für den Neubau. 40 Architekturbüros hatten sich beworben, acht hatten die erforderliche Punktzahl für ihre Entwürfe erreicht. Am Ende waren sechs punktgleiche Büros für die Angebotsabgabe mit Lösungsvorschlägen qualifiziert – keines davon aus Kempten – und fünf haben schließlich eingereicht.

Durchgesetzt hat sich Franz Balda des gleichnamigen Architekturbüros aus Fürstenfeldbruck. Ihm war u.a. die „städtebauliche Präsenz“ mit drei Etagen zum Aybühlweg hin und ein durch Reduktion über erst zwei auf eine Etage „sanfter Übergang“ zur Rottach hin wichtig, wie er dem Gremium gegenüber erläuterte.

Die Turnhalle im Untergeschoss bekommt einen separaten Eingang, so dass sie sowohl für den Schul- als auch den Vereinssport zur Verfügung stehen kann. Darüber ist ein auch öffentlich nutzbarer Allwetterplatz geplant – Ersatz für den Bolzplatz, der dem Neubau zum Opfer fällt. Daneben könnte laut Architekt ein Außenklassenzimmer Platz finden.

Das Gebäude passt sich laut Balda gut in das Umfeld ein und „nimmt Beziehung auf“ zu den benachbarten Gebäuden des TV Kempten, DAV und Cambomare. Dem Pädagogischen Konzept folgend gibt es im Süden „eine große frei bleibende Fläche“. Die oberen Geschosse sollen Lernlandschaften beherbergen, mit einer Mitte, um die sich vier Zimmer gruppieren, so als betrete man eine Wohnung. Insgesamt seien „sehr vielfältige Raumbeziehungen möglich“. Zudem biete die geringe Grundfläche der Schule „relativ viel Fläche für die Schüler“. So habe man statt Flure als Fluchtwege zu nutze auch für den „Brandschutz eine alternative Lösung“ gewählt, d.h. Balda setzt auf den äußeren Umlauf mit „Fluchtbalkonen“, die zudem im Sommer Schatten spenden sollen.

Das Gebäude selbst ist als „feuerhemmende Konstruktion“ geplant, deren Wände und Dach aus Massivholz sein sollen, die Decken eine massive Holz-Beton-Konstruktion.

Sollte die 10. Grundschule Erweiterungsbedarf haben, könnte sie um einen Klassenzug aufgestockt werden, beantwortete Balda eine Nachfrage von Alexander Buck (Freie Wähler). „Puffer sind nicht vorhanden“ und der „Terminplan sehr sportlich“, räumte er gegenüber Josef Mayr (CSU) ein, der ein Zeitproblem witterte. Walter Freudling (AfD) machte sich Gedanken um die Haltbarkeitsdauer des Baustoffes und die Energieeffizienz. In Russland gebe es solche Massivholzbauten die „500 Jahre alt sind“, meinte Balda und mit der geplanten Eisspeicher Heizung könne man im Sommer kühlen und im Winter heizen.

Die Anregung von Helmuth Berchtold (CSU), das Blockheizkraftwerk des benachbarten Cambomare mit zu nutzen stieß bei Balda zwar auf offene Ohren. Aber wie Baureferent Tim Koemstedt anmerkte, habe eine Prüfung ergeben, dass die benötigten Kapazitäten „ohne Erweiterung“ des Cambomare nicht erzielt werden können.

„Ich bin über dieses Raumkonzept und die Einbettung sehr glücklich“, bekannte Thomas Baier-Regnery, Referent für Jugend, Schule und Soziales, „wir bauen hier etwas sehr innovatives“, das auch weit in die Zukunft bestand habe und „ein neuer Quartiersbezugspunkt“ werde.

Die Entwürfe der Endrunde für die 10. Grundschule können seit Dienstag, 29. September, bis Montag, 5. Oktober, sowie von Mittwoch, 7. Oktober, bis Montag, 12. Oktober, im Verwaltungsgebäude in der Kronenstraße 8 (Erdgeschoss) begutachtet werden.

Christine Tröger

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