AÜW stellt überarbeitete Pläne für Kraftwerk in der Altstadt vor

Hintertüren bleiben auf

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Über den aktuellen Planungsstand zum AÜW-Restwasserkraftwerk an der Kaufbeurer Straße diskutieren AÜW-Geschäftsführer Michael Lucke (rechts) und Dietmar Markmiller, Vorsitzender der Altstadtfreunde, mit rund 100 Interessierten.

Kempten – Ein Restwasserkraftwerk in der Kaufbeurer Straße mit oder ohne Hochbau und Café, wie es die Altstadtfreunde gerne sehen würden? Rund 100 Interessierte waren am Mittwoch in die Stadtsäge gekommen, wo AÜW-Geschäftsführer Michael Lucke über den Planungsstand informierte und diskutierte.

Wie mehrfach berichtet hatte der Artenschutz wegen einer am geplanten Standort angesiedelten Fledermauskolonie für einen Dämpfer bezüglich einer zusätzlich attraktiven Nutzung im Rahmen von „Iller erleben“ gesorgt. Dadurch „war die verfügbare Fläche nicht mehr so, dass sie wirtschaftlich sinnvoll nutzbar gewesen wäre“, so Lucke, dem rund 30 Gastronomen eine Absage als potentielle Pächter erteilt hätten. „Wir wollen an der Pacht kein Geld verdienen, aber auch nicht draufzahlen“. Deshalb machte er die Integration einer festen Gastronomie oder auch einer derzeit favorisierten „Iller-Lounge“ nur während der Sommermonate von einem vernünftigen Konzept abhängig und davon, „dass wir jemanden finden, der Lust hat das zu machen“. Einen Eindruck davon, wie das künftige Kraftwerk an der Iller mit Fischtreppe, gläsernem Hochbau und Terrasse einmal aussehen soll, gab Rainer Lindermayr vom Architekturbüro f64. 

Für die Nutzung des Hochbaus konnte sich Lucke parallel zum möglichen Gastrobetrieb „gut eine feste Ausstellung vorstellen“, zum Beispiel zum Thema erneuerbare Energie oder Industriegeschichte. Um seitens der Regierung „verlässliche Rahmenbedingungen“ zu haben, „würden wir das Kraftwerk gern dieses Jahr noch in Betrieb nehmen“, machte er den Zeitdruck für den technischen Teil des Projektes deutlich. Für Fachfragen, wie eine mögliche Erhöhung der Wassermenge oder ob es bauliche Veränderungen am Wehr geben werde – was übrigens verneint wurde – stand Dipl.-Ing. (TU) Mathias Kappeler vom Ingenieurbüro Dr.-Ing. Koch Rede und Antwort. Auch die fachlich fundierten Anmerkungen und Vorschläge, die Baudirektor a.D. Dieter Schade, nach eigener Aussage in den 1980er Jahren zuständig für den Wasserbau in diesem Bereich, vorbrachte, stießen bei den Verantwortlichen auf offene Ohren. 

Freude bei Markmiller 

Erfreut äußerte sich Altstadtfreunde-Vorsitzender Dietmar Markmiller im Anschluss an die Veranstaltung darüber, dass sich „die Präsentation in die richtige Richtung entwickelt hat“. Nach den aktuellen Plänen werde die exponierte Lage wunschgemäß als „Tor der Altstadt“ aufgewertet, wobei jetzt noch wichtig sei, die weitere Entwicklung der gastronomischen Ansätze bei der Oberflächennutzung weiter zu ver- folgen. „Wir wollen definitiv, dass so gebaut wird, dass gegebenenfalls auch noch eine spätere gastronomische Nutzung möglich ist“, um die Kulisse für möglichst viele Kemptener und Touristen im Sinne von „Iller erleben“ attraktiv zu machen.

Christine Tröger

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