Ein gutes Jahr für Bayern

Gastgeber Thomas Kreuzer lobt beim Neujahrsempfang die „kontinuierliche Politik” der CSU. Matz

„In der stolzen Fürstabtei Kempten” dürfte sich Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle am Mittwochabend beim Neujahrsempfang der Kemptener CSU wie unter alten Freunden gefühlt haben. Mit Gastgeber und Staatsminister Thomas Kreuzer traf er nicht nur auf seinen ehemaligen Staatssekretär, sondern mit dem Bundestagsabgeordneten und Staatssekretär Dr. Gerd Müller auch auf seinen alten JU-Chef aus längst vergangenen Tagen. Während sich Müller als Gast im Hintergrund hielt, unternahm Kreuzer vor zahlreichen Gästen einen Streifzug durch die bayerische Politik. Spaenle dagegen hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für das bayerische Schulsystem – und lobte das Kemptener Modell in den höchsten Tönen.

Laut einer aktuellen Umfrage von infratest dimap sehen 69 Prozent der Befragten im Freistaat dem Jahr 2012 optimistisch entgegen. Warum das so ist, erklärte Kreisvorsitzender Thomas Kreuzer. „Für Bayern war 2011 ein gutes Jahr – das schlägt sich auch in der Stimmung der Bevölkerung nieder”, sagte er. Dass der Freistaat so gut dastehe, liege vor allem „an der Stärke der Menschen, ihrer Einsatzfreude, ihrem Fleiß und einer kontinuierlichen Politik.” Wie kein anderes Land der Republik sei Bayern finanziell für schlechte Zeiten gerüstet. „Wir sind das einzige Land, das in den Länderfinanzausgleich zahlt und trotzdem in der Lage ist, Geld zurück zu legen”, frohlockte Kreuzer. Die CSU setze verstärkt auf „Familie, Bildung und Innovation”, kündigte Kreuzer an. Das rot-grün regierte München sei die einzige Kommune im Freistaat Bayern, „die nicht jedem Kind einen Kindergartenplatz anbieten kann”, wetterte er. Allerdings habe es die Partei versäumt, ihre Erfolge in der Öffentlichkeit besser rüber zu bringen. Das soll sich heuer ändern, kündigte der Leiter der Staatskanzlei an. Weitere Themen in dieser Legislaturperiode seien die Entwicklung des ländlichen Raums und das Abfedern der Auswirkungen der Bundeswehrreform, für das Kreuzer als Leiter der Staatskanzlei persönlich beauftragt ist. „Ich werde alles daran setzen, dass wir versuchen diesen Verlust teilweise und möglichst schnell auszugleichen”, versprach der CSU-Kreisvorsitzende. „Die Schlacht ist noch nicht geschlagen.” Der Mann, der laut Kreuzer „heute Abend die Hauptrolle spielt”, Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, hielt hingegen ein leidenschaftliches Plädoyer für das mehrgliedrige Schulsystem. „Wir wollen allen jungen Menschen ein Angebot machen, denn wir sind auf ganz besondere Weise auf die Talente und Fähigkeiten unserer Bürger angewiesen”, betonte der Bildungsminister. Dabei sei ein differenziertes Schulsystem „das Kronjuwel der bildungspolitischen Philosophie der CSU.” Von daher stehe die Hauptschule auch nicht zur Disposition: „Wir geben die Hauptschule nicht auf, sondern entwickeln sie zur Mittelschule”, betonte Spaenle. Solange die Hauptschule den Weg in eine Berufsausbildung ebne, sei „ein Aufgeben im Sinne der jungen Menschen ein Fehler.” Um das bayerische Schulsystem zu stärken, sollen die Bildungsstandorte und -angebote weiter ausgebaut werden. „Wir müssen Bildungsstandorte überall in Bayern anbieten”, forderte der Minister. Daher sollen so viele Standorte wie möglich erhalten bleiben. „Wir wollen eine Garantie für kleine Grundschulen abgeben”, kündigte er an – auch wenn das den Freistaat sehr viel Geld kosten werde. Das Schulwesen in Kempten bezeichnete Spaenle als „vorbildlich”. „Kempten ist beim Thema Vernetzung vorbildhaft”, betonte der Gast aus München. Deswegen wolle er das Kemptener Modell (u. a. mit „Zukunft bringt`s”) landesweit zum Modell machen. „Bildungsregionen wie Kempten sollen landesweit zur Geltung kommen”, so Spaenle.

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