Hänge bleiben frei

Wohnhäuser an Steilhängen wird es in Kempten auch künftig nicht geben. Diese Entscheidung aus dem Jahr 1990 bekräftigte der Bauausschuss am Donnerstagabend mit der einstimmigen Ablehnung eines entsprechenden Bauvorhabens „Am hohen Weg“. Ein Kemptener hatte beantragt, dort ein Wohnhaus zu bauen und den dort gültigen Bebauungsplan dahingehend zu ändern. Baureferat und Ausschuss waren aber der Ansicht, dass die Stadtbild prägenden Hänge weiter frei gehalten werden sollen.

Es war bereits der zweite Anlauf, den der Antragsteller unternahm. Erst im November hatte der Bauausschuss seine Bauvoranfrage abgelehnt, nun hatte der Bauherr beantragt, den Bebauungsplan zu seinen Gunsten zu ändern – erneut ohne Erfolg. Einstimmig folgte das Gremium der Empfehlung der Verwaltung, den Antrag abzulehnen. „Die entscheidende Frage ist nach wie vor, ob das Ziel, den Hang von Bebauung freizuhalten, aufgegeben werden soll“, hatte zuvor Stadtplanungsamtsleiterin Antje Schlüter erklärt. Denn nach den Planungsgrundsätzen der Stadt sollten Hänge wie der im „Am hohen Weg“ möglichst von Bebauung freigehalten werden. „Sie stellen eine klare und über das Stadtgebiet hinweg deutlich wahrnehmbare Zäsur dar, die Stadtbereiche voneinander trennt“, sagte Schlüter. „Eine Bebauung verändert das Stadtbild langfristig.“ Dazu komme, dass solche Hänge mit ihren Grünschneisen ökologische Funktionen ausfüllen würden. Darüber hinaus befürchtet man in der Bauverwaltung, dass eine Genehmigung in diesem einen Fall Nachahmer anzieht. „In der Konsequenz würde dies bedeuten, dass das Ziel des Bebauungsplans, den Grünzug zu erhalten, aufgegeben würde“, so Schlüter weiter. Gegen eine Genehmigung spreche außerdem, dass ein Neubau die Nachbarn beeinträchtige. „Diese Gebäude“, erläuterte Schlüter, „waren bei der Aufstellung des Bebauungsplans bereits vorhanden und vertrauen somit auf gegebenes Recht, das in diesem Fall weitere bauliche Nutzung ausschließt.“

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