Bewegung im Baugebiet Halde-Nord

Gut, aber nicht in allen Bereichen

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Noch ist es ein grüner Hügel. Bald sollen auf der Halde-Nord über 300 Wohneinheiten in Form von Geschosswohnungsbau, Reihenhäusern und Einfamilienhäusern entstehen.

Obwohl bei den Planungen zum Neubaugebiet Halde-Nord bereits eine „sehr gute städtebauliche Lösung“ erzielt werden konnte, wie Baureferent Tim Koemstedt am Mittwochnachmittag im Bauausschuss berichtete, muss die Mittelachse des Baugebiets nochmals überplant werden.

Grund: Die Herstellung der Tiefgaragen für den Geschosswohnungsbau wäre in der momentanen Form nicht wirtschaftlich. Trotzdem fasste das Gremium den Beschluss, dass der vorgestellte Rahmenplan Halde-Nord als Grundlage für das kommende Bauleitplanverfahren dient – mit Ausnahme des mittleren und südlichen Bereichs der zentralen Geschosswohnungsbauachse.

Wie mehrfach berichtet ist das Architekturbüro f64 Architekten GbR seit Oktober mit der Erstellung eines Rahmenplans für die künftige Bebauung der Halde-Nord beauftragt. Sowohl im Gestaltungsbeirat (Ende November) als auch im Bauausschuss (März) wurde der zu diesem Zeitpunkt jeweils aktuelle Planungsstand durch das Büro f64 öffentlich vorgestellt. Im März war die Planung in großen Bereichen weitestgehend abgeschlossen. Die Haupterschließung des Baugebiets erfolgt durch eine Sammelstraße vom „Dachser-Kreisel“ aus, die auch eine Anknüpfung an die bestehende Halde erhält. Die Wohngebäude werden dann zusätzlich durch Ring- und Stichstraßen erschlossen. Die bauliche Dichte nimmt in Richtung der Baugebiets-Ränder ab. So ist in der Mittelachse Geschosswohnungsbau vorgesehen, dann folgt Reihenhausbebauung und ganz im Westen, Nord-Osten und Süd-Westen sollen Einfamilienhäuser entstehen. Insgesamt würden so 321 Wohneinheiten entstehen – Stand März 2017.

In der Zwischenzeit erfolgte die abschließende Detailausarbeitung des Rahmenplans. So wurden laut Koemstedt insbesondere Höhenlagen der Gebäude und Straßen sowie Grundstücks- und Gebäudezuschnitte planerisch festgestellt. Im Bereich der zentralen Mittelachse waren größere Überplanungen und Korrekturen erforderlich. Die ursprünglich als sechsgeschossige Gebäude geplanten Wohnhäuser (Stand Februar) traten dem Baureferent zufolge aufgrund der topographischen Situation mit stark bewegtem Gelände nach Osten hin sehr massiv in Erscheinung. Für die hangabwärts befindliche Reihenhausbebauung habe sich eine zum Teil „erdrückende Wirkung“ ergeben.

Im Rahmen einer weiteren Überplanung des Bereichs wurde der Geschosswohnungsbau auf fünf Geschosse reduziert und auch die Gebäudesituierung wurde aufgelockert und in ihrer Dichte zurückgenommen. Eine wesentliche städtebauliche Verbesserung, doch laut Koemstedt noch immer eine unbefriedigende Lösung. Nach einer weiteren Überarbeitung wurde die Zeile der Reihenhäuser in diesem Bereich aufgelöst und durch Geschosswohnungsbau ersetzt, der versetzt zu den gegenüberliegenden mehrstöckigen Gebäuden situiert ist. Die Zahl der Wohneinheiten steigt dadurch auf 348 Die Stellplätze für diese Wohngebäude sollen in drei Tiefgaragen zwischen den Geschossbauten untergebracht werden.

Nicht wirtschaftlich

Die Einstellung der Tiefgaragen (TG) im Gelände wurde durch mehrfache Überhöhung der TG-Decken sowie durch Rampen versucht zu optimieren. Konkret schlägt f64 vor, die TG mit bis zu vier unterschiedlichen Deckenhöhen auszuführen, mit dem Ziel Geländeüberdeckungen möglichst zu reduzieren. Die TG-Decke verspringt dementsprechend bis zu dreimal, sodass der Abstand zwischen TG-Boden und Oberkante TG-Decke im Maximum 5,10 Meter beträgt. Trotz dieser Maßnahmen sind die TG-Decken weiterhin mit 1,80 bis 3,10 Meter im westlichen Bereich deutlich überschüttet. Diese Höhensprünge bringen enorme statische Ansprüche und dadurch natürlich hohe Kosten mit sich. „Die Verwaltung hat extern die Umsetzbarkeit und die Wirtschaftlichkeit prüfen lassen und die Wirtschaftlichkeit wird aufgrund des sehr hohen Aufwands in Frage gestellt“, so Koemstedt.

Wie geht es nun weiter? Da die Planung bis auf den Bereich des mittleren und südlichen Geschosswohnungsbaus insgesamt als städtebaulich positiv zu bewerten sei, schlug Baureferent Koemstedt vor, dass der Rahmenplan als Grundlage für das kommende Bauleitplanverfahren beschlossen wird – mit Ausnahme der Mittelachse. „Der Mittelbereich muss nochmals überplant werden, um eine wirtschaftliche Lösung zu erreichen.“ Diesem Vorschlag stimmten die Stadträte einhellig zu. „Das ist ein gelungener Rahmenplan, aber im mittleren Bereich muss noch umgeplant werden“, meinte auch OB Thomas Kiechle.

„Mittlerweile kann man sagen, wir haben fast das bestmöglichste erreicht. Wir sind auf einem sehr, sehr guten Weg“, meinte Richard Hiepp (CSU).

Man befinde sich hier in einer „ganz misslichen Lage“, meinte Siegfried Oberdörfer (SPD), denn Geschosswohnungsbau müsse bezahlbar sein. Er hofft, dass die Umplanung flott geschieht.  Melanie Weidle

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