Keine Immissionskarte für Gemeindegebiet Haldenwang

Immissionskarte entbehrlich

+
Die Sendeanlagen auf dem Dach der Firma Maha (Kreis) sind weiter entfernt als von manchen gedacht. Die von ihnen ausgehende Strahlenbelastung für das Dorf liegt laut Expertenangaben im unterdurchschnittlichen Bereich.

Die Anregung einiger Haldenwanger Gemeinderäte, eine Immissionskarte für das Gemeindegebiet erstellen zu lassen, um die exakte Strahlenbelastung durch vorhandene und geplante Mobilfunkmasten zu erfassen, wurde in der jüngsten Sitzung aufgrund der überraschenden Faktenlage für entbehrlich befunden.

Das Thema Immissionskarte war im Vormonat aufgrund des bevorstehenden Baus einer neuen Mobilfunkanlage in der Nähe von Börwang aufgekommen. Bei den Vorplanungen hierfür hatte das Umweltinstitut München die zu erwartende Strahlenbelastung für den Gemeindeteil durch die bereits vorhandenen sowie die künftige neue Sendeanlage errechnet. Einige der Gemeindevertreter hatten daraufhin den Wunsch geäußert, eine solche Karte auch für Haldenwang erstellen zu lassen. Man wolle wissen, welchen Werten man aufgrund der Bestrahlung durch diejenigen Sender ausgesetzt sei, die von Wildpoldsried, Heising, sowie insbeson- dere vom Dach der ortsansässigen Firma Maha auf Haldenwang gerichtet seien. Aufgrund des gewonnen Wissens hätten die Bürger nach Ansicht von Christl Hörmann (FW) dann die Möglichkeit, selbst Schutzmaßnahmen (zum Beispiel in Form von Abschirmvorhängen) zu ergreifen. Zudem entziehe man im günstigen Falle eventuellen Ängsten und Schwarzmalereien die Grundlage und sorge für nachprüfbare Diskussionsgrundlagen. 

In der jüngsten Gemeinderatssitzung legte Bürgermeister Josef Wölfle (CSU/FW) nun die Ergebnisse der bisherigen Recherchen vor. Die Kosten für die Erstellung einer solchen Karte lägen bei 9800 Euro. Diese entstünden nicht aufgrund der Fläche, sondern durch die Vielzahl der nötigen Messungen der unterschiedlichen Standorte und Frequenzen. Die bereits für Börwang vorliegenden Daten hätten bereits gezeigt, dass lediglich in einem 400-Meter-Radius um eine Sendanlage mit durchschnittlichen Belastungswerten in Höhe von 1,66 V/m zu rechnen sei (der vergleichsweise hohe deutsche Grenzwert liegt bei 41 V/m, der im europäischen Vergleich niedrigste luxemburgische Wert bei 3 V/m). Außerhalb dieser Zone lägen die Werte im unterdurchschnittlichen Bereich. Der Abstand der Firma Maha betrüge jedoch 160 Meter zum nächstgelegenen Anwesen, 300 Meter zum Anwesen Berz im Gewerbegebiet, bereits 380 Meter zum Ortsrand sowie knapp einen Kilometer zum Ortskern. Somit sei hauptsächlich das Gewerbegebiet Hoyen von einer durchschnittlichen Strahlung betroffen. Das Dorf selbst nicht. 

Im Vergleich zu anderen Kommunen (Kempten weist rund 50 Sendeanlagen auf) „haben wir hier eine sehr komfortable Situation“, so Wölfles Meinung. Die eigentliche Problematik sei ohnehin nicht die Strahlung von außen, son- dern die häufig deutlich überdurchschnittlichen Werte innerhalb der Wohnungen, die von Schnurlostelefonen, Mobiltelefonen und WLAN ausgingen. Man sei überrascht über die tatsächlichen Entfernungen, so der Kommentar vieler Gremiumsmitglieder. Diese sei-en deutlich größer als vermutet. Angesichts dessen erfolgte der einstimmige Beschluss, auf eine Immissionskarte zu verzichten.  Sabine Stodal

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Shawn James im "mySkylounge"
Shawn James im "mySkylounge"
"Kuh" wirbt für die Allgäuer Festwoche
"Kuh" wirbt für die Allgäuer Festwoche
Wohnungseinbrüche: Jeder Hinweis kann helfen
Wohnungseinbrüche: Jeder Hinweis kann helfen

Kommentare