Auf die Milch gekommen

"Milch gibt Kraft und Mumm"

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Die Klasse 3b hatte sich zu jedem Anfangsbuchstaben einen lustigen Satz einfallen lassen, aus dem sich schließlich der Slogan ergab: „Allgäuer Milch, die schmeckt!“

Haldenwang – An der Haldenwanger Grundschule standen die ersten Schulwochen ganz im Zeichen der Milch. Den krönenden Abschluss des Themengebietes bildete der Weltschulmilchtag, der am vergangenen Dienstag mit buntem, lehrreichem Programm und vielen Ehrengästen gefeiert wurde.

Die Aula der Grundschule Haldenwang bot an diesem Dienstagmorgen wirklich einen besonders schönen Anblick: Inmitten der liebevollen und aufwändigen Dekoration aus selbstgemalten und gebastelten Kühen begrüßte Schulleiterin Rita Heubuch die erwartungsfrohen Schulkinder, von denen sehr viele extra in Dirndl und Lederhose gekommen waren – und auch das Kollegium glänzte in Tracht. Anlass war der von der Organisation für Ernährung und Landwirtschaft der Vereinten Nationen (FAO) ins Leben gerufene Weltschulmilchtag, den die Haldenwanger Schule auf Initiative und mit Unterstützung des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kempten ausrichtete.

Ziel dieses Tages, der mittlerweile in 40 Ländern begangen wird, ist es, die Aufmerksamkeit von Kindern, Eltern, Erziehern und Politikern auf dieses gesunde Lebensmittel zu lenken und es besonders Kindern schmackhaft zu machen. „Milch ist gesund für die Knochen und Zähne. Milch gibt Kraft und Mumm“, betonte der Stellvertretende Landrat und Haldenwanger Bürgermeister Anton Klotz. Er forderte: „Die Bürgermeister sollten die Milch an den Schulen zur Chefsache machen!“

Ein Mittel zur Umsetzung dieser Forderung ist beispielsweise das EU-Schulmilchprogramm, über das verbilligte Schulmilch bezogen werden kann. „Wenn ihr weiterhin fleißig Milch trinkt, könnt ihr gut lernen und werdet g´scheite Erwachsene“, appellierte Klotz an die kleinen Zuhörer. Dass sie schon recht g´scheite Kinder sind, bewiesen die Buben und Mädchen, indem sie ihr Fachwissen über Milch zum Besten gaben: „Milch enthält viel Kalzium, gesundes Fett, Mineralstoffe, Eiweiß, Vitamine – und schmeckt guuut!“

Statistisch gesehen geht jedes dritte Kind morgens ohne Frühstück aus dem Haus. Jedes zweite Kind in Bayern hat kein Pausenbrot dabei, monierte Dr. Alois Kling, der Leiter des Kemptener Landwirtschaftsamtes. Dabei seien ein gutes Frühstück und ein gesundes Pausenbrot sehr wichtig, um gut lernen zu können. Ein Viertelliter Milch und ein Käsebrot deckten bereits die Hälfte des täglichen Kalziumbedarfs eines Schulkinds ab. Um das Thema für die Kinder nachvollziehbarer und attraktiver zu machen, hatten er und seine für das Schulmilchprogramm zuständige Kollegin Margarete Klein jedem Kind einen wiederverwendbaren „Allgäuer Milchbecher“ sowie jeder Klasse ein „Milch und Käse“-Memospiel mitgebracht.

Nach kleinen Einlagen der Schüler, darunter ein eigens getexteter, von allen begeistert geschmetterter „Schulmilchsong“, wurde es bei dem kurzen Vortrag des Landwirts und Ortsobmanns Roman Karg auch für manchen Erwachsenen noch einmal richtig lehrreich. Er erläuterte anhand von mitgebrachten Futtermitteln den umfangreichen Speiseplan einer Milchkuh, der nötig ist, damit diese pro Tag 15 bis 20 Liter Milch gibt. Mit ein bisschen Heu und Gras sei es nämlich nicht getan. Hinzu kämen täglich 30 Kilogramm Silage, Grascobs, Grashäcksel und Stroh, Biertreber, Mais- und Getreideschrot, sowie Futterkalk und Viehsalz. Als „Nachtisch“ gebe es leckeren Krummet. Nicht zu vergessen 100 bis 120 Liter Wasser.

Die spätestens beim Wort „Nachtisch“ knurrenden Mägen der Schulkinder (und Gäste) wurden zu guter Letzt auch gefüllt: Auf jeden wartete ein leckeres Käsebrot, ein Apfel und natürlich ein großer Becher Milch.

Sabine Stodal

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