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Handymast kommt nach Heiligkreuz

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© Symbolbild: Panthermedia/goldenshrimp

Kempten – Ohne Diskussion und ohne Gegenstimmen fällte der Bauausschuss vor rund einer Woche Beschlüsse zu Mobilfunkmasten. Im Suchkreis Betzenbühl bei Heiligkreuz fiel die Wahl auf den Standort A27d im Waldstück etwa oberhalb des Feuerwehrhauses der Feuerwehr Sankt Lorenz.

„Wenn der Mast jetzt tatsächlich an den Standort A27d kommt, dann wäre das schon ein großer Erfolg“, sagt Landwirt Markus Enderle, der vor einem Jahr mit der Stadt Kempten eine Informationsveranstaltung zum geplanten Handymasten im sogenannten Suchkreis Betzenbühl organisiert hatte. Er wäre bereit gewesen, den strahlentechnisch ungünstigeren Standort A28 auf seinem Grundstück zwischen Heiligkreuz und der Wiggensbacher Straße freizugeben, bevor sich kein anderer williger Grundstücksbesitzer als die Stadt Kempten gefunden hätte. Diese ist Eigentümer des Grundstücks, auf dem der Strommast, Standort A23, steht, das sie im Notfall freigegeben hätte. 

Enderle hatte Sorge, dass sein Vieh von den Strahlungen von A23 beeinträchtigt werden würde. In Diskussion war noch Standort A27 oberhalb des Feuerwehrhauses in etwa auf der Linie zwischen Hinter- und Kollerbach. Dieser war der von allen befürwortete und hatte laut Immissionsgutachten mit die besten Werte. Auch für die Telekom wäre dieser Standort im Wald akzeptabel gewesen. Das Problem: Der Grundstücksbesitzer wollte den Platz nicht hergeben. Steht kein funktechnisch und finanziell ausreichend guter Platz für den Mobilfunkanbieter zur Verfügung, besteht die Gefahr, dass er weiter sucht und sich an einem Standort einmietet, an dem die Strahlenbelastung für Tiere und Bevölkerung höher ausfällt. Nun scheinen all diese Probleme gelöst. Ein beherzter Grundstücksnachbar ist in die Bresche gesprungen und hat A27d etwas weiter östlich zur Verfügung gestellt. Auch Anrainer Werner Bayrhof, der das Wegerecht einräumen musste, zeigt sich zufrieden. „Ein Mobilfunkmast in einem Waldstück ist am ehesten vertretbar, weil er so weit weg von Siedlungen ist“, sagt er, „das Handy kann keiner wegdiskutieren, weil es jeder benutzt, also musste eine Lösung her.“ 

Susanne Kustermann

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