Die Festwoche ist sein Metier

Serie Beauftragte des Stadtrats 2020 - 2026: Hans-Peter Hartmann (Freie Wähler/ÜP): Beauftragter für Wirtschaftsfragen und Allgäuer Festwoche

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Die Festwoche ist sein Metier: Hans-Peter Hartmann ist schon als Jugendlicher gern dort unterwegs gewesen.

Kempten – Mit der Allgäuer Festwoche sieht sich FW/ ÜP-Stadtrat Hans-Peter Hartmann seit seiner Jugendzeit eng verbunden. „Früher, seit ich sechzehn war, bin ich jeden Tag und jeden Abend dort gewesen“, sagt er. Nun ist er für sie als Beauftragter für Wirtschaftsfragen und Allgäuer Festwoche schon in der zweiten Amtsperiode zuständig.

Auch das Wirtschaftsressort ist „sein“ Thema. Bis im vergangenen Jahr hatte er einen Malerbetrieb und stand damit mittendrin in der Materie. „Alles, was mit Handwerk und Einzelhandel zu tun hat“, sei sein Thema, „damit kenne ich mich aus“. Auch bei seiner Tätigkeit als hauptamtlicher Vorstand bei der Baugenossenschaft Kempten ist dieses Wissen gefragt. 

Als er 2014 das Amt des Beauftragten übernommen hat, sei er „einfach reingeworfen worden“, diese Erfahrung habe er positiv in Erinnerung, da er sich auf diese Weise ein eigenes Bild von anstehenden Themen machen konnte und ihm „keine fremde Meinung aufgedrückt“ wurde. Von seiner Fraktion habe er aber viel Unterstützung erfahren, gerade mit dem Parteikollegen und langjährigen ehemaligen Stadtrat Dieter Zacherle habe er viel diskutiert. „Ein alter Hase an der Seite ist von Vorteil, gerade, wenn er schon so viel in der Stadtpolitik erlebt hat“, sagt Hartmann.

 Spannend sei dann auch zu erfahren, über welche Ideen schon seit Jahrzehnten diskutiert werde. Wie etwa die Frage, ob die Festwoche Eintritt kosten solle oder nicht. Das sei über die Jahre hinweg immer wieder neu aufgekommen. Es werde dann gern auf Kemptens rheinland-pfälzische Partnerstadt Bad Dürkheim hingewiesen, die mit ihrem Wurstmarkt ebenfalls ein traditionsreiches Fest ausrichtet. Dort werde kein Eintritt verlangt. Beide Städte und damit auch die beiden Veranstaltungen seien aber nicht miteinander vergleichbar, sagt Hartmann, weswegen sich die Erfahrung aus Dürkheim nicht übertragen ließe. 

Nach der Wahl ist der Weihnachtsmarkt das erste Thema gewesen, das auf Hartmanns Tisch gelandet ist. Mit der Planung und Vergabe werde immer so früh begonnen. „Und dann kam Corona.“ Bevor sich Landes- und Bundespolitik zum Thema Großveranstaltungen geäußert hatten, sei das Thema Festwoche 2020 bereits debattiert worden: Ob und wie sie in diesem Jahr stattfinden könnte. „Da sind verschiedene Variationen durchgespielt worden.“ Weil einige Unternehmen einen Großteil ihres jährlichen Umsatzes auf der Festwoche generierten und eine Absage deshalb sehr schwer wiege, sei zunächst – vor dem allgemeinen Verbot von Großveranstaltungen – über unterschiedliche Modelle nachgedacht worden. 

Ein großes Thema, das in Hartmanns Augen seine neue Amtszeit prägen werde, ist das Einzelhandelskonzept. Derzeit werde es überarbeitet und in vier bis fünf Wochen veröffentlicht. Dabei gelte es, auch den Herausforderungen zu begegnen, die durch den immer stärker wachsenden Online-Handel entstehen. Der lege auch in diesen Tagen kräftig zu und werde noch lange ein wichtiges Thema für die Kemptener Politik bleiben. 

Auch abseits der Innenstadt beschäftigt ihn ein drängendes Thema: Der bezahlbare Wohnraum. In Kempten werde zwar viel gebaut, sagt Hartmann, „aber die Preise sind zu hoch“. Das komme vor allem durch die zahlreichen Auflagen zustande, die im Bau einzuhalten seien. Hohe Baukosten spiegeln sich in teuren Mieten wider. „Mein Wunschtraum wäre, dass städtische Flächen an diejenigen Unternehmen günstiger verkauft werden, die Wohnraum günstig vermieten und sich dazu auch für einen festgelegten Zeitraum verpflichten.“ Derzeit werde dies bei Grundstücken in kommunaler Hand nicht auf diese Weise gehandhabt, wäre laut Hartmann aber eine Möglichkeit für die Stadt, Mieter zu unterstützen. Auch wenn noch nicht feststeht, ob ein solches Konzept Anklang fände – die Stadt werde von den neuen Mehrheitsverhältnissen profitieren, ist sich Hartmann sicher. Themen würden jetzt „anders, mehr in der Breite“ diskutiert. Das sei ein Gewinn und genau für diesen Effekt seien sie gewählt worden.

Weitere Beauftragte unserer Serie (bislang erschienen):

 Katharina Schrader (SPD): Beauftragte für Kinder und Familie

• Peter Wagenbrenner (CSU): Beauftragter für das Feuerwehrwesen

• Barbara Haggenmüller (Bündnis 90/Die Grünen): Beauftragte für Schule und Bildung

Martina Ahr

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