Umfrage-Ergebnis wird diskutiert

Kemptens attraktive Innenstadt

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Dies wurde in der Umfrage zu Kemptens Innenstadt positiv bewertet: Erreichbarkeit mit dem PKW, Ladenöffnungszeiten, das Gastronomie-, Freizeit- und Dienstleistungsangebot sowie verkaufsoffene Sonntage, Sauberkeit und Sicherheit.

Im Durchschnitt eine 2,2, entsprechend einer Schulnotenbewertung, haben 600 Befragte der Attraktivität der Kemptener Innenstadt gegeben.

Gemessen an der deutschlandweit im Umfeld gleicher Ortsgrößen ermittelten 2,7 „muss man sich nicht verstecken“, meinte Dagmar Lazar vom Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung vor dem Haupt- und Finanzausschuss.

Insgesamt waren für die vorgestellten Studienergebnisse 58.000 Innenstadtbesucher in 121 deutschen Städten befragt worden. Was die Erreichbarkeit mit dem PKW, Ladenöffnungszeiten, das Gastronomie-, Freizeit- und Dienstleistungsangebot sowie verkaufsoffene Sonntage oder auch Faktoren wie Sauberkeit und Sicherheit betrifft, liegt Kempten meist deutlich besser als vergleichbar große Städte.

Anders bei der Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln – 53 Prozent gaben an, mit dem Auto in die Stadt zu fahren – und das trotz der laut Umfrageergebnis eher mäßigen Parkmöglichkeiten. Auch was Ausstattung sowie Lebendigkeit der Innenstadt angeht, sehen die Befragten noch Verbesserungspotential. Als „ganz gut“ wird das Einzelhandelsangebot insgesamt bewertet, allen voran die Sparten Büro und Schreibwaren, Bücher, Bekleidung, Schuhe und Lederwaren, Uhren und Schmuck oder auch Elektrogeräte. Mehr als ein Drittel der Befragten bleibt über zwei Stunden in der Innenstadt. Als Hauptziele bei den Geschäften wurden als die drei Spitzenreiter Forum Allgäu (48 Prozent), Drogerie Müller (38 Prozent) sowie im nördlichen Innenstadtbereich Galeria Kaufhof (35 Prozent) genannt.

Wenig Konkurrenz durch Onlinehandel?

„Das Verhalten bezüglich Onlinekauf hat sich in den letzten Jahren nicht wesentlich verändert“, sagte Lazar. Lediglich rund neun Prozent der Befragten hätten angegeben, verstärkt online zu kaufen und die Innenstadt deshalb seltener zum Einkaufen zu besuchen. Circa 64 Prozent würden zwar online einkaufen, die Innenstadt dennoch unverändert häufig zum Einkaufen nutzen und knapp 27 Prozent würden überhaupt nicht online einkaufen.

Wie auch immer, eine Studie sei „erst ab 1000 Personen repräsentativ“, kritisierte Helmut Hitscherich (UP) die mangelnde Aussagekraft. Es sei, so Lazar, „ein Stimmungsbild“ und für OB Thomas Kiechle aufgrund der „gleichen Systematik in allen Städten“ auch einigermaßen aussagekräftig. Bemängelt wurde allerdings insgesamt, dass weder die Aufenthaltsdauer noch der Besuch eines Geschäftes etwas darüber aussage, ob und wie viel Geld ausgegeben werde.

Thomas Hartmann (Grüne) stieß auf, dass das Thema Online hier „relativ harmlos“ rüberkomme, zumal der Onlinehandel den lokalen Handel in vielen Branchen schädige, ganz zu schweigen von den „unsinnigen Transporten“. Er regte an, ein Zeichen zu setzen und alle Geschäfte an einem Samstag geschlossen zu lassen und ein Schild in die Schaufenster zu stellen: „Ihr kauft doch sonst auch im Internet ein.“ Die Innenstadt werde sich verändern, „wenn nichts getan wird“, mahnte er.

Erwin Hagenmaier (CSU) sah keinen Sinn darin, Leute zu befragen, die schon in Kempten seien, um einzukaufen, was zwangsläufig gute Noten bringen würde. Für Siegfried Oberdörfer (SPD) lag der Schlüssel zum Erfolg im „Erlebniskaufen“. Außerdem fand er die Darstellung bezüglich der angeblich mangelnden Parkplätze „interessant“,„die ja da sind“, nur eben nicht kostenlos.

Helmut Hitscherich (UP) packte die Gelegenheit beim Schopf, um noch immer ausstehende Ergebnisse einer Untersuchung bezüglich der schlechten Nutzung des ÖPNV anzumahnen, zu der, laut Lazar, noch keine genauen Zahlen vorliegen. Andreas Kibler (CSU) sprang insofern auf den Zug auf, als er wissen wollte, ob hier inzwischen Veränderungen zu verzeichnen seien.

Antwort bekam er von seinem Fraktionskollegen Helmut Berchtold aus den Zuhörerreihen. Er berichtete von einem Anstieg bei den Fahrkarten „im zweistelligen Bereich“. Und auch für das erst kürzlich eingeführte Job-Ticket „ist erkennbar Interesse da“.

Christine Tröger

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