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Haus International: Sonderzuschuss der Stadt Kempten

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Von: Helmut Hitscherich

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Ordner mit der Aufschrift Fördermittel
Phillipp Wagner, der Leiter des Amts für Integration, schlug dem Gremium vor, dem Verein für 2023 einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 40.000 Euro zu gewähren. © Panthermedia/Boris Zerwann

Kempten – Das Haus International steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Ein Sonderzuschuss der Stadt soll helfen.

Die Stadt Kempten hat bereits in den 1980er Jahren begonnen, die Arbeit des Haus International e.V. durch die Gewährung von finanziellen Zuschüssen zu unterstützen. Die institutionelle Förderung des Vereins beläuft sich aktuell auf 115.000 Euro jährlich, die für Personal- und Sachkosten gewährt wird. Im Sommer wurde der Stadtverwaltung durch den Vereinsvorsitzenden und der damaligen Geschäftsführung mitgeteilt, dass sich der Verein in einer finanziell äußerst schwierigen Situation befinde. Zurückzuführen sei diese Situation auf die mit der Corona-Pandemie verbundenen Einschränkungen in den letzten beiden Jahren und damit Ausfall wichtiger Einnahmemöglichkeiten aus Veranstaltungen und Vermietungen.

Ferner habe die Stadt überbezahlte Zuschussmittel zurückgefordert. Der Verein weise daher aktuell ein Defizit von ca. 45.000 Euro auf. Unter finanziellen Gesichtspunkten sei somit der weitere Fortbestand des Vereins infrage gestellt. Nach Gesprächen der Verwaltung mit der Vereins- und Geschäftsführung wurden verschiedene Handlungsoptionen aufgezeigt, wie man aus dieser Situation herauskomme. Durch Vermietungen an Vereine, Organisationen und für Veranstaltungen soll die Einnahmesituation verbessert werden. Die Vereinsausgaben sollen überprüft werden, ebenso Einsparpotentiale. Fördermöglichkeiten für bestehende, aber auch neue Angebote zur Deckung von Personal- und Sachkosten des Vereins sollen verstärkt genutzt werden. Eine Refokussierung des Vereins auf Aktivitäten zur Erhöhung der Sichtbarkeit und Nutzung des Hauses als interkulturelle, offene Begegnungsstätte sei anzustreben.

Das Haus International in Kempten: „in einem miserablen Zustand“

Die Stadtverwaltung betrachtet die derzeitige inhaltliche und finanzielle Situation durchaus mit gewisser Sorge. „Gleichzeitig ist man überzeugt, dass bei konkreten Anstrengungen des Vereins im Jahr 2023 durchaus das Potential für substantielle Verbesserungen sowohl in finanzieller Hinsicht als auch in seiner städtischen Wirkung als interkulturelle Begegnungsstätte erreichen kann“, so Amtsleiter Amt für Integration Phillipp Wagner. Er schlug daher dem Gremium vor, dem Verein für 2023 einen einmaligen Zuschuss in Höhe von 40.000 Euro zu gewähren. Josef Mayr (CSU) ist absolut überzeugt, „dass das Haus International an dieser Stelle eine gute Zukunft hat. Die Stadt muss den Verein unterstützen“. Für Prof. Dr. Robert Schmidt (CSU) kommt es darauf an, dass es sich nur um einen einmaligen Zuschuss handelt.

Franziska Maurer (Grüne) wies darauf hin, dass sich das Haus „in einem miserablen Zustand“ befinde. Lajos Fischer (Grüne) erklärte, dass nicht erst im Sommer auf die prekäre Situation des Haus International hingewiesen worden sei, sondern bereits Ende letzten Jahres vom Vorstand auf diese Situation aufmerksam gemacht worden ist. „Die Situation wird in der Vorlage zur Sitzung dramatisiert. Ich glaube nicht, dass die Situation so schlecht ist.“ Dem Vorschlag der Verwaltung zur Gewährung eines einmaligen Zuschusses in Höhe von 40.000 Euro an den Verein Haus International für den Ausgleich des bestehenden Defizits wurde seitens der Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses einstimmig zugestimmt

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