Kosten gestiegen

Haushaltsloch gefährdet Depot - Kulturausschuss will Lösungen finden

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Kempten – Es sei ja bekannt, eröffnete OB Thomas Kiechle den letzten Tagesordnungspunkt der Sitzung des Kulturausschusses, Bericht zum Haushalt des Kulturamtes 2020, dass im Gesamthaushalt 2020 „der große Schwerpunkt in Richtung Bildung gehen wird“.

80 Millionen Euro sollen in Kitas und Schulen fließen und so stehe „das Depot im Haushalt nicht mehr drin“. Es sei, so der OB weiter, im nächsten Jahr und wahrscheinlich auch in den folgenden „nicht mehr darstellbar“ (siehe auch Artikel „Auf Stadtspaziergang mit OB Kiechle“ im Kreisbote vom 16. Oktober 2019)

Am Bedarf dagegen hatte weder der OB, noch die Gremiumsmitglieder einen Zweifel. „Wir brauchen das Depot“, betonte Kiechle, für den unmissverständlich „nicht das Depot in Frage steht“, sondern die Darstellung im Haushalt. Deshalb müsse man andere Mittel und Wege für die Finanzierung finden, „immer vorausgesetzt, dass die Fördermittel nicht in Frage stehen“.

Und auch am dafür fixierten Zeitplan will er möglichst festhalten, wofür „in den nächsten Wochen intensive Beratungen in der Verwaltung“ stattfinden sollen. Wie mehrfach berichtet, lagert die Sammlung an nicht ausgestellten Exponaten derzeit an über die Stadt verstreuten, heillos vollgestopften Orten, unter zum Teil für sie schädlichen klimatischen Bedingungen. Für Alexander Hold (Freie Wähler) ist das Depot „etwas ganz Wichtiges für die Museumsentwicklung“, sei aber seit den ursprünglich vor fünf Jahren angegebenen 2,4 Millionen Euro „immer komplizierter geworden“. 

Jedenfalls dürfe man es nicht aus den Augen verlieren, sondern müsse es „möglichst schnell“ realisieren, vielleicht ja „mit einer einfacheren Lösung“, wie in Friedberg oder Mietkauf, wie einst von der Sozialbau angeboten. Dem pflichtete Lothar Köster (SPD) bei, für den ein neues Depot „unabdingbar“ sei, „weil die gesamte Museumsentwicklung weitergehen muss“. Es sei ein „komplexes Thema“, das man hier nicht durchdiskutieren könne, meinte Kulturamtsleiter Martin Fink. 

Vor fünf Jahren sei die Sozialbau zwar mit zwei Millionen Euro „gestartet“, was aber nur Pi Mal Daumen gerechnet gewesen sei. Deshalb seien schließlich 3,3 Millionen Euro im Haushalt eingestellt worden und erst dann sei durchgerechnet worden. „Unser Kulturgut ist wesentlich aufwändiger als gedacht“, erklärte Fink die deshalb gestiegenen Kosten für ein Depot. 

„Die Nachricht kam sehr überraschend für mich“, sagte die Kulturbeauftragte des Stadtrats Silvia Schäfer (CSU), die sich deshalb vorstellen könne „vielleicht ein anderes Projekt zurückzustellen“. Dass auch der CSU die Bedeutung des Depots klar sei, unterstrich ihr Fraktionskollege Andreas Kibler, der das Depot als „Basis für Museums- und viele Kulturentwicklungen“ sah.

Christine Tröger

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