Hohe Ehrung

12. Gerichtstag in Eglofs

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Gerd Zimmer freut sich mit seiner Frau Irma über seine Auszeichnung.

Eglofs – Die Freien von Eglofs sind ein Teil der Allgäuer Geschichte und werden somit im Bayerischen und Württembergischen Allgäu gerne in Erinnerung gebracht.

Schon im Jahre 1243 haben sich die Eglofser Bauern von der gräflichen Herrschaft des Hartmann von Grüningen durch Zahlung von 1000 Mark Silber kölnisch Gewichts losgekauft. Im Jahre 1282 erhielten die Freien von Eglofs die Lindauer Stadtrechte, waren damit nur dem Kaiser unterstellt und hatten auch eine eigene Gerichtsbarkeit. 

So erinnerte der erste Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins Eglofs und des Heimatbundes Allgäu, Karl Stiefenhofer, jetzt an den Grund für den seit 12 Jahren wieder abgehaltenen „Gerichtstag“. Das, was die Freien Bauern von Eglofs damals schufen, ist nicht nur für ihn so wertvoll, dass man unbedingt daran erinnern sollte. Dreimal im Jahr tagte das Gericht. Aschermittwoch, Pfingsten und Martini kam man zusammen, um Streitigkeiten zu beseitigen und ab dem 16. Jahrhundert wurde als zweite Gerichtstätte Schönau erwähnt. Das Gericht auf dem Buch bei Schönau war zuständig für die Freien, die sich zwischen Pfänder und Oberstdorf angesiedelt hatte. Mit dieser Art der Rechtssprechung hat der „Gerichtstag Eglofs“ nur noch bedingt zu tun. Einer der Höhepunkte der Veranstaltung ist jeweils die Überreichung des Westallgäuer Heimatpreises, einer von Bernhard Schnetzer geschaffenen Skulptur in Bronze, die in diesem Jahr zum zehnten Mal verliehen wurde. Dieses Mal war es Gerd Zimmer, dem der Preis überreicht wurde. In der Laudatio, die Fridolin Altweck hielt, wurde deutlich, was Gerd Zimmer alles für das „Kunstwerk Allgäu“ getan hat. Zimmer ist seit vielen Jahren Heimatpfleger im Bereich Weiler-Simmerberg, und war 18 Jahre lang als Gemeinderat und stellvertretender Bürgermeister tätig. Theaterstücke, Organisation von Jubiläumsveranstaltungen und das Kornhausseminar gehören mit zu seinen Tätigkeiten. Gerd Zimmer nahm den Preis entgegen und meinte in seiner kurzen Ansprache: „Ich dachte die ganze Zeit, der Altweck spricht nicht von mir!“

 Seitenhiebe verteilt 

Weiter ging das Programm mit dem Sketch „Der Bürgermeister und der Michel“ bei dem André Rauch und Manuel Kimpfler Seitenhiebe zu lokalen Ereignissen verteilten. Karl Milz schlüpfte in die Rolle von „Europakommissar Epimachus Luimgraber“ und schilderte einiges aus der EU aus Allgäuer Sicht. Karl Stiefenhofer hatte als augenzwinkernder Ammann die Aufgabe, in einigen Fällen Recht zu sprechen. Zum Beispiel über die Wertigkeit der Allgäuer Kässpatzen und die Zutaten zu diesem „Nationalgericht.“ Auch die alte Brücke über die Argen war einmal mehr auf die Tagesordnung gerückt. Lebhaft wurde diskutiert wie da nun weiter vorgegangen werden sollte. Alte Brücke sanieren? Neue Brücke daneben? Es gibt viele Varianten dazu, aber entscheiden wird man auch einmal. Immerhin ist „die Bruck“ eine wichtige Verbindung für Allgäuer in Baden-Württemberg und Bayern. Schwierig wurde es noch einmal bei der Frage, wie wertvoll das Stück bayerisches Holz ist, das als Vorlage für den Westallgäuer Heimatpreis diente. Bernhard Schnetzer hatte es am Rande der Argen aber auf Bayerischer Seite gefunden und Karl Stiefenhofer musste ein Machtwort sprechen: „Ein Eglofser stielt nicht, sondern lässt höchstens etwas mitlaufen und in dem Falle ganz besonders. Nie wäre aus dem Stück verwittertem Holz eine Plastik geworden, wenn Bernhard Schnetzer nicht wachen Auges unterwegs gewesen wäre.“ Über den Standort des diesjährigen Westallgäutages konnte man sich noch nicht einigen. Entweder Maria Tann oder Meckatz kommen dafür in Frage. Manfred Schubert

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