Heißes Eisen Tiefgarage

Um die Diskussion über die Altstadtsanierung weiterhin in Schwung zu halten, hat das Bürgerforum kürzlich wieder zu einer Sitzung eingeladen. Wenn schon bei früheren Veranstaltungen ein guter Besuch zu verzeichnen war, so wurden die Erwartungen diesmal weit übertroffen.

Nach der Begrüßung ging es gleich richtig zur Sache. Als erste stellten Bürgermeister Rainer Magenreuter und Claus Fehr die von der Stadt favorisierte Version der Tiefgarage unter dem Marktplatz vor. Sie sei nach ihrer Meinung unerlässlich für die weitere Sanierung. Magenreuter vertrat eindringlich die Meinung, dass in der Region der Individualverkehr noch lange eine Rolle spielen wird, egal mit welchem Treibstoff die Fahrzeuge betrieben werden. Nach seiner Meinung ist die Fläche oberirdisch zu wertvoll, um für Parkplätze in Frage zu kommen. Fehr, mit dem Ankauf der Flächen in der Altstadt und der Finanzierung betraut, machte ebenfalls deutlich, dass beim Bau von rund 70 Wohneinheiten mit 1,5 Garagenplätzen pro Wohneinheit zu rechnen sei. Damit seien schon die ersten rund hundert Parkplätze vom Anwohnerverkehr belegt. Bei Vorleistung durch die Stadt und unter Berechnung aller Ablösesummen und Landeszuschüsse würde mindestens eine Belastung von 3,6 Millionen auf Isny sitzen bleiben. Robert Blaser Sziede legte da allerdings vom Bürgerforum noch ein wenig nach: „Die Preise sind nicht durchkalkuliert, der Untergrund und der Grundwasserspiegel sind nicht fertig untersucht.“ Er befürchtete: „Wenn wir Pech haben, werden es pro Stellplatz mit großer Wahrscheinlichkeit auch 50000 Euro, dann sind wir aber wieder bei den 8,5 Millionen.“ Die Kontroverse zieht sich durch sämtliche Diskussionen. Historischen Gebäude erhalten, schlechte Bausubstanz abreißen, Verkehr rein, Verkehr raus, die Stadttore wieder errichten, Stadtbach auf, oder doch zu? Gemeinderäte uneins Dann wurden die Vorsitzenden der einzelnen Fraktionen des Gemeinderats darum gebeten, für ihre Fraktion Stellung zu beziehen. Peter Dorn (CDU) wies noch einmal darauf hin, wie lange doch die Bauphase sein würde. Was aber in der Zwischenzeit geschehen kann, um den Handel zu stützen, habe nach seiner Meinung noch niemand definiert. Man solle erst einmal die Bodenuntersuchungen im März abwarten und dann konkret über die Machbarkeit diskutieren. Edwin Stöckle (SPD) sah Unterschiede zu anderen Fraktionen. Werde der Verkehr auf dem Marktplatz nicht unterbunden, seien es noch immer rund 4000 bis 5000 Autos, die weiterhin dort fahren. „Da machen wir einen städtebaulichen Wettbewerb und dann warten wir auf den Heiland, den großen Investor.“ Die SPD sei durchaus auch für Tiefgaragenplätze im Anwohnerbereich, sehe aber im Bau einer Tiefgarage auf dem Gelände der alten Postgarage eine große Chance die Kosten zu senken. Das wäre billiger und zumutbar. "Kein Aushängeschild" Gebhard Mayer (FWV) meint dazu: „Egal was wir bauen, entscheidend ist, dass wir Leute in die Stadt bringen.“ Es seien noch viele Untersuchungen zu machen und abgestimmt habe man noch über gar nichts. „Was gebaut wird, entscheiden wir Bürger selber“, so Mayer Hubert Baumann hatte dann massive Kritik vorzubringen: „Wenn ich mit das Gebäude gegenüber der Polizei anschaue und am anderen Ortsende das ‘halbe U-Boot’ am Kreisverkehr, traue ich weder der Stadt noch den Gemeinderäten so ganz über den Weg.“ erklärte er Die Gebäude seien doch auch genehmigt worden und keineswegs ein Aushängeschild für Isny. Ob nun der Wiederaufbau der Stadttore eine Lösung wäre, ist beim Bürgerforum immerhin auch noch im Gespräch. Der Prozess, die Weichen richtig zu stellen und damit eine über viele Jahre tragfähige Lösung zu finden, ist jedenfalls noch immer nicht abgeschlossen und wird die Bürger auch weiterhin beschäftigen.

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