Neue Flüchtlingshelfer/innen benötigt

Helfende Hände gesucht

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„Full House“ am vergangenen Dienstagabend im Haus International. Die Diakonie Kempten Allgäu warb um neue ehrenamtliche Flüchtlingshelfer, die bei der Integration von Geflüchteten helfen möchten.

Die Diakonie Kempten lud am Dienstagabend zu einer Infoveranstaltung zum Thema Flüchtlingshelfer ins Haus International ein. Die Zahl der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer ging in den letzten Monaten seit 2015 um die Hälfte zurück. Nun wird um neue ehrenamtliche Flüchtlingshelfer geworben.

„Das Thema ist noch lange nicht bewältigt“, sagte 3. Bürgermeister Josef Mayr und versuchte in seiner Ansprache zu verdeutlichen, dass noch immer helfende Hände gebraucht werden. Gleichzeitig richtet Mayr seinen Dank auch an die bisherigen Flüchtlingshelfer/innen, die am Abend ins Haus International gekommen sind: „Ohne Sie, ohne das Ehrenamt, wäre vieles nicht gelaufen!“ Anwesend neben Bürgermeister Mayr waren unter anderem die Vorständin der Diakonie Kempten, Indra-Baier-Müller; die Verantwortliche für Deutsch- und Integrationskurse im Haus International Gabriele Heilinger; Anke Heinroth, zuständig bei der Diakonie Kempten Allgäu für die Begleitung, Beratung und Qualifizierung ehrenamtlicher Flüchtlingsarbeit und Benedikt Mayer, Leiter des Referats für Jugend, Schule und Soziales.

Die Zahlen

Zu den Zahlen (Quelle: Diakonie Kempten Allgäu): Derzeit leben circa 1000 geflüchtete Menschen in Kempten, 500 von ihnen sind in laufenden Asylverfahren. Circa 80 Prozent der Geflüchteten sind Männer. Circa 60 Familien befinden sich im Asylverfahren und circa 40 Familien wurden bereits anerkannt. Rund zehn Personen kommen monatlich neu nach Kempten. Zur Betreuung dieser Menschen sieht die Diakonie Kempten-Allgäu vor allem einen Bedarf an Helfern bei der Integrationshilfe und der Sprachunterstützung.

Die Bedarfe

Nach wie vor besteht ein Bedarf an Notversorgung an Lebensmitteln und Kleidung. Sind die Geflüchteten später in Unterkünften untergebracht, entstehen neue Aufgabenfelder zu ihrer Integration. Zugang zur Orientierung in der Stadt, Zugang zu Versorgungsstrukturen, Sprachbegleitung, Begleitung zu Ämtern, Beratungsstellen und Arztterminen, Fahrdienste, Angebote im Bereich Deutschlerngruppen, Angebote zu Freizeitaktivtäten und die Vermittlung von zwischenmenschlichen Kontakten.

Neue Aktion

Damit über den Weg gemeinsamer Freizeitaktivitäten ein intensiverer, menschlicher Zugang vom Helfer zum betreuten Flüchtling entstehen kann, hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend das Projekt „Aktion Zusammen Wachsen“ ins Leben gerufen. Dabei sollen Flüchtlingshelfer einem „Patenkind“ beratend zur Seite stehen. Ziel ist es nicht, die Tätigkeit von Bildungsorganisationen oder weiteren Institutionen zu ersetzen, sondern zu ergänzen. Gemeinsam sollen in dieser „Patenschaft“ Ziele vereinbart werden, die erreichbar sind. Diese werden dokumentiert und hernach reflektiert. Stärken des „Patenkindes“ sollen gefördert werden, ein konstruktives Feedback hilft, Potentiale freizusetzen. „Patenkinder“ sollen beraten werden, ihnen soll aber nicht die persönliche Entscheidung abgenommen werden.

Mitmacher gesucht

Neu ist, dass Kosten, die durch Freizeitaktivitäten im Rahmen der „Aktion Zusammen Wachsen“ entstehen, besser abgerechnet werden können. Flüchtlingshelfer informieren sich vorab bei der Diakonie Kempten, ob Freizeitaktivitäten mit dem „Patenkind“ absetzungsfähig sind und reichen entsprechende Belege ein. Im Haus International ist seit kurzem mit der Mitarbeiterin Lara Häfele eine Sachbearbeiterin zu diesem Zweck eingestellt worden. Voraussetzung , um am Projekt „Aktion Zusammen Wachsen“ teilnehmen zu können, ist eine Registrierung bei der Diakonie. Diese umfasst das Ausfüllen eines Personalbogens, das Unterschreiben einer Verschwiegenheitserklärung und die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses. Beim Zustandekommen einer Patenschaftserklärung verpflichtet sich der Unterzeichner zu einer längerfristigen gemeinsamen Beziehung mit regelmäßigen Terminen und Unternehmungen.

Fazit

Zum Ende der Veranstaltung traten aktive Flüchtlingshelfer und betreute Flüchtlinge auf die Bühne, um von ihren Erfahrungen zu berichten. Die Eindrücke der Flüchtlingshelferinnen waren überwiegend positiv, das Kennenlernen von Menschen fremder Kultur wurde als persönliche Berreichung empfunden. Allerdings verlange die Tätigkeit Geduld, Flexibiltät und zum Teil Langmut. Die betreuten Flüchtlinge bedankten sich für das Engagement ihrer Helferinnen und warben um Verständnis, dass es mit dem Erlernen einer „schweren Sprache wie der Deutschen“ dauert. Konkret merkte man den zumeist jugendlichen Flüchtlingen an, dass sich diese nichts mehr wünschen als eine Integration über den Arbeitsmarkt. So wünschten sich diese ein spezielles Kursangebot, das ihnen beim Verfassen von Bewerbungsschreiben hilft. Mehr Informationen zum Thema im Internet unter www.asylinkempten.de und aufwww.fluechtlingshelfer.info.

Jörg Spielberg

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