Helferkreis der Asylunterkunft Maler-Lochbihler-Straße spart nicht mit Kritik

"Willkommen in Kempten"

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Helferkreis für Flüchtlinge möchte Hilfe zur Selbsthilfe anbieten

Ein Jahr ist es her, da kündigte die Regierung von Schwaben an, dass in Kempten eine „Notunterkunft zur Unterbringung von Asylbewerbern“ eingerichtet werden solle.

Gemeint war das ehemalige Straßenbauamt im Haubenschloß, das nach der Nutzung durch die Stadt Kempten auch schon mal als Studentenunterkunft angedacht war. 

Jetzt, im Frühsommer 2015 ist es wieder soweit: Menschen auf ihrer Flucht vor Terror, Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen kommen nach Deutschland, suchen Zuflucht und Schutz bei uns im Allgäu. Menschen auf der Flucht auf der einen Seite – Menschen, die ihre Arme ausbreiten und die Flüchtlinge willkommen heißen auf der anderen Seite. Diese andere Seite, die des Willkommenheißens wird unter anderem durch den Helferkreis Maler-Lochbihler-Straße vertreten. Eine Gruppe engagierter Mensch die dazu beitragen möchte, dass die Flüchtlinge bei uns in Kempten ein wenig zur Ruhe kommen können und Hilfe zur Selbsthilfe finden. 

Auf Einladung der Diakonie Kempten und der Caritas Kempten-Oberallgäu trafen sich über 20 Kemptenerinnen und Kemptener im Pfarrheim St. Anton. Dr. Armin Ruf von der Caritas und Anke Heinroth von der Diakonie haben diesen Neustart des Helferkreises für die Gemeinschaftsunterkunft in der Maler-Lochbihler-Straße initiiert. Neustart deswegen, weil es vor wenigen Monaten bereits einen Helferkreis für die Notunterkunft gegeben hat. Im Herbst 2014 kamen ebenso spontan wie jetzt zahlreiche Helfer zusammen und halfen den Ankömmlingen mit warmer Kleidung, festen Schuhen Kinderklamotten und Spielzeug. So schnell wie die Notunterkunft bezogen war, so schnell war sie auch wieder aufgelöst – und die Flüchtlinge über ganz Bayern verteilt. 

Ruf betonte einleitend, dass allein im Oberallgäu circa 800 ehrenamtliche Helfer den Flüchtlingen zur Seite stehen und damit ein deutliches Willkommenssignal setzen. Dass es sowohl den Flüchtlingen als auch den Helfern nicht immer leicht gemacht wird wurde in der folgenden Kennenlernrunde deutlich: So berichtete eine Helferin, dass die Flüchtlinge, die ganz aktuell in der Maler-Lochbihler-Straße untergebracht sind, teilweise nur ein Paar Socken und eine Unterhose bei sich haben – es gebe keine Möglichkeit zu kochen, keine Möglichkeit Kaffee zu machen und keine Möglichkeit heißes Wasser zu bereiten. Trotz eines Beschlusses des Kemptener Stadtrats vom 2. Dezember 2014, das ehemalige Straßenbauamt als Unterkunftsgebäude herzurichten, ist Nichts geschehen. Wieder müssen die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft in Containern duschen und zur Toilette gehen. Einer der Helfer kommentierte diese Situation folgendermaßen: „Politiker und Behörden brauchen sich nicht wundern, wenn das Vertrauen in sie schwindet.“ 

Anke Heinroth informierte darüber, dass die Regierung von Schwaben langfristig plane, 120 Flüchtlinge in der Maler-Lochbihler-Straße unterzubringen. Mittelfristig soll bis Ende 2015 aber nur mit 88 Flüchtlingen belegt werden um parallel zur Unterbringung die Räume nach und nach umbauen zu können.  Michael Schropp

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