Hensler zieht Bilanz

Lob, Anregungen und spitze Pfeile verteilte Hansjürg Hensler auch in seiner letzten Rede als Vorsitzender der Altstadtfreunde. Wunschgemäß konnte er bei der Jahreshauptversammlung sein Amt nach 18 Jahren an Dietmar Markmiller abgeben. Zuvor aber gab es einen wohlwollenden bis kritischen Rundumschlag, adressiert auch an die durch OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) und Baureferentin Monika Beltinger vertretene Stadtverwaltung.

Hensler wiederholte das Angebot des Vereins, sich beim Betrieb der Erasmuskapelle einzubringen. Ein „positives Signal“ sah er in der Entwicklung der „etwas stiefmütterlich an unserer Rennmeile“ liegenden Gerberstraße, bei der nun vor allem die Ladenbesitzer gefragt seien. Erfreulich auch die Fortschritte in der Rosenau, am Schwanengelände sowie die „hoffentlich Riesenentwicklung“ im Eck Quelle, Illerkauf, Zentralhaus, SinnLeffers und Brauhausgelände, wobei er gerne auch das ehemalige Hypo-Gebäude (jetzt Künstlercafé) einbezogen sähe. „Schwierig zu beurteilen“ sei die Diskussion um die Kirche Christi Himmelfahrt. Nicht mehr näher eingehen wollte er auf den „Betonmikado“ am Rathausplatz. Zwar sei es „den Damen“ des Fördervereins zu verdanken, „dass das Beginenhaus nicht zusammengefallen ist“. Dennoch sehe er es nach sieben Jahren gerne, dass Sozialbau oder BSG Allgäu das Projekt in die Hand nähmen. Einige Kritikpunkte Unzufrieden zeigte er sich mit der Burghalde, „die langsam wieder zuwächst“ und deren Bewirtschaftung immer mehr zur „Trinkerstube“ verkomme. Zu wenig Besucher in der „Museumslandschaft“ liege ja vielleicht daran, „dass wir keine innovative Führung der Museen haben“, bat er, beim neuen Konzept auch daran zu denken. Ein Dorn im Auge war ihm weiters die willkürliche Anwendung der Gestaltungssatzung, da „jeder Sachbearbeiter nach Gusto jedes Geschäft zumachen kann“. Einerseits verfahre man „puritanisch“ gegen zu große Werbung, dann gebe es aber die Fischbude am Zentralhaus oder Textilständer in der Gerberstraße, sodass „im Sommer kaum mehr durchzukommen ist“, kritisierte er. Soweit möglich, nahm Netzer Stellung: Der geplante Abriss von Christi Himmelfahrt, wie die gesamte Neustrukturierung der Pfarreien, „hat Einfluss auf das städtische Leben“, unterstrich er. Wie mit der „in unserer Stadt erstmals aufgetretenen Frage“ verfahren werde, „ob ein 40 Jahre altes Gebäude im Sinne des Denkmalschutzes ein Denkmal ist“, musste er offen lassen. Einen „Denkfehler“ räumte Netzer bei den Rollwegen am Rathausplatz ein, bei denen nur der Behindertenbeirat eingebunden worden sei. Bezüglich der Burghalde sei schon öfter über eine Teilprivatisierung nachgedacht worden. Interessenten hätten bisher aber nicht gefunden werden können.

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