Gelebte Weihnachtsbotschaft

In der "Herberge" lässt sich seit über 30 Jahren festlich Heiligabend feiern

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Bernd Pfeffer sorgt seit über 18 Jahren für stimmungsvolle Weihnachtsmusik in der „Herberge“.

Kempten - Noch etwas zögerliche „Neulinge“, Gäste, die gelegentlich kommen und auch 50 bis 60 „Stammkunden“, die sich mit großem „Hallo“ schon am Eingang in die Arme fallen: sie alle sind gekommen, um Heiligabend gemeinsam in der „Herberge“ der Diakonie zu verbringen.

Seit rund 30 Jahren stehen ab 16.30 Uhr (bis ca. 22 Uhr) die Türen des großen Saales im Haus International allen offen, die an einer der langen, festlich gedeckten Tafeln Platz nehmen möchten. Und so ist es auch am 24. Dezember 2018 eine bunt gemischte Weihnachtsrunde, die sich zunächst für Kaffee und üppiges Kuchenangebot auf die 120 bereits eingedeckten und nochmals um rund 20 aufgestockten Plätze verteilt: ganze Familien oder Alleinerziehende mit ihren Kindern, Bedürftige, die sich keine warme Mahlzeit leisten können, einsame Menschen... und auch unterschiedliche Nationalitäten. Die Gästezahl ist pi Mal Daumen konstant, sagt Diakonie-Chefin Indra Baier-Müller, zumindest habe das Essen „noch nie nicht gereicht“. Wer beim Abendessen nicht aufs erste Mal satt wird, darf beim jährlichen Rindergeschnetzelten mit Spätzle und Gemüse sogar nachfassen.

Gekocht wird im Wilhelm-Löhe-Haus, von wo die fertigen Speisen von freiwilligen Helfern abgeholt und um 19 Uhr in der „Herberge“ auch serviert werden. Insgesamt sind rund 20 ehrenamtliche HelferInnen an diesem Abend im Einsatz. Da viele von ihnen schon seit Jahren dabei sind, ist es ein ziemlich gut eingespieltes Team rund um Diakoniemitarbeiter Rüdiger Leibfried, Leiter der für die Herberge zuständigen „Casa“.

Vorne auf der Bühne glitzert ein schillernd geschmückter Weihnachtsbaum, darunter liegt ein Meer von Päckchen. Genau 141 Weihnachtspäckchen, gepackt (und gestiftet) wie jedes Jahr vom Kiwanis-Club-Cambodunum. Wie Vorsitzender Johann Lederle erklärt, gibt es unterschiedliche für Erwachsene und Kinder. Erstere sind unter anderem gefüllt mit Äpfeln, Orangen, Plätzchen, Schokolade, aber auch haltbaren Wurstwaren, Tee, Socken und auch Drogerieartikeln. Für die Kinder gibt es neben Obst unter anderem Malbücher, ein Stofftier und Spielsachen. Und dann ist da noch eine der wichtigsten Personen des Abends: Bernd Pfeffer, der seit über 18 Jahren souverän das Akkordeon spielt und, stimmlich unterstützt von der Diakoniechefin, die Feiernden zum Singen von Weihnachtsliedern animiert.

Still wird es im Saal nur dann, wenn Baier-Müller hier und da eine kleine Weihnachtsgeschichte einstreut. Kurzer Applaus – und schon füllen die Stimmen der Herbergs-Gäste in eifrige Konversation vertieft wieder den Saal.

Christine Tröger

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