Flüchtlingssituation ein Thema

SJR blickt zurück und vor

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Ein sichtbares Netz beginnt SJR-Mitarbeiterin Silvia Brunnhuber zwischen jugendlichen Flüchtlingen und SJR-Mitgliedern zu spinnen.

Kempten – Inzwischen omnipräsent, war die Flüchtlingssituation auch ein Thema bei der Herbstvollversammlung des Stadtjugendrings (SJR) im Jugendzentrum Sankt Mang Anfang der Woche. Unter anderem wurde den Opfern der Terroranschläge in Paris mit einer Schweigeminute gedacht.

Nachdem SJR-Vorsitzender Stefan Keppeler an den im November 2014 gefassten Beschluss des SJR zur Will- kommenskultur gegenüber Flüchtlingen erinnert hatte, wurde ein besonderes Netzwerk zwischen anwesenden unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (umF) aus unterschiedlichen Ländern und SJR-Mitgliedern geknüpft: SJR-Mitarbeiterin Silvia Brunnhuber, unter anderem zuständig für die umF-Wohngemein- schaft in der Memminger Straße, warf einem der Anwesenden ein Knäuel zu, dessen Fadenende sie in der Hand behielt. Nachdem sich der Fänger kurz vorgestellt hatte, warf er es einer weiteren Person zu und so weiter – bis viele der Anwesenden sichtbar miteinander in Verbindung standen. Keppeler verband damit den Wunsch, „die Flüchtlinge auch so vernetzten zu können in Kempten“. Eine persönlichere Vernetzung wurde in den anschließenden „Mauschelgruppen“ gefördert, wofür sich die Teilnehmer des Abends in kleine Gruppen mit Flüchtlingen aufteilten und erfuhren, woher sie kommen, welche Träume sie haben und vieles mehr. Von ihren bisherigen Erfahrungen mit umF berichteten einige Vertreter von Jugendgruppen: z.B. Johanniter, bei denen ein Flüchtling aus Afghanistan derzeit eine Ausbildung zum Rettungssanitäter macht und dessen Qualitäten und Leistungen sie in den höchsten Tönen lobten. Für Jugendgruppen, die Kontakt zu jungen Flüchtlingen suchen, stehen neben Keppeler auch Lajos Fischer, Leiter des „Haus International“ und Jugendamtsleiter Thomas Baier-Regnery zur Verfügung. Den Kampf sagte Keppeler dem „rechten Flügel“ an, in dem es „rumort“ und gegen Flüchtlinge Stimmung gemacht werde.

Allerhand Aktivitäten des SJR kündigte Vorstand Bernd Fischer für das kommende Jahr an. Da feiert der Stadtjugendring seinen 70. Geburtstag, weshalb unter anderem ein Fundraising-Essen am 22. Januar 2016 stattfinden soll. Damit „wollen wir für „PlanB“ möglichst viele Einnahmen erzielen“, erklärte Fischer. Im Sommer soll es dann weitere Höhepunkte geben, wie einen Jugendempfang und ein Jugendkulturfestival.

Neben dem Redesign der SJR-Website hob Vorstand Tobias Schanzmann vor allem den „Kalender der Jugendkultur(en)“ hervor, der ebenfalls Geld für „PlanB“ in die Kassen spülen soll. Hinter den zwölf Fotos des Wandkalenders verbirgt sich zudem jeweils eine Geschichte, die durch Scannen des QR-Codes unter jedem der Kalenderbilder im Internet aufgerufen werden kann.

Vorstand Franziska Limmer stellte fünf neue Mikroprojekte vor, die vom Bau und Spielen von Percussionsinstrumenten bis Tanz für Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund sowie Partizipationsprojekten interessante Angebote bereithalten.

Nicht zufrieden war SJR-Mitarbeiter Rolf Disselhoff mit den Teilnehmerzahlen bei den Seminarangeboten. Hier seien „durchweg weniger“ als in den Vorjahren zu verzeichnen, so dass eine ganze Anzahl der Seminare mangels Anmeldungen hätten abgesagt werden müssen. Künftig soll deshalb erst mit den Jugendgruppenvertretern über die Angebotsvorschläge diskutiert werden. Als wieder vertretungsberechtigtes Mitglied wurde die Islamische Jugend im SJR aufgenommen, deren neuer Leiter Selcuk Bilgin sich kurz vorstellte.

Jugendverbandsarbeit sei „ständig in Bewegung“ und eröffne jungen Menschen „den Raum für vielfältige Formen des Mitmachens, des Aktivwerdens und des Engagements“, betonte Bürgermeisterin Sibylle Knott. Der Stadtjugendring Kempten weise „einen enorm hohen Grad an Beweglichkeit auf“, der gute und tragfähige Kooperationen zwischen ihm und der Stadt ermögliche.

Christine Tröger

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