Hightech in der Unterwelt

Ein „praktisch fertiges Drehbuch“ zum Schauraum der Erasmuskapelle konnte Kulturamtsleiter Dr. Gerhard Weber dem Schul- und Kulturausschuss am Montag vergangener Woche präsentieren. Und auch Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann hatte positive Nachrichten zum Stand der Bauarbeiten, die sowohl im Zeitrahmen liegen würden als auch im Kostenrahmen der veranschlagten 1,4 Millionen Euro.

Die Bohrpfähle für die Betondecke seien gesetzt und sobald das Wetter es zulasse, werde das „Schutzzelt gegen ein Arbeitszelt getauscht“, berichtete der Tiefbauamtsleiter. Ab dieser Woche soll, so Wiedemann, mit den Aushubarbeiten im Treppenbereich begonnen werden. Bis Juli sollen die Ausbauarbeiten fertig sein. Danach werde mit der Platzgestaltung begonnen. Zwischen geplanter Fertigstellung etwa zur Allgäuer Festwoche Mitte August und Eröffnung am 18. und 19. September sollen nach Wunsch von OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) Mitglieder der Freunde Kemptener Museen (fkm) oder Stadträte den Schauraum als „Testbesucher“ begehen. Multimedial ausgerüstet mit Beamer, Kleinprojektoren und Lautsprechern bis zur modulierbaren Beleuchtung, hat der historische Ort nach Dr. Webers Drehbuch einen erlebnisreichen Aufenthalt zu bieten. Besonders angetan zeigten sich die anwesenden Ausschuss-Mitglieder von der kurzen Medieneinspielung, die das geplante „multimediale Hörbild“ andeutete: Im dunkler werdenden Raum ertönt plötzlich die Stimme eines immer wieder neu über die Geschichte der Erasmuskapelle nachdenkenden Bauforschers, Archäologen oder Historikers. Während seines Monologs zeichnet er mit kreidegleichem „Zauberstift“ wichtige historische Begebenheiten an die Wand. Durch eine virtuelle Feuersbrunst wird auch an den Brand der Kapelle erinnert. Detaillierte Erklärungen bei Führungen sollen den Besuch auch ohne „Hörbild“ spannend machen. Ein „relativ kühles blaues Grundlicht“ werde für die passende Stimmung im Raum sorgen, in dem außerhalb der Animation wechselnde Kurzinfos zu sichtbaren Bauteilen an Wände projiziert werden sollen, untermalt von „unaufdringlich akustischen“ Klängen. In einer Tischvitrine mit beweglichem Monitor sollen 16 „Fensteröffnungen“ Fundstücke von der Römerzeit bis heute zeigen. Oberirdisch soll der Platz Umrissmarkierungen der Kapelle und eine Erinnerungstafel für die ehemalige Doppelkapelle und die wieder bestatteten Gebeine erhalten. Eine Glasstele an der südlichen Zugangstreppe mit Erklärungen zur Historie soll Lust auf Besichtigung des Schauraums machen. „Ich denke, dass es damals die richtige Entscheidung war“, sprach Thomas Kiechle (CSU) aus, was wohl viele ebenso über die Entscheidung pro Schauraum dachten. Die Erasmuskapelle „soll Bestandteil der Stadtführungen sein“, merkte Kemptens Tourismuschef Heinz Buhmann an, dass gerade an verschiednen Kombinationen gearbeitet werde. Dem Wunsch von Andreas Kiebler (CSU) nach einer „Publikation“ dazu konnte Weber mit zumindest einem „für September angedachten Flyer“, wenn möglich auch einer Infobroschüre, begegnen.

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