Veggie, Flüge, Kompensation

Hildegardis-Gymnasium setzt weitere Maßnahmen zur CO2-Ersparnis um

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Kempten – Im Mai 2018 wurde das Hildegardis-Gymnasium Kempten zur ersten Klimaschule Süddeutschlands gekürt. Erklärtes Ziel der Schule ist es, bis 2026 klimaneutral zu werden.

Um dies zu erreichen, sind alle Beteiligten zu Verhaltensänderungen und mitunter auch deutlichen Einschnitten bereit.

„Seit der Preisverleihung haben sich zahlreiche Schulen und schulnahe Einrichtungen an das Hildegardis-Gymnasium gewandt, um sich mit uns über unseren Weg vom Entschluss, Klimaschule zu werden, über die Erstellung des schulischen CO2-Fußabdrucks, bis hin zu konkreten Einsparmaßnahmen auszutauschen und sich hier Anregungen zu holen“, berichten Schulleiter Markus Wenninger und der Leiter des Projektteams, Lehrer Matthias Klaubert. So war das „Hilde“ am 18. Oktober als Klimaschule auf dem schwäbischen Schulentwicklungstag in Donauwörth vertreten und hat das Projekt überdies auf der Direktorentagung allen Gymnasien im Bezirk Schwaben vorgestellt – gemeinsam mit dem Carl-von-Linde-Gymnasium, welches sich als zweite Schule in Kempten auf den Weg zur Klimaschule gemacht hat. 

„Diese positiven Entwicklungen freuen uns sehr, vor allem weil das Thema über die eigene Schule hinaus Wirkung entfaltet“, so Wenninger. Er erläutert, welche Maßnahmen bislang von Schulleitung, Kollegium und Schülerschaft Hand in Hand umgesetzt wurden. „Unsere Schülerinnen und Schüler haben mittlerweile über 2600 Bäume gepflanzt, wir haben das Thema Mülltrennung an Schulen in Kempten ins Rollen gebracht und wir haben den Bio-Anteil in unserer Mensa auf gut 30 Prozent angehoben.“ Weitere Punkte sind in Planung oder bereits in der Umsetzung. Beispielsweise wird der Anteil an vegetarischen Mahlzeiten in der Mensa weiter erhöht. Jedes Eltern-Kochteam kocht ab sofort einmal mit und einmal ohne Fleisch. 

„Das macht über das Koch-Jahr gesehen einen vegetarischen Essensanteil von 50 Prozent aus. Das spart durch den Fleischverzicht zum einen CO2, zum anderen können wir so den Bio-Anteil in der Schulverpflegung weiter erhöhen, indem mehr Bio-Salat und -Gemüse eingekauft wird.“ Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Vermeidung von Flügen im schulischen Kontext sowie die Kompensation von transportbedingtem CO2. „In der CO2-Bilanz unserer Schule machen Flüge, die im Rahmen von Studienreisen oder Schüleraustauschmaßnahmen getätigt werden, einen verhältnismäßig großen Anteil aus und auch regelmäßig stattfindende Fahrten belasten unser CO2-Konto negativ“, erklären Wenninger und Klaubert. 

Deswegen habe das Kollegium „nach intensiver Auseinandersetzung, letztlich aber mit großer Mehrheit“ beschlossen, alle Studienfahrten, Schüleraustausche, Schullandheimfahrten und Schulskikurse in Zukunft über „Atmosfair“ zu kompensieren, bevorzugt über regionale Kompensationsprojekte. Überdies werde die Schule in den nächsten fünf Jahren auf Sprachaustauschziele umsteigen, die mit Bus oder Bahn zu erreichen sind. Studienfahrten werden ab dem Schuljahr 2021/22 probeweise für zwei Jahre ohne das Verkehrsmittel Flugzeug durchgeführt. „Danach wird die Maßnahme in der Lehrerkonferenz wieder zur Diskussion gestellt und über eine Fortsetzung abgestimmt. Auch Eltern und Schüler über die Bedeutung der Kompensation informiert, sensibilisiert und in die Kompensationsfinanzierung eingebunden werden, soweit dies sinnvoll ist.“ 

Sabine Stodal

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