Hilfe vom Familienpaten

Eine ältere Frau, die die Briefe ihrer Bank nicht versteht, eine türkische Mutter, die sich nach der Trennung von ihrem Mann kaum in ihrer Umwelt zurecht findet, oder eine Alleinerziehende, die mit all den Anforderungen nicht mehr klar kommt. Für Menschen in derartigen Situationen will die Caritas ein neues Hilfsmodell mit dem Namen Ehrenamtliche Familienpatenschaften etablieren. Sozialpädagogin Tina Hartmann und die Allgemeine Sozialberaterin Manuela Masal sind die Ansprechpartner.

Es müsse, so Masal, ein Bindeglied geben zwischen der professionellen Beratung der Caritas und dem bedürftigen Menschen. Dieser sei oft nicht in der Lage, die in der Beratung festgestellten notwendigen Schritte alleine auszuführen. Das beginnt beim zuverlässigen Vereinbaren eines Termins und reiche über das Ordnen der eigenen Unterlagen bis hin zu Ämtergängen. Die Folgen seien für die Betroffenen verheerend, dabei sei schon mit kleinen Hilfestellungen viel zu erreichen. In vielen Fällen geht es, wie Tina Hartmann erklärt, um einfache Hilfen. Einen Einkauf organisieren, punktuell Kinder betreuen, Unterlagen ordnen, oder auch einmal zusammen etwas kochen, das nicht aus der Tüte stammt. Einen zuverlässigen Ansprechpartner zu haben, sei für viele Menschen schon sehr hilfreich. Einführung durch Caritas Ehrenamtliche, die sich für eine Patenschaft interessieren, erhalten eine Einführungsschulung von der Caritas. Je zwei Stunden über fünf Wochen lang lernen die Teilnehmer den richtigen Kommunikationsstil, etwas über die eigene Helferrolle oder den Umgang mit Konflikten. Auch während ihres Einsatzes werden sie nicht allein gelassen. Sie sind bei der Caritasstelle angegliedert, dort für die Dauer ihrer Tätigkeit versichert und treffen sich zu regelmäßigen Fallbesprechungen und Reflexionen mit den anderen Helfern. Für einen festen Zeitraum müssen sich die Familienpaten nicht verpflichten. Allerdings, so Masal, bauten sich vertrauensvolle Beziehungen erst nach einer gewissen Zeit auf. Deshalb sei eine längere Begleitungszeit sinnvoll. Als Familienpaten sollten sich Personen melden, die sich gut auf Bedürfnisse anderer einstellen können. Denn, so erklärt Hartmann, nicht alle hätten das selbe Wertesystem. Außerdem sollte sich der Helfer mit allen Dingen des täglichen Lebens gut auskennen, um andere anleiten zu können. Da die Nöte von Senioren oft andere sind, als die der klassischen Familie oder die von Alleinerziehenden, sind auch die Anforderungen an die Familienpaten unterschiedlich. Hartmann betont, die Caritas sei bemüht, dass jeder Helfer an den richtigen Ort komme. Wer sich zu den Familienpatenschaften näher informieren will, kann dies bei der Informationsveranstaltung zum Freiwilligendienst aller Generationen am kommenden Dienstag, 17. November, um 16 in der Caritasstelle Kempten in der Landwehrstraße 1 tun.

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