Hinter verschlossenen Türen

Hinter verschlossenen Türen wird der Stadtrat am morgigen Donnerstagabend, 22. Januar, nach Informationen des KREISBOTE über den Verkauf des städtischen Geländes in der Ulmer Straße an einen heimischen Projektentwickler entscheiden. Offensichtlich hat der Verkauf etwas mit der möglichen Verlegung des „Praktiker“-Marktes von der Wies- in die Ulmer Straße zu tun (der KREISBOTE berichtete).

In den vergangenen Wochen haben sich die Hinweise, dass sich demnächst in der Ulmer Straße etwas tun wird, verdichtet. Zunächst hatten sowohl Kathleen Dräger, Pressesprecherin des „Praktiker“-Konzerns, als auch Dr Richard Schießl, Leiter des Amtes für Wirtschaft und Stadtentwicklung, gegenüber dem KREISBOTE zugegeben, dass beide Seiten hinsichtlich des Standortes Ulmer Straße Gespräche führen würden. Am vergangenen Freitag hat die Verwaltung nun im Amtsblatt der Stadt Kempten die Aufstellung eines Bebauungsplans „Ulmer Straße“ bekannt gegeben. Ziel – die Ausweisung einer „Sonderbaufläche für einen Bau- und Gartenmarkt“. Und am morgigen Donnerstag schon soll der Stadtrat offenbar über den Verkauf des Areals entscheiden, auch wenn Dr. Richard Schießl das auf Nachfrage mit Verweis auf die nichtöffentliche Sitzung nicht kommentieren wollte. Tatsächlich aber soll der städtische Teil des Geländes – etwa 10000 Quadratmeter – nach zuverlässigen Informationen des KREISBOTE an einen Projektentwickler aus der Region verkauft werden. Die Überlegungen der Beteiligten sehen offenbar folgendes Szenario vor: Einen Teil des städtischen Besitzes erhält eine dort ansässige Holz-Firma, die dafür im Gegenzug einen Teil ihres Geländes an jenen Projektträger weitergibt. Im Gespräch sind etwa 6000 Quadratmeter. Der Grund für diesen Tausch: Kommt „Praktiker“ oder ein anderer Baumarkt, braucht er eine möglichst große und vor allem zusammenhängende Fläche, was derzeit Aufgrund der Besitzverhältnisse aber nicht machbar wäre. Die Holz-Firma dementiert das allerdings. Das Grundstück stehe nicht zum Verkauf, hieß es auf Anfrage des KREISBOTE. Problematische Gegebenheiten Problematisch könnte auch die Beschaffenheit des Geländes werden, dass zu den Gleisen hin abfällt. Kommt aber „Praktiker“ oder ein anderer Baumarkt, bräuchte der einen ebenen Boden. Die Lösung dieses Problems könnte im Kunz-Haus beziehungsweise dessen Trümmern liegen. „So ein Beton kann recycelt und dann als hochwertiges Auffüllmaterial verwendet werden“, erklärte Hans Henkel, Leiter des Hochbauamtes. Gut möglich also, dass der wieder aufbereitete Bauschutt aus der Bahnhofstraße in die Ulmer Straße gekarrt und dort zum Einebnen des Areals benutzt wird. Und wie sieht der genaue Zeitplan aus? Auch hier halten sich alle Beteiligten bedeckt. Offenbar ist es aber wohl so, dass die Bundeswehr nur noch bis Mai 2010 die Kosten für die Altlastenentsorgung auf dem Gelände übernehmen wird. Kaum anzunehmen, dass die Beteiligten sich diese Gelegenheit entgegen lassen werden.

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