Erhard Bolender referiert im Kurhaus über den Verlauf der Trasse

Neues von der Römerstraße

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Ein historisierendes Gemälde aus der Zeit zeigt „Schwäbische Krieger beim Erstürmen einer römischen Wehranlage.“

Isny – Es ist schon wieder einige Zeit her, seit das Thema Römerstraße in Isny etwas ausführlicher vorgestellt wurde.

Vor drei Jahren war das Ganze als Leader-Projekt mit staatlichen Hilfen begonnen worden und dabei war es erst einmal wichtig, die schon bekannten Dinge zusammen zu tragen und so einen groben Überblick über die Geschichte der Provinz Rätien zu bekommen. 

Mit dem Verlauf der Straße hat sich der Isnyer Landschaftsarchitekt Erhard Bolender von Anfang an beschäftigt und hat nun in einer Power Point Dokumentation den gesamten Verlauf der Römerstraße zwischen Kempten und Bregenz aufzeigen können. Projektträger und damit auch Antragsteller für Fördermittel zu diesem Projekt war Weitnau, als Partner haben sich Buchenberg, Grünenbach, Maierhöfen, Isny, Röthenbach und Opfenbach dazu gesellt. 

Wie hoch das Interesse an der römischen Vergangenheit der Region ist, merkte man auch am großen Besuch des Vortrages von Erhard Bolender mit dem geschichtlichem Co-Referenten Manfred Haaga vergangene Woche im Kurhaus. In einem kurzen Streifzug durch die Geschichte schuf Manfred Haaga die Voraussetzung für das Verständnis der anschließenden Diashow. Caesars Vorstoß nach Norden und die Bindung von verschiedenen Legionen an seine Person waren ursächlich der Grund für das weitere Vordringen der Römer nach Norden in die germanischen Stammesgebiete. Ein Vergleich Haagas war besonders aufschlussreich: „Germanien mit seinen losen Stammesstrukturen war im Vergleich genau so schwer zu besetzen und zu erobern, wie der Versuch der Amerikaner, das in Afghanistan zu bewerkstelligen.“ Brigantion (Bregenz), Vemania (Isny) und Cambodunum (Kempten) – rund 30 vor Christus begann die römische Herrschaft in der Region.

Straßen sind geblieben 

200 bis 300 nach Christus drängten dann die Alemannen in das Gebiet. Langsam zogen sich die Römer zurück, aber die von ihnen aufgebaute Infrastruktur an Straßen und Befestigungen war zurück geblieben. 

Noch Jahrhunderte lang wurden die Straßen weiter benutzt, auch wenn längst verloren gegangen war, wer sie angelegt hatte. Rom war auch nicht mehr das, was sich Caesar darunter vorstellte. Zwischen 235 bis 285 gab es in Rom 35 verschiedene Soldatenkaiser, die sich in kürzester Zeit gegenseitig ablösten. Erhard Bolender hatte sich an der aus römischer Zeit erhaltenen Straßenkarte orientiert. Diese ist fast sieben Meter lang und enthält eine Vielzahl an Geländepunkten, befestigten Siedlungen und Flüssen. Wenn darauf allerdings Kempten hinter Memmingen weiter nach Norden angesiedelt wird, muss man schon ein wenig nachkorrigieren. 

Die Luftaufnahmen im Vergleich zu den aufgezeichneten Landschaften sind sowieso großen Veränderungen unterworfen und an einigen Stellen hilft nur Raten und der „gesunde Menschenverstand“. Entlang des gesamten Verlaufs waren Wachttürme erbaut worden. Weniger als Militärstützpunkte, als zur Weitergabe der ausgeklügelten Signalsysteme. Vemania, also der Standort beim heutigen Isny, war von relativ großer Wichtigkeit und wurde insgesamt mindestens dreimal überrannt. Mehr als 3000 Münzen sind dort gefunden worden. Drei Münzschätze in geschlossenen Behältern, die dort vergraben wurden und deren Besitzer die Angriffe der Alemannen nicht überlebten, im Bereich der Wehranlage sowie eine Menge Streumünzen geben genaues Zeugnis davon. 

So können sich Interessierte entlang der Straße in einigen Jahren von Punkt zu Punkt bewegen und eine Vorstellung von der damaligen Zeit bekommen. Noch ist alles in der Vorbereitung und die Orte auf der Strecke werden mit Sicherheit noch vieles dazu vorbereiten. Rechtzeitig dazu hat Erhard Bolender einen weiteren Vortrag angekündigt.

Manfred Schubert

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