Hoch hinaus und tief hinab

Über den neuesten Stand bei der Sanierung der südlichen Altstadt berichtete die Stadtverwaltung zusammen mit den involvierten Planungsbüros und Architekten jetzt in der Gemeinderatsitzung. Mehr als 400 Zuhörer kamen ins Kurhaus am Park.

Im Untergrund grummelt es gewaltig, wenn es um Isnys heiße Themen Tiefgarage, Stadtsanierung, Stadttor und Neuverschuldung geht. Die Stadtverwaltung und die von ihr befragten Experten sind der Meinung, dass die Tiefgarage Sinn macht, auch wenn an einigen Negativbeispielen in anderen Städten vorgeführt werden kann, welche Belastungen mit Bau und Betrieb einer Tiefgarage auf die jeweilige Gemeinde zukommen können. Bürgermeister Rainer Magenreuter beschrieb die Glücksfälle Isnys im Zusammenhang mit der Stadtsanierung. Glückfall eins sei die Umgehungsstraße und der Felderhaldetunnel der B12. Glücksfall zwei die Tatsache, dass es der Stadt gelungen sei, fast die gesamte Fläche des Sanierungsgebietes in den Vorverhandlungen zu erwerben. „Die Stadt kann mit Baurecht und Grundstücksverkauf detailliert mitbestimmen, was gebaut wird“, meinte Magenreuter. Grundsatzbeschluss Für die Stadtverwaltung geht es jetzt erst einmal um einen Grundsatzbeschluss, damit die Planungen voran getrieben werden können. Ob für diesen Beschluss in der Sitzung am heutigen Mittwoch die nötige Mehrheit gefunden werden kann, bleibt abzuwarten. Claus Fehr, zuständig für das Sanierungsgebiet und die wirtschaftliche Entwicklung Isnys, brachte die bisherigen Abläufe in ein fast geschichtliches Raster. Ausweisung des Sanierungsgebietes, Einbeziehung der Bevölkerung in Workshops zur Klärung der Interessenlage, Architektenwettbewerb und Planungsvergaben waren es auf der einen Seite, Grundstückserwerb und zielgerichtetes Planen auf der anderen. Fakt ist: Wenn im Hofstattbereich rund 70 Wohneinheiten entstehen sollen, braucht man dafür mindestens 80 Parkplätze, die oberirdisch kaum unterzubringen sind. Die bestehenden Parkplätze fallen durch die Bebauung weg. Die laut Fehr durchaus vorhandenen Investoren beständen auf der Tiefgarage als Ausgangspunkt für ihre weiteren Überlegungen. Fachleute stellten anschließend die Fakten der bisherigen Planung vor. Dr. Ullrich erläuterte die Situation der Boden- und Grundwasseruntersuchungen. Das Planungsbüro Groß stellte die modifizierte Version der Stadtsanierung vor, und die Garagenplaner erklärten, wie der Bau der Tiefgarage ausgeführt werden könnte. Auch Vertreter der Fraktionen meldeten sich zu Wort. "Chance für die Stadt" „Ein Monster mit drei unterirdischen Stockwerken. Wir bekommen aber die 150 erst einmal notwendigen Parkplätze oberirdisch nicht unter. Die Freien Wähler werden der Tiefgarage wahrscheinlich zustimmen, da wir es als Chance für die Stadt sehen“, beschrieb Gebhard Mayer (FWV). Peter Clement (SPD) sagte: „Die Jahrhundertchance haben wir schon. Wir sollen für einen Zweck entscheiden, den wir nicht kennen, und wir reden über Investoren, die wir ebenfalls nicht kennen. Wir haben zwar Kenntnisse aus anderen Städten, wissen aber nicht was uns die Entscheidung bringen wird.“ Die Stadt solle die große Chance, eine Tiefgarage zu bauen nutzen, um die Autos von der Straße zu bekommen, führte Dr. Alexander Sochor (CDU) an. Das Fazit von Bürgermeister Magenreuter: „Wir stimmen am 16. Dezember nicht über den Bau ab, sondern über die Möglichkeit, für die Stadt weiter zu planen und dem Gemeinderat die einzelnen Schritte dann jeweils zur Entscheidung vorlegen zu können.“

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