Hochkarätige Besucher

Zunftfeier: In Isny ist man gerne zu Gast

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Isny – Wenn die Handwerker zur Zunftfeier kommen, sitzen rund 1500 bodenständige Zuhörer im großen Festzelt. Die Politiker kommen gerne zu der Veranstaltung, denn da wird man ganz bestimmt sein Ohr an der Stimmungslage der Gesellschaft haben. Nicht nur der Besuch von dem CDU-Spitzenpolitiker Friedrich Merz war in diesem Jahr zu verzeichnen. Außerdem kamen die Bundestagsabgeordneten Axel Müller und Josef Rief, die Landtagsabgeordneten Petra Krebs und Raimund Haser und der Präsident der Handwerkskammer Joachim Krimmer.

Mag ja alles wichtig sein, aber dass 60 Gesellen in die Zunft aufgenommen wurden und fünf neue Meister ihren Meisterbrief erhielten, hatte auch ein Gewicht bei dieser Veranstaltung. Außerdem erhielt Friseurmeister Hans Scherer den Goldenen Meisterbrief und Glasermeister Richard Hirner konnte mit dem Brillantenen Meisterbrief geehrt werden. Die Firma Hans Grosselfinger wurde hervorgehoben, weil sie seit 180 Jahren familiengeführt wird und auch die Brauerei Stolz kann nun auf 100 Jahre zurückblicken. Zunftmeister Karl Christ nahm das Fest zum Anlass, sich auch ein wenig am Bürgermeister und der Stadtverwaltung zu reiben. Im Baugebiet Mittelösch entstehen unter der Leitung der Handwerkerzunft 36 Wohnungen die mit einem Quadratmeterpreis von 7 Euro vermietet werden sollen. Nach seiner Meinung läuft auch bei den städtischen Bauvorhaben nicht alles wie gewünscht. Bei dem Neubau der Schulen versteht er den augenblicklichen Baustopp nicht so recht und der Umbau des Hallgebäudes am Marktplatz sei nach seiner Meinung ebenfalls eine viel zu aufwändige Angelegenheit. Eigentlich sind Zunft und Stadt einvernehmlich unterwegs. Bürgermeister Magenreuter gratuliert erst einmal allen Geehrten und wies dann recht zufrieden darauf hin, dass die städtischen Bauvorhaben im Zeitplan lägen und der Umbau des Hallgebäudes durch hohe Zuschüsse und Spenden eine relativ preiswerte Angelegenheit sei. Er bezeichnete die Isnyer Handwerkerzunft als „eine Wiege der Demokratie“, die sich 1381 eine Zunftverfassung gab und auch die Wahl des Bürgermeisters mitbestimmte. Dann traf Friedrich Merz ein, wurde begrüßt und stand auch schon am Rednerpult. Was geschieht nun eigentlich in der Politik? Europa war einer seiner Schwerpunkte. Was machen die SPD Abgeordneten in Brüssel? Wohin driftet nun Großbritannien? Was ist mit Trump, China, Russland? „Wir müssen etwas tun, aber an der Europawahl und den Ergebnissen sind nicht die Wähler schuld. Da müssen die Parteien reagieren.“ Ein Zitat von Franz-Josef Strauß sei eher sein Leitbild: „Rechts von mir ist nur die Wand“ war einer von dessen Kommentare. Nach der Abreise von Friedrich Merz nahm die Zunftfeier seinen gewohnten Verlauf. Die Handwerkervorführung hatten Firma Grosselfinger und Brauerei Stolz vorbereitet, die Totenehrung war ebenfalls würdevoll abgelaufen und nach dem Deutschlandlied beendete Karl Christ als Zunftmeister die Veranstaltung.

Manfred Schubert

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