Höchstleistungen und hohe Temperaturen

Selbst in den Kurven hielten die Rennradler das rasante Tempo aufrecht. Fotos: Kampfrath

Hohe Temperaturen, Hochstimmung und Höchstleistungen − so ließe sich der diesjährige „Tag des Sports“ in wenigen Worten beschreiben. Am Samstag stand die Allgäuer Festwoche ganz im Zeichen der Fitness. Surfer, Skater, Läufer, Rennradler und andere Sportler lieferten sich bei glühender Hitze heiße Wettkämpfe.

Leif Lampater heißt heuer der Gewinner des Internationalen Allgäuer Festwochenpreises. Mit 15 Wertungspunkten und einer Zeit von 1:25:05 Stunden erreichte der 28-Jährige das Ziel. Seine Mannschaft, das „Rudy Project Racing-Team Irschenberg“, unterstützte Lampater dabei entscheidend. Der Sieg des Olympia-Vierten der Mannschaftsverfolgung in Athen war keine Überraschung. Der international erfolgreiche Rennradler gewann vor wenigen Wochen das „Skyscraper Harlem Cycling“ in New York. Überraschend war hingen der zweite Platz von Rainer Rettner, der 12 Punkte erreichte. Der 22-jährige Unterallgäuer startete für das baden-württembergische „MLP-Radteam“. Rettner hätte sogar fast den Sieg geholt. Erst kurz vor dem Ende des Rennens rauschte Lampater noch an ihm vorbei. Doch Rettners Ärger hielt sich in Grenzen. Freudestrahlend stand der Neu-Kemptener auf dem Siegerpodest. Die nahezu tropischen Temperaturen störten ihn nicht. „Hitze macht mir nichts aus. Schauen Sie sich meine Hautfarbe an“, sagte der Sohn einer Philippinin und eines Deutschen und blickte dabei auf seine athletischen Unterarme. Dritter des Traditionsrennens wurde Erik Hoffmann. Er und seine Kollegen vom „Team Baier Landshut“ hätten sich dabei ein etwas besseres Ergebnis erwartet. „Wir hatten in den letzten Wochen viele schwere Rennen, die uns noch etwas in den Knochen stecken“, meinte der Führende des „Steven Lämmle Cups“, einer süddeutschen Rennserie. Hoffmann, der zwei Tage nach dem Rennen seinen 30. Geburtstag feierte, kam auf elf Punkte. Als Erster überquerte Bernd Brennauer die Ziellinie. Der Fahrer vom „Team Erdgas Schwaben“ erreichte so mit zehn Punkten noch Platz vier der Gesamtwertung. Denn die letzte der insgesamt 60 Runden zählt doppelt. Martin Kiechle radelte auf Platz sechs. Damit war der 35-Jährige der erfolgreichste Fahrer des „RSC Auto-Brosch Kempten“-Teams. Der Radsportclub hatte das Rennen organisiert. Kiechle durfte sich über den Manfred-Klier-Gedächtnispokal und eine neue Lederhose freuen. Die mitfiebernden Zuschauer stachelten die Fahrer der Klasse „Herren Elite“ an mit Rufen wie „Jonas, gib Gas!“. Vor allem die zweite Hälfte des Rennens war von Spannung geprägt. Gegen Ende setzte sich eine elfköpfige Spitzengruppe ab. Doch kurz vor Schluss kam das Hauptfeld plötzlich noch einmal gefährlich nah an die Führenden heran. Das feucht-heiße Wetter forderte seinen Tribut. Bereits in den ersten zehn Runden gaben drei Sportler erschöpft auf. Schnelle Läufer Das hatten zuvor schon die Fahrer der Jugend und der Junioren zu spüren bekommen. Die 72 Teilnehmer des Stunden-Teamlaufs kämpften ebenfalls nicht nur gegen die Konkurrenz, sondern auch gegen die sengende Sonne. Die Sportler traten dabei paarweise an und mussten in einer Stunde so viele Runden wie möglich schaffen. Der 750 Meter lange Kurs führte über die Bodmann-, Haggenmüller-, Reichlin- und Westendstraße zurück in die Bodmannstraße. Nach jeder Runde mussten sich die Partner eines Teams abwechseln. Die Gesamtsieger Thomas Capellaro und Steffen Wittmann liefen als einzige 25 Runden. Mit 20 Runden und einer Zeit von 01:00:12 waren die Jugendlichen Franziska Müller und Sofie Krehl das beste rein weibliche Team. Peter Ahne und Margit Adelwarth schafften 23 Runden in 01:01:11 Stunden. Damit waren sie das beste Mixed-Team und landeten insgesamt auf Platz fünf. Surfer, Skater und andere Trend-Sportler buhlten zwischen der Illerbrücke am Illerdamm und dem Illerstadion um die Gunst der Jury und des Publikums. Durch die Nähe zum Wasser herrschten bei ihnen angenehmere Temperaturen als bei den Rennradlern und Läufern. Atemberaubende und hohe Sprünge gab es auf der Big-Air-Rampe zu sehen. Mit dem Rad, Skateboard oder Inlineskates wagten sich die Sportler auf die Schanze. Um die Qualifikation zur Weltmeisterschaft ging es beim „Try2Roll“-Wettbewerb, den die Inlineskater bestritten. Neben Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Beweglichkeit wurden auch geistige Höchstleistungen geboten. Auf dem Parkplatz am Illerstadion stellte das „Infinity-Racing“-Team der FH Kempten zwei feuerrote Rennwagen vor, den TOMSOI II und dessen Nachfolger TOMSOI III. Letzterer erreicht je nach Übersetzung, die man wie bei einem Fahrrad ändern kann, eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 150 bis 160 km/h, erzählte Volker Rieß, Wirtschaftsingenieur-Student an der Hochschule Kempten.

Auch interessant

Meistgelesen

Bauchtanz, Ballett und Bastelei
Bauchtanz, Ballett und Bastelei
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Indien trifft Allgäu
Indien trifft Allgäu
Zwischen Romantik und Realität
Zwischen Romantik und Realität

Kommentare