Hörmann am Start für die CSU

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) Alfons Hörmann wird CSU-Landratskandidat

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Alfons Hörmann ist CSU-Landratskandidat für das Oberallgäu. Für die Wahlen im März kommenden Jahres erhofft sich der vernetzte Unternehmer und DOSB-Präsident gute Chancen

Sulzberg – „Hätte man mir im März die Frage gestellt, ob ich für den Posten des Landrats kandidieren will, hätte ich vermutlich abgelehnt“, sagte Alfons Hörmann. Inzwischen hatte es sich der 58-jährige Hörmann doch anders überlegt und sich bewusst dafür entschieden, noch einmal einen ganz neuen Weg einzuschlagen, erzählte der Sulzberger am Donnerstagabend im Gasthof Hirsch. Hier, in seiner Heimatgemeinde, hatten sich die Delegierten und Funktionäre der CSU versammelt, um über den Landratskandidaten der Christlich Sozialen Union abzustimmen.

Eric Beißwenger, umweltpolitischer Sprecher der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag begrüßte die versammelten CSU Parteikollegen im Saal und berichtete von einem langen Findungsprozess und von sehr guten Kandidaten. Ausdrücklich betonte er, man hätte sich nicht „gegen“, sondern „für“ einen Kandidaten entschieden – Alfons Hörmann. Auch Hörmann freute sich in seiner Sulzberger Heimat „einige bekannte Gesichter“ begrüßen zu dürfen. Die Anspannung und die Berührtheit vor dieser Rede wären anders gewesen, gibt der Vorstandsvorsitzende der Schöck AG zu. Für gewöhnlich sei er das Reden vor großen Auditorien gewohnt, da es sich aber wohl um eine letzte berufliche Lebensentscheidung handle, wäre er doch angespannter als erwartet gewesen. Und natürlich: Eine solche Entscheidung treffe man nicht mehr ganz so leichtfertig wie in jungen Jahren. 

Aus dem Leben

Hörmann erzählte von seinen Kinder- und Jugendjahren beim Schlossbauern, unterhalb der Burgruine in Sulzberg. Er sei in der Landwirtschaft aufgewachsen und wisse, was harte Arbeit sei, Schwedenreiter, Bierlinge und Hoinzen kenne er auch. Diese landwirtschaftlichen Wurzeln hätten ihm letztendlich auch die Bodenständigkeit, Kraft und Orientierung gegeben, die er immer gebraucht habe – sogar auf der großen Bühne des Sportes seien sie ihm ein wichtiger Anker gewesen. Bereits in seinen Jugendjahren war er aktiv in der Vorstandschaft der örtlichen Landjugend, ein Jahr später kam er über die junge Liste in den Sulzberger Gemeinderat und wurde schließlich auch zum zweiten Bürgermeister der Oberallgäuer Marktgemeinde ernannt. 2002 ist Hörmann dann in den Oberallgäuer Kreistag, erst als Fraktionsmitglied, dann als Vorsitzender eingezogen. Zeiten, in denen er immer aus „Überzeugung für die Heimat“ unterwegs gewesen war. Nach mehreren Führungspositionen und Vorstandsvorsitzen in unterschiedlichen Firmen der Baustoffbranche u.a. bei Creaton, Hörmann Holding und in der Kommunikationsbranche bei der Funkwerk AG arbeitet er seit 2018 im Vorstandsvorsitz der Schöck Unternehmensgruppe, einem Bauzulieferer in Baden-Baden. Außerdem widmet sich Hörmann seit 20 Jahren ehrenamtlich nicht nur dem regionalen Sportgeschehen, sondern ist auch auf nationaler Ebene tätig. So war er nicht nur Vorsitzender des Allgäuer und Bayerischen Skiverbandes, sondern auch Präsident des Deutschen Sportbundes. 2013 wurde er an die Spitze des Deutschen Olympischen Sportbundes zum Präsidenten berufen. Davor war es schon gelungen 2005 die WM nach Oberstdorf und 2011 die WM nach Garmisch-Patenkirchen zu holen. 

Über seine Ziele

Als Landrat will Hörmann beweisen, dass er „nicht nur Sport“ im Kopf habe und viel mehr als ein Sportfunktionär sei. Schließ- lich würde all das, was er sich die letzten Jahrzehnte erarbeitet und angeeignet hatte, punktgenau zu diesem Amt passen. Getreu dem Motto: „Wir brauchen keine Besserwisser, sondern Bessermachen“, will Hörmann die Region zum attraktivsten Arbeitsmittelpunkt machen. Er ist sich sicher, dafür lohne es, sich zu engagieren, denn: „Heimat ist nicht nur der Ort in dem man lebt, sondern ist die Gemeinschaft der Gefühle.“ Mit diesem Sprichwort verwies er auch auf künftige Herausforderungen, wie z.B. die anstehende Klinikfusion, den demographischen Wandel der Region, den ÖPNV und die Stärkung der Allgäuer Tourismusbranche, für die er sich einsetzen will. Gerade in Landstrichen, in denen Menschen gut leben, müsse es auch gelingen, die sozial Schwachen auf den Weg zu bringen, sagte Hörmann. Er kä- me mit einem Netzwerk und Erfahrung in die Heimat zurück und werde diese Kontakte zum Wohle des gesamten Oberallgäu/Allgäus nutzen und sich für die gemeinsamen Interessen einsetzen. Die Arbeit als Landrat werde er qualitativ, professionell und ohne Interessenskonflikte angehen. 

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Bereits im Vorfeld hatte sich der 58-Jährige einen Plan zurechtgelegt, sollte er an diesem Abend als Landratskandidaten der CSU in Rennen gehen. Tags darauf wollte er sich darum kümmern, dass bei der Schöck AG in Baden-Baden ein Nachfolger für den Vorstandsvorsitz gesucht wird. Außerdem würde er aus mehreren Aufsichtsund Beiratsgremien zurücktreten – außer: von der Spitze als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes. Von diesem Ehrenamt werde er nicht zurücktreten und daran werde er auch nichts ändern, betonte er. Die Unterstützung für diese Entscheidung komme sowohl von Altlandrat Gebhard Kaiser (CSU) als auch von Ex-Bundesinnenminister, Thomas de Maizière, der ihn an der Sportspitze nicht verlieren wolle. 

Der Wahlentscheid

Von 132 Stimmabgaben der Delegierten, wurden drei ungültige Stimmen und 129 gültige Stimmen für Hörmann gezählt, so Altlandrat Kaiser, der die Wahl an diesem Abend leitete. Ein eindeutiges Ergebnis für den Sportfunktionär. Langanhaltender Applaus machte den gewählten Landratskandidaten sprachlos. Hörmann bedankte sich und versprach, all seine Kraft und sein Herzblut in dieses Amt zu stecken. Mit einem „Jetzt geht‘s los“ beendete er die Dankesrede und schlug damit eine neue Richtung ein.

Tamara Lehmann

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