Die Hörner sind "gewetzt"

Der Vorsitzende der „Lachenden Kuh“, Frank Müller (rechts), stellte beim „Hörnerwetzen“ das richtige „Häs“ vor. Dazu gehören Schuhe, Handschuhe, saubere Kleidung und frisch polierte Schellenkränze. Foto: Schubert

Närrisch sein scheint eine ernste Angelegenheit zu sein. Diesen Eindruck vermittelte zumindest der Vorsitzende der Narrenzunft „Lachende Kuh“, Frank Müller, jüngst beim „Hörnerwetzen“ im Gasthaus Hirsch. Zur rheinischen Fröhlichkeit ist bei alemannisch geprägten Maskentreiben in der Tat keine direkte Verwandtschaft feststellbar, was aber nicht heißt, dass es allzu ernst wäre, bei der Fasnet mitzuspringen. Tradition wird beim Alemannischen Narrenring (ANR) aber groß geschrieben. Da macht auch die „Lachende Kuh“ keine Ausnahme.

Beim „Hörnerwetzen“ stellte Frank Müller jetzt einmal mehr das korrekte „Häs“ vor. Schuhe, Handschuhe, saubere Kleidung und frisch polierte Schellenkränze gehören dazu und auch die Unterkleidung sollte aus der „Fanartikel“-Ecke kommen. Mit Besen, Kuhschwanz, Korb und Schellen sollte man als „Lachende Kuh“ zudem nicht nur dumpf dahin trotten. Vielmehr ist „Action“ angesagt, solange sie nicht auf Kosten der Zuschauer geht. Nach der Präsentation der Kleidung wurden die Abfahrtszeiten und Haltepunkte bekannt gegeben. Mit insgesamt 29 Veranstaltungen ist der Terminplan heuer gesteckt voll. Die Hexenraunacht in Biberach gab dabei Anlass zur Diskussion. Zur Festhalle hatten die Biberacher Narren einen Eintritt für die Maskenträger in Höhe von fünf Euro ansetzen wollen. Nach Protesten des ANR wurde der Eintritt auf 2,50 Euro reduziert. „Erst sollen wir die Hexenraunacht mitgestalten und dann noch Eintritt zahlen? – Es gibt in Biberach noch andere Lokale als ausgerechnet die Festhalle. Da müssen wir noch drüber nachdenken“, zeigte sich Müller auch mit dieser Lösung alles andere als einverstanden. Seit 40 Jahren aktiv dabei Im Anschluss an das allgemeine Reglement erfolgte die Ehrung lang gedienter Mitglieder. Die längste Mitgliedschaft hatte in diesem Jahr Anton Prestele vorzuweisen. Er ist seit 40 Jahren in der Narrenzunft und „musste“ daher gar eine Lobrede über sich ergehen lassen. Sein Präsent nahm er mit strahlendem Lächeln in Empfang und Tanja Rist, die in diesem Jahr die Ehrungen vornahm, dankte ihm im Namen der Narrenzunft für seinen Einsatz als Maskenträger, Maskenmeister und Zunftmeister und auch für seine Einsätze als „Grillmeister“ bei der jährlichen Rollerralley. Insgesamt 3000 Euro aus einer Spendenaktion bekam die „Lachende Kuh“ überreicht. Das ist neben den anderen eingegangenen Spenden und Beiträgen ein guter Baustein für das anstehende neue Heim der Narrenzunft, das heuer noch gebaut werden soll. Jetzt kann die Saison in vollen Zügen genossen werden. Bis zum Aschermittwoch am 9. März stehen noch viele Veranstaltungen an. Mit einem kräftigen „He Muh!!“ beendete die Narrenzunft das „Hörnerwetzen“ und gab gleichzeitig den Startschuss für die Saison.

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