"Hohe Wertschätzung"

MdL Dr. Paul Wengert bedankt sich bei seiner Parteikollegin MdL Natascha Kohnen für Ihre Rede im Rahmen des Sozialempfangs der BayernSPD Landtagsfraktion. Foto: Tröger

Zum Sozialempfang für den Landkreis Oberallgäu und die Stadt Kempten hatte die SPD-Landtagsfraktion vergangene Woche in den kleinen Kornhaussaal geladen. Wie MdL Dr. Paul Wengert in seiner Begrüßung feststellte, „sind rund ein Drittel der Bevölkerung ehrenamtlich engagiert“, ob als Mitglieder in Vereinen und Verbänden oder in sozialen Organisationen. So ein Abend könne „nur ein äußeres Zeichen des Dankes“ sein, betonte er seine „hohe Wertschätzung“ gegenüber den Menschen, ohne die viele Aufgaben nicht erfüllt werden könnten.

„Was sie leisten ist unbezahlbar“, meinte er. Auch Kemptens Bürgermeister Josef Mayr (CSU) zollte den „stillen Stars unserer Gesellschaft“ großen Respekt. Ihren Leistungen sei es zu verdanken, „dass die Nestwärme in unserer Gesellschaft wieder ansteigt“. Für MdL Natascha Kohnen machte ein Blick auf die „sozialen Systeme in den USA“ deutlich, wie gut es in Deutschland sei. Allerdings sah sie das soziale Sicherungssystem gefährdet durch die wachsende Zahl an Städten und Gemeinden „in der Schuldenschleife“. Dass nach ihrem Ermessen noch einiges mehr schief läuft in unserem Land, erläuterte sie bei verbalen Streifzügen zur in den letzten Jahren massiv betriebenen Privatisierungswelle von Krankenhäusern oder Wasserversorgern sowie dem Thema Kinderbetreuung. Sie bekräftigte das Streben der SPD nach Einführung einer Gemeinschaftsschule in Bayern, wie sie bereits „sehr sehr erfolg-reich in Schleswig Holstein“ etabliert sei. Ein ihr besonders wichtiger Punkt war die Altersarmut, gegen die das Regierungskonzept „keine Lösung“ sei. Dieses nämlich „setzt ausgedehnte, private Vorsorge voraus“, die sich nicht jeder leisten könne. „Minilöhne von heute sind die Minirenten von morgen“, stellte sie klar, dass die aktuelle Debatte um Altersarmut so „keinen Sinn macht“. Ebenso wenig sah sie es als Lösung, Griechenland mit seinen Schuldenproblemen aus der EU zu schmeißen, da „uns das mehr als das zehnfache kostet als zu helfen“. Stattdessen forderte sie insgesamt „mehr Anständigkeit“. Die „höchste Norm“ sei noch immer das Grundgesetz, verteidigte sie die Würde des Menschen. Als Beispiel für gelungenes, ehrenamtliches Engagement im sozialen Bereich stellte Dr. Paul Wengert das Projekt der Agnes-Wyssach-Schule in Kempten vor: Jede Woche gehen Schülerinnen und Schüler für jeweils eineinhalb Stunden in das Seniorenheim der AWO, um sich mit den Seniorinnen und Senioren dort auf unterschiedlichste Art zu beschäftigen, was sie mit einem selbstgedrehten Film auch kurzweilig dokumentiert haben.

Auch interessant

Meistgelesen

Feiern verbindet
Feiern verbindet
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Bezirksmusikfest in Probstried
Bezirksmusikfest in Probstried
Schüler zeigen Einsatz
Schüler zeigen Einsatz

Kommentare