"Es geht nicht um den Hubschrauber, sondern um den Standort"

Zustimmung für Standort zwei in Durach

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Der aktuelle Standort des Rettungshubschraubers am Sportplatz war von Anfang an eine Übergangslösung. Jetzt hat der Duracher Gemeinderat mehrheitlich dem Standort nahe dem Friedhof zugestimmt – unter Vorbehalt der Mitsprache bei Planungsentscheidungen und Anpassungen der Betriebsgenehmigungen am Flugplatz.

Durach – Auch in der Gemeinde Durach finden Sitzungen des Gemeinderats gewöhnlich im Sitzungssaal des Rathauses statt. Wenn es aber um den Standort für den Rettungshubschrauber „Christoph 17” geht, dann reichen die Zuschauerplätze im Rathaussaal nicht aus, dann wird die Gemeinderatssitzung in die Aula der Duracher Schule verlegt. Und dann zögern Gemeinderätinnen und Gemeinderäte auch nicht, in aller Öffentlichkeit Kritik an der Berichterstattung der regionalen Tageszeitung kund zu tun.

Nicht die „Neufestsetzung der Ortsdurchfahrtsgrenzen“ der Ortsdurchfahrt in Bodelsberg und auch nicht der Tagesordnungspunkt „Abschluss Waldwegesanierung im Kempter Wald“ waren die Themen, die eine Verlegung der öffentlichen Gemeinderatssitzung am Dienstag Abend nötig gemacht haben. Ausschlaggebend für den erweiterten Sitzungssaal war Punkt zwei der Tagesordnung: „Christoph 17”. Tatsächlich ging es aber natürlich nicht um den Rettungshubschrauber sondern darum, wo der Rettungshubschrauber stationiert werden soll.

Bürgermeister Gerhard Hock machte deutlich, dass der für den Rettungshubschrauber zuständige Rettungszweckverband sich auf einen potentiellen Standort für „Christoph 17” festlegen müsse und nur einen Standort zur Stationierung des Rettungshubschraubers beantragen dürfe. Hock führte aus, dass nach der Bürgerversammlung im Herbst 2015, Gespräche mit Kemptens OB Thomas Kiechle und den Gutachtern stattgefunden hätten. Hier seien Details zu Lärmschutz und Luftverkehrsrecht erörtert worden. Auch von Seiten der Autobahndirektion flossen Daten zur Lärmbelastung in und um Durach in die Beurteilung ein.

Zusammenfassend präsentierte Hock zwei Alternativen. Die Variante: „Nein zum Standort Durach“ würde bedeuten, „dass es keinen genehmigungsfähigen Standort gibt. Somit würde das Provisorium am jetzigen Standort noch weitere Jahre bestehen bleiben.“ Hock gab gleichzeitig zu Bedenken, dass der Rettungszweckverband einen der Standorte beantragen müsse und durch das negative Votum des Kemptener Stadtrates zu Ursulasried nur mehr Durach als Antragskandidat in Frage komme. Als zweite Variante schlug Durachs Bürgermeister eine „Zustimmung zum Standort 2 unter Vorbehalt“ vor. Diese Zustimmung zur Hubschrauber-Stationierung nahe dem Friedhof wäre an eine Beteiligung der Gemeinde Durach bei der Positionierung des Hangars, an eine Einbeziehung bei der Gestaltung des Baukörpers, die Option auf eine Änderung der Betriebsgenehmigung am Flugplatz und an einen verbesserten Lärmschutz für den Gemeindeteil Feuerschwenden geknüpft. In der anschließenden Aussprache lobten die Duracher Gemeinderätinnen und Gemeinderäte ohne Ausnahme die Leistungen des Flug- und Rettungsdienstpersonals auf dem Rettungshubschrauber „Christoph 17”. Gleichzeitig wurde aber auch die Informationsstrategie des Kemptener Rathauses, des Landratsamts Oberallgäu und des Rettungszweckverbands kritisiert. Und nicht zuletzt die tendenziöse Berichterstattung der regionalen Tageszeitung zum Thema Hubschrauber-Stationierung war ein Faktor, der mehrere Gemeindevertreter sehr enttäuschte. „Es geht nicht um den Rettungshubschrauber sondern um den Standort“ brachte Gemeinderätin Ulrike Finkenzeller ihren Unmut zum Ausdruck.

Dass Bürgermeister Hock, Gemeinderat und die Bürgerinnen und Bürger Durachs aber keinen Konflikt mit dem Kemptener Oberbürgermeister und mit dem Oberallgäuer Landrat provozieren wollen, machten sie mit ihrem Abstimmungsverhalten deutlich: Mit 13 „Ja“ und vier „Nein“ Stimmen positionierten sie sich für die Hubschrauber-Stationierung am Standort 2. Jetzt liegt es an Kiechle und an Landrat Anton Klotz, ob eine faire und tragfähige Lösung gefunden wird, oder ob sie weiterhin auf Konfrontation gehen.

Michael Schropp

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