Aktion für Hundehalter

"Austausch ist der erste Schritt"

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Sandra Mendler und Monika Mayer (mit Hündin Baja) präsentierten eine Lösung für das Problem Hundekot: die mobile Hundetoilette „Kackibox“. In einer schicken Tasche mit verschließbarer Plastikdose lassen sich Kotbeutel auch bei längeren Spaziergängen gut und hygienisch transportieren. Zu beziehen ist die sinnvolle und mit knapp 10 Euro preisgünstige Erfindung auf der Website der Hundeschule Allgäu.

„Nur wenn Hundehalter, Landwirte und die Jägerschaft Verständnis füreinander entwickeln und miteinander kommunizieren, ist ein gutes Miteinander möglich“, sind sich die Akteure der landkreisweiten Aktion „Hund und Kuh auf Du und Du“ einig.

Am vergangenen Wochenende hatten der Bayerische Bauernverband, die in Altusried ansässige Hundeschule Allgäu sowie der Kreisjagdverband Kempten e.V. alle Interessierten zu einer informativen Mitmachaktion für Hunde nach Altusried eingeladen.


„Wir alle, ob Hundehalter, Landwirte oder Jägerschaft, bewegen uns in derselben Natur und Kulturlandschaft. Unser gemeinsames Anliegen ist es, in einem guten Miteinander zusammenzuleben“, betonte Kreisbäuerin Monika Mayer. Ein großes Problem seien in diesem Zusammenhang schlecht erzogene freilaufende Hunde. Dies gelte besonders bei Spaziergängen entlang von Kuhweiden. „Das Jungvieh ist neugierig, der Hund hat einen natürlichen Jagdtrieb - das könnte eskalieren“, warnte Mayer. „Wenn man mit seinem Hund eine Weide überquert, auf der eine Mutterkuhherde oder eine Herde mit Stier ist, kann das sogar richtig gefährlich werden“, weiß sie aus einigen Vorfällen der letzten Jahre. Daher ihre Bitte: Mit dem Hund auf den befestigten Wegen bleiben und ihn am besten anleinen.

Hannes Prestel und Manfred Werne, die als Vertreter des Kreisjagdverbands Kempten mit dem Wildmobil „Lernort Natur“ vor Ort waren, wiesen auf die Problematik freilaufender Hunde im Wald hin: „Die meisten Hunde jagen stumm. Dadurch wird das Wild oft zu spät auf den Hund aufmerksam und kann gerissen werden. Zudem stören freilaufende Hunde die Winterruhe des Wildes. Der damit einhergehende Energieverlust kann lebensbedrohliche Folgen haben.“ Im Frühjahr würden die Hunde die Nester von am Boden brütenden Vögeln gefährden, so Prestel weiter. „Wir müssen immer wieder Ausfälle an Gelegen und Jungwild beobachten.“ Um dies zu vermeiden, strebe die Jägerschaft eine gute Zusammenarbeit zwischen Jägern und Hundebesitzern an. „Man kann Hunde so erziehen, dass man sie frei laufen lassen kann“, ergänzte Sandra Mendler, die Leiterin der Hundeschule Allgäu. Ihr Herzensanliegen sei es, die drohende Leinenpflicht zu vermeiden. „Wer seinen Hund gut im Griff hat, kann ihn frei laufen lassen. Alle anderen müssen ihre Hunde anleinen.“

Ein weiteres zentrales Problem stelle der Hundekot dar. „Für viele Hundehalter ist es eine Selbstverständlichkeit, die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners konsequent einzusammeln und mitzunehmen“, so Mayer, „aber leider gibt es immer noch viele andere, die dies nicht tun.“ Die Kühe auf der Weide fräßen zwar um die Kotbeutel herum, bei gemähtem Futter könne man die Plastikbeutel mit dem vergorenen Hundekot allerdings nicht mehr aussortieren. „Im Hundekot können Erreger sein, die zu Erkrankungen bei Mensch und Tier führen können, wie zum Beispiel Salmonellen, Parasiten oder Hundebandwurm“, erklärte Mayer und appellierte: „Unverdorbenes, gesundes Futter ist wichtig für den Hund – aber auch für das Vieh! Als Hundehalter hat man es in der Hand, den Verderb des Viehfutters zu vermeiden. Also nehmen sie den Hundekot bitte wieder mit!“

Um das gegenseitige Verständnis zu fördern, haben sie und Mendler im Jahr 2016 das Gemeinschaftsprojekt „Hund und Kuh auf Du und Du“ entwickelt, das auch vom Landratsamt und der Stadt Kempten aufgegriffen wurde und mittlerweile Nachahmer im gesamten Bundesgebiet findet. Mithilfe eines humorvollen Flyers und ganz ohne erhobenen Zeigefinger geben die Initiatorinnen Tipps für ein gutes Miteinander von Hundehaltern und Landwirten.

Sabine Stodal

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