"Ich bereue keine Minute"

Elisabeth und Friedrich Hubbauer können auf 60 Ehejahre zurückblicken

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Elisabeth und Friedrich Hubbauer freuen sich an ihrer Diamantenen Hochzeit über die Glückwünsche der Stadt, die Bürgermeisterin Sibylle Knott überbrachte.

Kempten – Elisabeth Hubbauers Wunsch hat sich erfüllt. „Ich wollte schon immer einen Mann, der gut tanzen kann“, sagt die Jubilarin. In der „Hehle“, dem In-Lokal der 1950er hat sie 1956 dann ihren Friedrich kennengelernt – beim Tanzen. Auf Anhieb haben beide gewusst, dass sie zusammenpassen und schon 1958 fand in Durach die Hochzeit statt. Und die Ehe mit dem „ausgesprochen guten Tänzer“ dauert jetzt schon 60 Jahre. Am Donnerstag letzter Woche feierten Elisabeth und Friedrich Hubbauer ihre Diamantene Hochzeit.

Während bei der Hochzeit in Durach vor 60 Jahren mit Schnee, Regen und Sonnenschein typisches Aprilwetter herrschte, besuchte Bürgermeisterin Sibylle Knott das Jubelpaar vergangene Woche bei strahlender Sonne und sommerlichen Temperaturen. Im Gepäck hatte sie einen wunderschönen Blumenstrauß und einen Geschenkkorb mit gesunden Leckereien.

Das Ehepaar erzählte der Gratulantin von bewegten Jahren. Elisabeth Pickl kam mit elf Jahren aus dem Sudetenland nach Kempten, wo sie zur Schule ging und anschließend bei Kottern Textil arbeitete. Friedrich wohnte im Straßösch in Durach und hat beim Elektroschmelzwerk eine Lehre als Betriebsschlosser absolviert, um dann Heizungsmonteur bei der MAH zu werden. 1957 wechselte der gebürtige Memhölzer nach Stuttgart zur Schokoladenfirma Waldbauer. Nach der Hochzeit holte er seine Frau in die schwäbische Hauptstadt nach. Elisabeth arbeitete dort bei der Strumpffabrik Hudson. Doch schon nach drei Jahren, 1962, zogen beide nach Kempten zurück, wo sie noch heute leben. Anschließend arbeitete Friedrich als Fahrer bei Farben Metz und bis zur Rente bei Teppich Aro.

Ihre drei Kinder schenkten den beiden sieben Enkel und sieben Urenkel. Da ist immer etwas los. Vielleicht ist das ein Grund, warum die beiden so junggeblieben sind. Ihre 82 und 83 Jahre sieht man den beiden nicht an. „Wir genießen einfach das Leben“, erklärt Friedrich Hubbauer. Das große Hobby der Jubilare ist der Wohnwagen. Sobald das Wetter schön ist, fahren sie hinaus zum Öschlesee, wo der große Standwagen den besten Platz am Ort hat. „Vor 45 Jahren waren wir die ersten, die den Campingplatz bezogen“, seither verbringen die Eheleute jeden Sommer dort. Mittlerweile fahren sie allerdings abends nach Hause und übernachten nicht mehr so oft.

Bevor der Wohnwagen einen festen Platz hatte, fuhren sie mit einem kleineren Modell gerne nach Ungarn und Italien, und hier vor allem nach Ischia. „Aber das Schönste war Amerika!“, schwärmt Friedrich. Zur Silberhochzeit bereisten sie mit dem Bus die Canyons, San Fransico, Nevada, Arizona, Utah und Californien, um anschließend zwei Wochen bei Erikas Schwester, die in Übersee lebt, zu verbringen. Auch in der Rente waren Busreisen neben dem Tanzen, Wandern und Kegeln ein gemeinsames Hobby.

Dass Elisabeth Hubbauer inzwischen an Alzheimer erkrankt ist, merkt man ihr auch kaum an. Aber das Gehen und Stehen fällt ihr schwer. Zwei Tage der Woche ist sie in Kurzzeitpflege, wo es ihr gut gefällt. Den Haushalt bestellt seither ihr Mann. „Früher hat sie sich um mich gekümmert, jetzt kümmere ich mich um sie“, sagt er liebevoll. Und auch seine Frau sieht das ganz pragmatisch: „Er kann kochen, das ist das Wichtigste“. Überhaupt würde die gebürtige Egerländerin ihren Mann sofort wieder heiraten. „Wir verstehen uns einfach so gut!“, sagt sie und ihr Mann nickt.

Susanne Kustermann

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