Ideen, die die Kosten senken sollen

Auf den städtischen Friedhöfen (hier St.-Mang) sollen künfig neue Bestattungsformen angeboten werden. Foto: Matz

Die städtischen Friedhöfe attraktiver machen und stark nachgefragte Bestattungsformen anbieten – das ist das Rezept, mit dem das Minus der Kemptener Friedhöfe in den kommenden Jahren gesenkt bzw. die Kosten reduziert werden sollen. Konkrete Beispiele zeigte Uwe Sutter, stellvertretender Leiter des Rechts- und Ordnungsamts, vergangene Woche den Mitgliedern des Ausschusses für öffentliche Ordnung bei einem Rundgang über den Zentralfriedhof und den Friedhof St.-Mang.

Seit 2006 fahren die Kemptener Friedhöfe ein Defizit ein. Bei rund 411 000 Euro lag das Betriebsergebnis im Jahr 2009. Wie Sutter erläuterte, liegt seit März auch die Kostenleistungsrechnung des Jahres 2010 vor. Das Minus ist demzufolge um 71 000 Euro höher als im Vorjahr. Das größere Minus resultiert aber noch aus den weiteren Unterhaltsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Sanierung der Hauptgebäude und des neuen Außenbereichs, der 2010 fertiggestellt wurde. Das Betriebsergebnis weist daher für das vergangene Jahr ein Defizit von 482 000 Euro auf. Ohne die hohen Unterhaltsausgaben wäre das Ergebnis jedoch annähernd gleich wie 2009. „Wir haben kein strukturelles, sondern ein Gebührenproblem“, betonte Sutter. Um künftig weniger defizitär zu arbeiten, präsentierte er den Ausschussmitgliedern bei einem Rundgang einige Ideen, die die Kosten senken und die Attraktivität der Friedhöfe steigern sollen. Ziel sei es, die Grabstätten so umzugestalten, dass sie pflegeleichter werden, Bereiche zu schaffen, wo sich die Besucher wohl fühlen („Orte, die guttun“), damit in Zukunft wieder mehr Bestattungen stattfinden. Möglichst günstig Laut Sutter besteht eine hohe Nachfrage nach möglichst günstigen Bestattungsarten (siehe Infokasten), die pflegeleicht sind. Daher sei das anonyme Gemeinschaftsgrab sehr gefragt. 260 Euro kostet ein Platz im Gemeinschaftsgrab, in den Umlandstädten wie Lindau, Immenstadt oder Memmingen liegen die Gebühren bei 450 bis 550 Euro. Die Doppel-Erdgräber im Randbereich verkaufen sich in den vergangenen Jahren immer weniger, daher möchte die Stadt dort zum Beispiel einen Ruheraum erstellen. „Den Ruheraum wollen wir nach und nach in Eigenleistung schaffen“, erklärte Sutter. Um die Attraktivität weiter zu steigern, sollen außerdem einige Hecken „durchbrochen“ werden, um die Lücken zwischen den Gräbern zu füllen und somit die Pflege zu erleichtern. Gleichzeitig wird damit das entstandene Labyrinth aufgelöst. Lücken sollen zudem durch Umbettungen gefüllt werden. So können dann auch ungenutzte Bereiche des Friedhofs ganz geschlossen werden. Auf dem Friedhof St.-Mang soll durch „Orte die guttun“ ebenfalls die Attraktivität gesteigert werden. Um künftig gefragte Bestattungsarten anbieten zu können, wird derzeit bereits eine integrierte Urnenstelenanlage errichtet. Die 15 Stelen bieten Platz für 60 Urnen. Die neue Gebührenkalkulation für die städtischen Friedhöfe soll im Rahmen der Haushaltsberatungen im Herbst vorgestellt werden. Sutter zufolge haben auch die Vertreter der Kirchen signalisiert, dass sie zu Gesprächen bereit seien, um die Zusammenarbeit auf den städtischen und kirchlichen Friedhöfen und die Gebührensituation zu diskutieren. Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung, die neuen Bestattungsarten in die Gebührenkalkulation mit aufzunehmen und soweit möglich bereits einzurichten und anzubieten.

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