Naturschützer protestieren

ILKA-Initiative gegen das Gewerbegebiet in der Riederau

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Auch wegen der dort gesichteten, sehr seltenen Gelbbauchunke stellt die Riederau einen schützenswerten Biotopwald dar.

Kempten/Hauptmannsgreuth – Die sehr seltene Gelbbauchunke, der Laubfrosch, die Schwarz-Pappel und der Grauspecht. Diese Tiere und Pflanzen sind in den Au- und Leitenwäldern der Riederau anzutreffen. Lautstark protestiert die Initiative Landschaftsschutz Kempter Wald & Allgäu e.V. – ILKA gegen das kürzlich vom Bauausschuss befürwortete Gewerbegebiet auf den Flächen des Biomassehof in diesem Landschaftsschutzgebiet. „Das schlechte Vorbild Riedberger Horn darf in Kemptens Riederau nicht Schule machen. Es gibt ein fatales Bild ab, wenn mühsam unter Schutz gestellte Landschaftsbereiche schnell den momentanen wirtschaftlichen Interessen für ein Gewerbegebiet geopfert werden“, betonte der Vorsitzender der ILKA-Initiative, Reinhold Faulhaber, bei der Mitgliederversammlung in Hauptmannsgreut.

Die Firma Kutter, die Allgäuer Herdebuchgesellschaft und eine Lagerhalle des Allgäuer Brauhauses sollen auf den Flächen, die der Biomassehof dort verkaufen will, neben anderen Firmen angesiedelt werden. „In der Riederau ein Gewerbegebiet auszuweisen, wäre ein teures Geschenk an den Biomassehof als Eigentümer, auf Kosten von Flora und Fauna, denn das Landesamt für Umweltschutz sieht hier ein Schwerpunktgebiet für den Naturschutz“, sagt Faulhaber.

Auch in einem Schreiben an Oberbürgermeister Thomas Kiechle betonter er dies und zitierte aus der Landschaftsgebiet-Schutzverordnung (LSG-Verordnung), dem Regionalplan Allgäu und dem Waldfunktionsplan, aus § 20 des Bundesnaturschutzgesetz (Vernetzung) und aus dem Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP) des Bayerischen Landesamt für Umelt, deren Vorgaben das neue Gewerbegebiet zuwiderlaufe.

Laut der LSG-Verordnung sei die Talauenweitung der Riederau in ihrer Schönheit zu erhalten. Außerdem seien dort gemäß § 2 die „Lebensräume und standortheimischen und gebietstypischen Arten und Lebensgemeinschaften zu bewahren und wiederherzustellen“.

Auch der hohe Erholungswert für die Kemptener Bürger in der Riederau sei in der LSG-Verordnung dokumentiert.

Besseres Bioklima durch den "Grünzug"

Weiter argumentiert Faulhaber, dass die Riederau im Regionalplan Allgäu als regional bedeutsamer „Grünzug“ betitelt ist, welche im Illertal und nordöstlich von Kempten erhalten werden sollen. Der Grünzug stelle ein „Gegengewicht zur Besiedelung in Teilbereichen des Illertals dar“, der eine „Ausgleichsfunktion“ für die Erhaltung und Verbesserung des Bioklimas besitze. Die Waldflächen sollten sogar vermehrt und weiterentwickelt werden, zitiert der ILKA-Vorsitzende aus dem Regionalplan Allgäu, sie seien von „besonderer ökologischer und landeskultureller Bedeutung“.

Mit Hilfe des Waldfunktionsplans legt Faulhaber schließlich die Bedeutung der Riederau als für das Landschaftsbild wichtige Biotopwald dar. Laut § 20 des Bundesnaturschutzgesetz sollen zehn Prozent der Fläche eines Landes aus einem Netz verbundener Biotope (Biotopverbund) geschaffen werden. „Bereits unterbrochene Wanderungsbahnen und Biotopbrücken“ seien wiederherzustellen (Regionalplan Allgäu). Mehrere „Landkreisbedeutsame Vogelarten“ und der artenreiche Kalkmagerrasen seien im Auwald der Riederau zu finden, weshalb sie als Schwerpunktgebiet in das Arten- und Biotopschutzprogramm (ABSP) aufgenommen worden ist. Aus sich der ILKA-Initiative stellt das Gewerbegebiet in der Riederau daher ein No-Go dar. 

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