ILKA-Landschaftsschutz Allgäu fordert Schutz von Schwarzstorch-Lebensräumen

EEG ein "teurer Irrweg!"

+
ILKA-Mitglieder freuen sich über den selten zu beobachtenden Nachwuchs eines Schwarzstorchpaares in der Naturoase Adelegg umso mehr, da der Bau riesiger Windkraftanlagen in diesem Lebensraum nun abgewehrt werden konnte.

Altusried – „Würde die Milchwirtschaft, wie beispielsweise Windkraftanlagen per Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) gefördert, würden unsere Landwirte 11,30 Euro je Liter Milch erhalten!“ Mit diesem Vergleich erklärte Reinhold Faulhaber, Vorsitzender der Initiative Landschaftsschutz Kempter Wald und Allgäu e.V. (ILKA), in der Mitgliederversammlung in Altusried-Kimratshofen, die Forderung nach Abschaffung der irrwitzigen Subventionierung von Windkraftanlagen.

„Denn, der Bauer erhielte wie bisher lediglich circa 30 Cent von der milchverarbeitenden Molkerei, die restlichen elf Euro würden dann als Subventionen draufgelegt“, ergänzte Faulhaber. „Ziel des EEG war es, die ‚Erneuerbaren‘ durch hohe Stückzahl marktfähig zu machen. Den unzuverlässig, und daher nicht bedarfsgerecht, erzeugten Windstrom von mittlerweile 27.000 Windrädern subventionieren wir Stromkunden über das EEG jedoch aktuell mit 97,34 Prozent, nur lächerliche 2,66 Prozent werden dafür an der Strombörse erlöst“, erfuhren die erstaunten Gäste.

Windräder bringen keinen Klimaschutz

Dabei bringen im Gesamtsystem Windräder keine CO2-Entlastung und der erhoffte Klimaschutz bleibe aus, da der Verkauf von „Verschmutzungs-Zertifikaten“ es erlaube, dass das eingesparte CO2 dann in Nachbarländern ausgestoßen werde. Und jedes Windrad brauche ein Kraftwerk, um die Windflauten mit Gas oder Kohle auszugleichen. Da Windräder mangels praxistauglicher und bezahlbarer Speicher derzeit auch keinen Beitrag zur Sicherheit der Stromversorgung leisten, sind der Bau weiterer Anlagen und das EEG ein Irrweg, so Faulhaber. Dessen umgehende Abschaffung würde deshalb auch die Expertenkommission der Bundesregierung, die IHK Schwaben und das renommierte Ifo Institut fordern. Für einen Bruchteil des Geldes könnte man mit dem Schutz der CO2-bindenden Moore, und dem Erhalt von heimischen und tropischen Wäldern, für das Klima wirklich etwas tun.

Leider werde der Arten- und Landschaftsschutz beim Bau der „privilegierten“ und renditeversprechenden Windtürme häufig untergraben. Der ILKA-Vorsitzende dankte deshalb allen Mitgliedern, die sich im vergangenen Jahr für die Erhaltung der Natur-Oase Adelegg einsetzten, wie auch den Ostallgäuer Aktiven, die sich aktuell um den Schutz von Schwarzstorch-Brutpaaren zwischen Ruderatshofen und Kaufbeuren bemühen. Die markanten Höhenzüge sollen mit über 200 Meter hohen Windkraftanlagen bebaut werden. Hierzu berichtete Dr. Christoph Greifenhagen aus Kaufbeuren von „einem Skandal“, da die dort heimischen Schwarzstörche 2016 durch häufige Störungen vertrieben worden seien, und die Bruten aufgegeben wurden. Selbst Drohnen seien eingesetzt worden. Die Gemeinde Ruderatshofen, wie auch der Landesbund für Vogelschutz, haben inzwischen Klage gegen den Bescheid zum Bau von, vorerst, zwei genehmigten Windkraftanlagen erhoben. Hierzu fand am Freitag in Ruderatshofen eine Informationsveranstaltung durch ILKA e.V. statt.

Faulhaber berichtete abschließend vom persönlichen Dank an Werner Seyfert für sein jahrelanges Ehrenamt des stellvertretenden Vorsitzenden von ILKA e.V. Dieses Amt übernimmt, nachdem die regulären Neuwahlen des Vorstandes durchgeführt wurden, nun Jakob Haug aus Kimratshofen. kb

Auch interessant

Meistgelesen

Pschierer gibt den Takt vor
Pschierer gibt den Takt vor
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Babys der Woche im Klinikum Kempten
Südtiroler Wehren sind doppelt gefordert
Südtiroler Wehren sind doppelt gefordert
Bayerns Beste zeigen ihr Können
Bayerns Beste zeigen ihr Können

Kommentare