Am Illerdamm darf doch gefeiert werden

Nach langem Hin und Her dürfen die Kemptener Schüler jetzt doch wieder wie gehabt in den Illerwiesen feiern. Ab sofort allerdings unter strenger städtischer Aufsicht. Die Termine stehen ebenfalls bereits fest. Foto: Archiv

Die Absolventen der Haupt- und Realschulen können sich freuen. Zusammen mit den Berufs- und Förderschülern dürfen sie ihren Abschluss doch am Illerdamm feiern. Das gab Thomas Baier-Regnery am Montag vergangener Woche im Jugendhilfeausschuss bekannt. Der Leiter des Amts für Jugendarbeit erklärte, dass die Schüler heuer am 6., 7. und 8. Juli jeweils von 11 bis 16 Uhr feiern können.

Eigentlich sollte Schluss sein mit den Abschlusspartys in den Illerauen. Im Oktober 2010 hatte der Ordnungsausschuss noch beschlossen, diese nicht mehr zu dulden. Hauptgrund waren die Alkoholexzesse einiger Jugendlicher. Als Alternative stand das Parktheater zur Diskussion. Doch der Vorschlag stieß bei vielen Schülern auf Ablehnung. Nun hat man doch eine Lösung gefunden. Das Gelände wird für die Veranstaltung eingezäunt. Wer einmal das Areal verlässt, darf nicht wieder hinein. Beim Einlass kontrollieren Sicherheitsleute das Alter mittels Ausweis. Über 16-Jährige bekommen ein Armband. Das signalisiert, dass er Bier und andere alkoholische Getränke kaufen kann. Hochprozentiges gehört jedoch nicht zum Angebot. „So genannte Stellvertreterkäufe werden unterbunden“, sagte Baier-Regnery. Denn jeder Armbandträger bekomme nur ein alkoholisches Getränk, wenn er zum Ausschank geht. Die Jugendlichen selbst dürfen kein Bier oder Wein auf das Gelände mitbringen. „Der Ausschank erfolgt in Pappbechern, um eine Verletzungsgefahr auszuschließen.“ Für die Veranstaltung müssten sich die Kemptener Schulklassen vorher anmelden. „Wir wollen so ein Gefühl für die Teilnehmerzahl bekommen“, erläuterte Baier-Regnery. Er erwarte rund 500 Schüler im Alter von 15 bis 18 Jahren. Absolventen auswärtiger Schulen seien nicht zugelassen. Musik werde es ebenfalls geben. Um die Organisation kümmern sich die Stadt und ein weiterer „erfahrener Veranstalter“. Für den nötigen Schutz sorgen ein professioneller Sicherheitsdienst, die Polizei und das Ordnungsamt. „Die drei Tage waren die größtmögliche Überschneidung“, so der Amtsleiter. Denn die Abschlussprüfungen für die Realschüler laufen vom 29. Juni bis 10. Juli, für die Hauptschüler wird es vom 1. bis 8. Juli ernst. „Die Gymnasiasten sind sicher sauer, da sie wegen des Termins nicht ihrer spontanen Feierlaune nachkommen können.“ Die Abiturienten des G9 hatten bereits Ende März ihre Prüfungen, die des G8 folgen im Mai. „Da die Gymnasiasten aber über 18 Jahre alt sind, können sie selbst die Veranstalterrolle übernehmen“, verdeutlichte Baier-Regnery. Abgestimmtes Konzept Das Konzept sei zwischen der Polizei, dem Ordnungsamt, dem Tiefbauamt und dem Amt für Jugendarbeit abgestimmt. Die genauen Kosten seien noch nicht bekannt. Baier-Regnery rechnet mit Aufwendungen von rund 20 000 Euro. Die Planungen stießen bei den Mitgliedern des Jugendausschusses auf Wohlwollen. „Ich begrüße den Kompromiss außerordentlich“, meinte Stephan Prause (CSU). „Ich freue mich sehr, dass die Jugendlichen in die Illerauen dürfen. Dort fehlen aber noch Toiletten“, merkte Fraktionskollegin Claudia Dress an. Es gehöre mit zu den Auflagen, dass genügend sanitäre Anlagen vorhanden seien, antwortete Baier-Regnery. Siegfried Oberdörfer (SPD) hofft, dass es nicht zu Exzessen kommt. „Die abschüssigen Stellen am Illerdamm sollten abgesichert werde, damit niemand nach unten rutscht.“

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