Illerdamm im Fokus

Grüne Jugend Allgäu fordert Rückzugsorte für Jugendliche

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Seit dem 11. Mai gilt eine neue Verordnung der Stadt Kempten, die Alkohol, offenes Feuer und ausuferndes Feiern nach 20 Uhr am Illerdamm verbietet.

Kempten – Laut einer Pressemitteilung der Jungen Grünen Allgäu war es am Samstag, 1. Juni, abends gegen 19.30 Uhr zu einer Kontrolle am Illerdamm gekommen.

Mit sieben Einsatzfahrzeugen und rund 20 Einsatzkräften war die Polizei angerückt, um die Parkbesucher auf die neue Regelung für das Feiern am Illerdamm hinzuweisen. 

Jugendliche, junge Erwachsene und auch Familien wurden daraufhin nach 20 Uhr aus der Anlage zu verwiesen. Seit dem 11. Mai gilt eine neue Verordnung der Stadt Kempten, die Alkohol, offenes Feuer und ausuferndes Feiern nach 20 Uhr am Illerdamm verbietet. Bei Verstößen sollen die Ordnungskräfte entsprechend eingreifen. Ziel ist es, Anwohner und Parkbesucher vor pöbelnden, grölenden und alkoholisierten Unruhestifter zu schützen. Den regelmäßigen Feiern am Illerdamm und den damit verbundenen Streitigkeiten, Ruhestörungen, Gewalt- und Betäubungsmitteldelikte soll konsequent Einhalt geboten werden. Laut Markus Asbach, stellv. Leiter der Polizeiinspektion Kempten, war es in den vergangenen Jahren gerade in dieser Parkanlage immer wieder zu massiven Ausschreitungen gekommen. Eine „solche Partymeile“ wolle man nicht hinnehmen und auch nicht die enorme Verschmutzung durch hinterlassenen Müll. 

Mit regelmäßigen Kontrollen möchte die Polizei künftig, gerade an schönen Abenden und an Wochenenden Präsenz zeigen, um die Verfügung der Stadt durchzusetzen und solche Ausschreitungen präventiv zu unterbinden. Das Aufgebot vom 1. Juni erklärt Asbach mit den gehäuft stattfindenden Schulabschlussfeiern. Dabei wolle man aber keinesfalls die Schüler von ihren Abschlussfeiern abhalten, betont er ausdrücklich. Die Schüler dürfen feiern, an den ausgewiesenen Stellen grillen und ausnahmsweise auch Bier trinken. Allerdings sei die Party am Illerdamm um 20 Uhr beendet gewesen. So hätten die Schüler der FOS/BOS Anfang Juni ihren Schulabschluss friedlich und ohne Störung in der Grünanlage gefeiert. Nach dem Platzverweis um 20 Uhr räumten die Schüler ordnungsgemäß den Park, sagt Asbach. 

Für Franziska Maurer, Sprecherin Grüne Jugend Allgäu, beschneidet gerade das allgemeine Alkoholverbot in allen Grünanlagen die Handlungsfreiheit der Jugendlichen. Sie finde es schön, dass es in Deutschland immer noch möglich sei, auch mal zusammen am Fluss in der Sonne zu sitzen und ein Bier zu trinken. Diese Lebensqualität sollten sie sich nicht nehmen lassen. […] Die Jugendlichen allerdings aus den Parks zu verdrängen, verschiebe das Problem nur aus dem Sichtfeld. Viel wichtiger sei es, Aufklärungsarbeit über den Umgang mit Alkohol zu leisten und den Jugendlichen Rückzugsorte für Treffen zur Verfügung zu stellen. Ähnlicher Meinung ist Besitzer Fabian Kirchmann, Grüne Jugend Allgäu. Er ist gegen Müll und Gewalt, dennoch sollte die Stadt den Jugendlichen entsprechende Freiräume bieten. Er schlägt vor, die Kemptener Vereine abwechseln am Wochenende in die Pflicht zu nehmen, um darauf zu achten, dass die Besucher ihren Müll mitnehmen und sie darauf hinzuweisen nicht zu laut zu sein. Im Zweifel könne dann immer noch die Polizei gerufen werden. 

Tamara Lehmann

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