Bienen sorgen für eine blühende Landschaft

Den Bienen helfen

„Wege zu einer blühenden Landschaft im Allgäu – für Biene, Hummel, Mensch & Co.“ – Unter dieses Motto hatte der Imker und Pädagoge Marcus Haseitl aus Bad Grönenbach seinen Vortrag gestellt, zu dem die Duracher Grünen eingeladen hatten.

Er sprach für das „Netzwerk Blühende Landschaft“, das sich 2003 gegründet hat, nachdem in diesem Jahr 30 Prozent der Bienenvölker starben. 

Zunächst erklärte er, dass die bunten Wiesen im Allgäu der landwirtschaftlichen Arbeit zu verdanken seien, sonst gäbe es überwiegend Wälder in unserer Region. Allerdings habe sich dieses Landschaftsbild aber besonders in den letzten Jahren sehr verändert, hin zu intensi-vem Grünland und immer mehr Maisanbau. Dazu komme noch die enorme Flächenversiegelung durch Straßen-, Wohn- und Gewerbebebauung. Dieser Verlust der artenreichen Kulturlandschaft führe dazu, dass für Bienen und andere Bestäuberinsekten das Nahrungsangebot immer knapper werde. Durch die Mangelernährung sei heute die Vitalität der Bienenbrut so gesunken, dass sie viel anfälliger würden für Schädlinge, wie die Varroamilbe. 

Anschauliches Beispiel 

Anhand eines Gläschens mit 50 Gramm Honig zeigte er äußerst anschaulich, welche enorme Leistung die Bienen vollbringen. „500.000 Blütenbesuche stecken in dieser kleinen Menge Honig. Zur Eigen- versorgung braucht ein Bienenvolk circa 250 Kilogramm, das sind etwa 2,5 Milliarden Blütenbesuche“, so Haseitl. In unserer ausgeräumten Landschaft werden die Wege für die Bienen immer weiter und das Nahrungsangebot immer weniger und schlechter. Dazu kommt noch, dass die Blüten oft mit Pestiziden belastet sind, beispielsweise auch intensiv gezüchtete Balkonpflanzen, die durchaus ein gutes Nahrungsangebot für Insekten sein könnten. 

Diese Entwicklung sei aber nicht nur für die Honigproduktion ein enormes Problem, sondern auch für die Ernährung der Menschen. 30 Prozent unserer Ernährung hängt dem Experten zufolge direkt vom Bestand an Insekten ab, denn 84 Prozent unserer Blühpflanzen brauchen Insekten zur Bestäubung. Nach einem Winter wie 2012/13, in dem im OAL 45 Prozent der Bienenvölker verendeten, ist die Bestäubung des Obstbestandes gefährdet. 

Nach dieser Bestandsaufnahme ermunterte der Referent alle Zuhörer, an der Wende zu einer bienenfreundlicheren Landschaft mitzuwirken. Er zählte zahlreiche Maßnahmen auf: Vom öffentlichen Grün, hin zum öffentlichen Bunt, vom eintönigen zum artenreichen Garten, von blühenden Randstreifen und Feldhecken, von der artenreichen Wiese, die, zweimal im Jahr gemäht, auch zur Stallapotheke wird. Vom naturnah umgestalteten Schulhof bis zur richtigen Balkonbepflanzung könnten alle Menschen mithelfen, damit es den Bienen wieder besser geht. In der anschließenden Diskussion richtete er noch mal einen Appell an die Zuhörer: „Pflanzen Sie lieber Liguster statt Thuja und Kornelkirschen statt Forsythien, denn die haben weder Nektar noch Pollen und sind deswegen für Insekten absolut nutzlos.“ 

Im Publikum entstand danach eine rege Nachfrage nach geeigneten Samenmischungen und Pflanzlisten. Darum liegen nun im Duracher Rathaus Listen über Bienenfreundpflanzen aus. kb

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