"Immer bekannter"

Bereits zum dritten Mal findet am kommenden Wochenende vom 25. bis 27. Juni im Kempodium das Festival „Afrika im Allgäu“ statt. Erst 2008 ins Leben gerufen, ist die Veranstaltung mittlerweile eine feste Größe im heimischen Veranstaltungskalender. Der KREISBOTE hat sich mit Dr. Sabine Weizenegger, eine der drei Organisatorinnen und bekkende Afrika-Liebhaberin, über den Erfolg von „Afrika im Allgäu“ und die Persepektiven des diesjährigen Festivals unterhalten.

Frau Dr. Weizenegger, Afrika im Allgäu geht heuer in die dritte Runde. Hätten Sie das 2008 für möglich gehalten? Weizenegger: „Ich habe es gehofft! Aber wissen konnte man das damals natürlich nicht. Es war seinerzeit zwar ein Wunsch, aber ob es funktioniert wussten wir nicht.“ Wie würden Sie die Entwicklung von Afrika im Allgäu in den vergangenen drei Jahren beschreiben? Weizenegger: „Ich denke, dass die Veranstaltung zunehmend professioneller wird. Beim ersten Mal hatten wir noch ein altes Zelt irgendwo aufgetrieben, heute haben wir eine professionelle Bühne mit Beleuchtung. Aber auch die ganze Organisation ist einfacher geworden. Mittlerweile verteilt sich das auf mehrere Schultern, viele ehrenamtliche Helfer unterstützen uns. Das ein oder andere Thema sind wir am Anfang vielleicht ein bisschen blauäugig angegangen – zum Beispiel dachten wir, dass es viel einfacher sein wird, Sponsoren zu finden. Und nach Außen hin wird die Veranstaltung natürlich immer bekannter. Bei vielen Besuchern sind wir mittlerweile eine bestimmte Größe.“ Wie erklären sie sich den Erfolg der Veranstaltung? Weizenegger: „Zwei Faktoren sind entscheidend. Wir schauen, dass wir eine qualitativ hochwertige Veranstaltung mit viel Herzblut machen - es soll familiär bleiben, und eben nicht kommerziell. Das haben uns auch schon viele bescheinigt und liegt sicherlich mit am Standort Kempodium. Zum anderen versuchen wir uns nicht nur auf Afrika zu konzentrieren, sondern holen auch Allgäuer ins Boot. Das scheint gut anzukommen und daher kommt auch der Name des Festivals.“ Gibt es heuer anlässlich des kleinen Jubiläums Neuerungen? Weizenegger: „Die Grundkonzeption ist gleich geblieben. Neu ist das Public-Viewing des Achtelfinals. Am Freitag ist die Eröffnung mit einer Podiumsdiskussion, Ausstellungseröffnung und Torwandschießen. Da geht es um die gesellschaftliche Bedeutung von Fußball in Afrika und Deutschland. Am Samstag und Sonntag gibt es dann ab 11 Uhr den Händlermarkt, Live-Musik auf der Bühne, Workshops in Trommeln und Bauchtanz, afrikanisches Essen, Vorträge und eine Märchenerzählerin sind auch dabei. Am Samstagabend findet dann das große Konzert statt. Als Begleitprogramm zeigt das Colosseum Center die ganze Woche den Film 'Quaga Saga'.“ Sie sind eine der Hauptorganisatorinnen. Wie sind Sie dazu gekommen? Weizenegger: „Während meiner Zeit an der Uni war ich selbst viel in Afrika. Ethelbert Babl, der Vorsitzende des Kempodiums, hat mich dann vor ein paar Jahren mal Karina Rauch vorgestellt und meinte, wir beide müssten uns mal über Afrika unterhalten. Sie hatte das damals schon im Kopf gehabt, da sie in Würzburg auf einem Afrika-Festival gewesen war und so etwas auch ins Allgäu holen wollte. So waren wir uns schnell einig. Es war einfach der Wunsch, ein wenig Afrika ins Allgäu zu holen. Dann kam noch Katharina Babl dazu.“ Sie sind häufiger in Afrika. Was zieht sie immer wieder dort hin? Weizenegger: „Landschaft, Düfte, Geräusche, bestimmte Stimmungen und die Natur dort können fast zur Sucht werden. Dazu kommt das kulturelle Leben in den Städten und Dörfern. Aus der persönlichen Perspektive ist es immer wieder ein Reset – einfach mal raus aus dem Alltag. Man sieht dort immer wieder, wie gut es einem selbst doch eigentlich geht und wie viele Sorgen man sich eigentlich grundlos macht.“ Was haben Sie persönlich für Ihr Leben aus Afrika mitgenommen? Weizenegger: „Optimismus und die Freiheit, raus aus den Zwängen zu kommen. Dazu kommt noch das Tatkräftige und Zupackende der Afrikaner.“ Sehen Sie die Fußball-WM eigentlich als Vorteil oder Nachteil für Afrika im Allgäu 2010? Weizenegger: „Ich sehe dadurch nur Vorteile! Afrika steht dieses Jahr so stark im Fokus wie eigentlich noch nie. Ich finde es toll, dass der Wettbewerb nach Afrika vergeben wurde.“

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