Der Klang des Allgäus

Imposantes Frühjahrskonzert der Stadtkapellen Leutkirch und Isny

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Die Stadtkapelle Leutkirch (Kapelle mit blauen Schürzen) und die Stadtkapelle Isny (kapelle mit grünen Schürzen) begeisterten die Zuhörer bei ihrem Frühjahrskonzert im Kurhaus.

Isny – Das Kurhaus in Isny war wieder dicht an der Aufnahmegrenze angekommen, als die Stadtkapellen Leutkirch und Isny sich zu ihrem zweiten gemeinsamen Konzert trafen. War es im Herbst in Leutkirch gewesen, stand diesmal Isny als Gastgeber in der Pflicht. Der Saal war gut besucht und die Erwartungen der Zuhörer recht hoch. Immerhin waren das zwei Kapellen, die weit über die Region hinaus einen guten Namen haben.

Die Gäste aus Leutkirch waren als erste angetreten und der Leutkircher Stadtmusikdirektor Wolfgang Halder hatte ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt. Für den Beginn hatte er die „Magic Ouverture“ von Thomas Doss ausgewählt und in imponierender Perfektion hatten die Musiker ihr Publikum im Griff. 

Weiter ging es mit einem Medley aus der Musik der „Indiana Jones“ Filme, bei dem die Leitmelodie immer wieder variiert wurde und Sequenzen der fünf Filme in die Welt dieser Abenteuer führte. An den Gesichtern der Zuhörer konnte man ablesen, wann es wieder einmal „klick“ gemacht hatte, denn der Wiedererkennungswert spielte bei diesem Stück eine große Rolle. Auch bei „Carrickfergus Posy“ von James L. Hosay waren es die irischen Musikelemente, die vertraut wirkten und vom Publikum mit entsprechendem Applaus bedacht wurden.

Dann aber kam die Leutkircher Stadtkapelle zum Höhepunkt ihres Vortrags. „Raise of the Son“ von Rossano Galante strotzt von dramatischen Passagen und orchestralem Zusammenklang, die dem Thema „Auferstehung des Sohnes“ entsprachen und in der Begrifflichkeit musikalisch kaum besser auszudrücken sind. Blasmusik? Nein, das war es kaum noch, denn die Stücke bewegten sich auf einem Niveau, das jedem Staatsorchester auch gut angestanden hätte. Vom Pub-

likum genötigt (das freut die Musiker!), kam es dann noch zu einer Zugabe in der anderen Richtung. Der Militärmarsch „Herzog von Braunschweig“ aus dem Jahre 1806 enthielt dann wieder alle Elemente, die Freunde der Blasmusik in die Veranstaltungen lockt.

Man konnte gespannt sein, wie Isnys Stadtmusikdirektor Thomas Herz und seine Musiker nach der Pause darauf antworten würden. Mit „Zacatecas“, einem mexikanischen Marsch, schafften die Musiker den Wechsel. Flott und unbekümmert wurde das Stück zum Besten gegeben und dann ging es mit den „Spaßvogelvariationen“ weiter. Hier hatte Linus Steinbach seinen Soloauftritt und Herz konnte ihm anschließend dazu gratulieren. Jetzt hatten die Isnyer Musiker ihr Pub-

likum ebenfalls voll im Griff. „Highlights from Frozen“ von Stephen Bulla (aus dem Film „die Eiskönigin, völlig unverfroren“) folgte, und bei der „Fiesta Tromba“ mit einem grandiosen Einsatz des Trompetenensembles riss es einen fast vom Stuhl.

„Desafinado“ von Naohiro Iwai mit wunderschönen Solopassagen für Trompete und Posaune folgte und dann wurde es mit dem „Einzug der Plagiatoren“ absolut perfekt-chaotisch. In dem Stück sind 32 verschiedene Songs und Volkslieder zu einem Klang-

erlebnis zusammengebündelt. Das reichte vom „I can get no Satisfaktion“, „Smoke on the Water“ bis zum einfachen Volkslied und die einzelnen Stücke überlagerten sich teilweise auch noch, indem die Instrumentengruppen verschiedene Lieder gleichzeitig spielten. Da kann man nur bitten: Bringt das noch öfter zu Gehör! Auch „Hard Rock Stones“ von Heinz Briegel war mitreißend arrangiert und das mit einer Zugabe der Abend beendet wurde, war ja wohl leicht zu verstehen.

Gastgeschenke gab es am Ende natürlich auch noch: Die Leutkircher hatten bekömmliches Bier mitgebracht und konnten mit einigem „Stolz“ nach Hause fahren.

Manfred Schubert

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