SPD informiert sich

Die SPD-Kreistagsfraktion bei ihrem Besuch im Altusrieder Seniorenheim. Foto: privat

Über die beklemmende Situation, in der sich derzeit die stationäre Altenpflege befindet, informierte sich die SPD-Kreistagsfraktion vor kurzem bei einem Besuch im Seniorenheim Altusried. Geschäftsführer Ulrich Gräf schilderte die bestehenden Personalprobleme. Der Anteil der administrativen Tätigkeit, ungefähr 35 Prozent, sei in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen und halte damit das Pflegepersonal von der aktiven Arbeit an und mit den Bewohnern ab.

Außerdem werde der Schweregrad der Pflegefälle durch den Ausbau der ambulanten Pflege, der an sich durchaus begrüßenswert sei, im stationären Bereich immer größer, ohne dass sich in den letzten Jahren am Personalschlüssel etwas geändert habe, gab Pflegedienstleiterin Sabine Wolf zu bedenken. Personalausfälle werden immer häufiger und können nicht adäquat ersetzt werden, auch weil es insgesamt an gut ausgebildetem Fachpersonal mangelt. Dies liegt laut Gräf unter anderem an dem schlechten Image der Altenpflege. Eine Arbeitskraft bleibe durchschnittlich gerade mal sechs Jahre im Beruf. Durch den engen persönlichen Kontakt mit den Bewohnern einerseits und der hohen Arbeitsbelastung andererseits sei die Burn-Out-Gefährdung in der Altenpflege relativ groß. Obwohl nach seinen Angaben die Löhne im Spitalstift an den TVÖD angelehnt sind, es gibt dort eine variable Gewinnbeteiligung anstatt einer Weihnachtsgratifikation, lasse sich kaum genügend Nachwuchs finden, der eine examinierte Ausbildung vorweisen könne. Hierfür sollte nach Ansicht des SPD-Ortsvorsitzenden Klaus Bösele dringend mehr getan werden. Der Vorsitzende der SPD- Kreistagsfraktion, Armin Ländle, vertrat die Ansicht, dass das Gehaltsniveau in den sozialen Berufen generell zu niedrig sei. Das Personal auf den Pflegestationen werde zur Hälfte durch Hilfspersonal unterstützt. Im Gegensatz zu den früheren Zivildienstleistenden fehlen jetzt, mangels Bewerbungen, die Mitarbeiter aus dem Bundesfreiwilligendienst, gab Heimleiter Thomas Roth zu bedenken. Zum Abschluss bemerkte Gräf: „Die Spital-Stiftung braucht zwar keinen Profit zu erwirtschaften, aber eine schwarze Null muss es schon sein.“

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