Infos zu Land und Bewohnern

Mit Fakten und einem Augenzwinkern erklärte der im Allgäu lebende Holländer Kees van Surksum seinen Zuhörern, was es so alles an Wissenswertem zu den Niederlanden und seinen Bewohnern gibt. Foto: Tröger

Drei Ehepaare waren vergangene Woche zur Auftaktveranstaltung der insgesamt dreiteiligen vhs-Reihe „Hallo Nachbar – Die Niederlande“ im Haus International erschienen. Alle mit mehr – 25 Jahre dort gelebt – oder weniger – diverse Urlaube – „Holland“-Erfahrung. A propos Holland: Bereits hier gab es, trotz vorhandener „Vorbildung“ der Teilnehmer, (Er-) Klärungsbedarf: Denn „Holland ist nur ein kleiner, wenn auch wichtiger Teil der Niederlande“, und so mancher Niederländer nicht begeistert darüber, als Holländer bezeichnet zu werden. Für den waschechten Holländer Kees van Surksum, der sein wohlgemerkt gesamtes Heimatland, inklusive Eigenheiten der Bewohner, vorstellte, kein Problem.

Seit circa drei Jahren lebt der 50-jährige im Allgäu, schreibt Reisebücher und arbeitet als Mediendesigner und Fotograf. Mit noch einem Irrglauben, der einst aus einer Werbekampagne entstanden war, räumte Kees – ganz niederländisch hatte man sich gleich auf das praktischere „Du“ verständigt – aus der Welt: „Der Name ‚Antje’ kommt in Holland sehr wenig vor“. Adel ohne Einfluss Dann stand zum besseren Verständnis von Land und Leuten die locker aufbereitete Landesgeschichte auf dem Programm und – fast noch wichtiger und unausweichlich – das Thema Fußball. Ein Teilnehmer wollte schmunzelnd wissen, warum die Holländer „so gnadenlos optimistisch sind, obwohl sie unter dem Meeresspiegel leben“. In der Tat, so van Surksum, „müssen sich die Holländer 365 Tage im Jahr mit Wasser beschäftigen“, da es sieben Meter unter Meeresniveau liege. Die Niederlande seien aber nicht immer zur Hälfte unter dem Meeresspiegel gewesen, klärte Kees van Surksum auf. Unter anderem durch den Salzabbau sei das Land aber irgendwann einmal „richtig abgesackt“. Trotz der konstitutionellen Monarchie, „hat der Adel in den Niederlanden nie so viel Einfluss gehabt wie in Deutschland“, ging er auf eine weitere Frage ein. Warum das so ist, wurde am Werdegang von der Republik zur Monarchie ab dem Jahr 1815 klar, der zugleich Weltoffenheit und Freigeist der Bevölkerung erklärte. Auch die kolonialen Niederlande wurden thematisiert, denen die Vereinte Ostindische Company (VOC) im „Goldenen Jahrhundert“ – 17. Jahrhundert bis Anfang 18. Jahrhundert – „das komplette Handelsmonopol für das asiatische Gebiet“ gesichert hatte. Vor allem die ehemalige Kolonie Indonesien sei in den Niederlanden nach wie vor auch heute noch sehr verhaftet. „Indonesien war eigentlich so etwas wie unser Mini-Vietnam“. Schon vor schon vor dem Zweiten Weltkrieg sei erkannt worden: „Das ist zu groß, das können wir nicht halten“. Sogar bis in die heutige Jetzt-Zeit spannte Kees van Surksum den historischen Bogen, angereichert mit allerlei amüsanten Geschichtchen, die Denkweise und Mentalität seiner regional doch ebenfalls sehr unterschiedlichen Landsleute entfalteten.

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