Test für den Ernstfall

Rettungsübung im Tunnel

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Die „Verletzten“ des Tunnelunglücks werden vor Ort versorgt.

Isny – Die turnusmäßige Revision im Felderhaldetunnel war jetzt einmal mehr auch Anlass für eine Großübung für die Rettungskräfte. Nachgestellt wurde ein Unfall in der Tunnelmitte mit insgesamt fünf beteiligten Fahrzeugen und einigen ver- letzten Personen.

Alle drei Monate werden im Felderhaldetunnel Wartungsarbeiten gemacht. Vergangene Woche war es einmal mehr soweit. Der Verkehr wird um den Tunnel herum und durch Isny hindurch geleitet. Die Sperrung des Felderhaldetunnels nutzten die Rettungskräfte der Region am Montag vergangener Woche für eine Großübung. Auf dem Aufgabenplan stand auch die Überprüfung aller Meldesysteme und die Zuweisung der richtigen Plätze für alle Beteiligten. Gleichzeitig galt es sich wieder einmal davon zu überzeugen, dass die Alarmierung auch über die Grenzen von Bayern und Baden-Württemberg hinaus funktioniert.

Nachgestellt wurde ein Unfall in der Tunnelmitte mit insgesamt fünf Fahrzeugen und einer Reihe von Verletzten. An beiden Tunnelöffnungen wurde gleichzeitig das Rettungsszenario aufgebaut. Am Eingang West, also Richtung Schweinebach, war die zentrale Leitstelle. Am Eingang Ost waren es die Bayerischen Einsatzkräfte, die in Kooperation mit dem Leitungsteam ebenfalls in den Tunnel einrücken sollten.

Über 200 im Einsatz

Da starke Rauchentwicklung die Sicht behinderte, war der Einsatz von Atemgeräten notwendig. Den Geräuschen nach platzten mehrmals Reifen durch Hitzeeinwirkung an der Hauptunfallstelle. Funkdisziplin war dringend notwendig und die Leitstelle musste über jede Bewegung im Tunnel Bescheid wissen und genau Buch führen. Inzwischen waren alle Wehren angerückt und die Rettungskräfte waren ebenfalls im Einsatz. Über 200 Feuerwehrleute und Sanitätspersonal waren vor Ort. Am Tunneleingang Ost die Feuerwehren aus Maierhöfen, Grünenbach, Gestratz, Weiler, Röthenbach, Lindenberg und Lindau und die Katastrophenschutz-Führungseinheit aus Nonnenhorn, am Eingang West waren alle Abteilungen von Isny und Leutkirch im Einsatz und die große Auffangstelle des DRK war aufgebaut. Auch dort waren Hilfskräfte aus dem Umland angetreten. DRK Wangen, Leutkirch, Isny, Lindau, Lindenberg, Weiler, Aitrach und Aichstetten waren vor Ort.

Im Flachbau am Eingang West wurde über die 32 Kameras und die Monitore der Ablauf überwacht und der Kontakt mit der Einsatzzentrale gehalten. Schwierig ist der Einsatz der Kräfte vor Ort auch wegen der beschränkten Zeit, in der die Atemschutzgeräte benutzt werden können. Schon der Weg zu den Unfallstellen ist da mit zu berechnen. Abgesehen davon, dass die Körpertemperatur der Atemschutzträger bis auf 40 Grad ansteigen kann.

Die Rettungskräfte leisteten gute Arbeit, sodass Ruhe in den Ablauf kam. Die „Verletzten“ waren erstversorgt und bei Bedarf abtransportiert worden, die „Brände“ waren gelöscht, die Rauchschwaden abgesaugt und die Mannschaften marschierten zurück an die Eingänge. An den Notausgängen wurde ebenfalls Entwarnung gegeben. An den Flipcharts rückten die Magnetplättchen mit den Bezeichnungen der Fahrzeuge in die Ausgangsposition zurück.

Anschließend trafen sich alle Beteiligten zu einem Vesper in der Feuerwehrhalle in Isny. Für den Ernstfall vorbereitet zu sein ist bei den Rettungskräften immer mit dem Hintergedanken verbunden: „Hoffentlich kommt es nicht dazu.“

Manfred Schubert

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