Inklusion – was ist das?

Reinhard Gunz (v.l.), Bernd Zander, Peter Clement, Gudrun Diebold und Josef Forderer diskutierten im Paul-Fagius-Haus über Inklusion. Foto: Schubert

Inklusion ist ein Ausdruck für die Eingliederung von Menschen in eine bestehende Gruppe, in der sie dann mit eigenen Rechten (und Pflichten) ihren Platz einnehmen können, der ihren Vorstellungen und Möglichkeiten entspricht. Bisher war in solchen Fällen von Integration die Rede, aber man versucht mit diesem neuen Ausdruck nun gerade im Bereich der behinderten Menschen neue Inhalte zu etablieren. Die OBA (Offene Behinderten Arbeit) hatte nun im Zeichen der bevorstehenden Landtagswahl einige der Kandidaten im Landkreis Wangen oder kompetente Vertreter der Parteien zu einer Diskussionsrunde ins Paul-Fagius-Haus am Isnyer Marktplatz eingeladen.

Als Vertreter des Landkreises Ravensburg war Siegfried Ungewitter, Leiter der Eingliederungsamtes im Kreis Ravensburg, gekommen. Er übernahm die Aufgabe, den meist betroffenen und einer Reihe interessierter Zuhörer gerade den neuen Begriff zu erläutern und seinen Stellenwert in der Gesellschaft zu erklären. Seit der Ratifizierung der UN-Behindertenkonvention versuchen immer mehr Staaten diese Konvention auch mit Leben zu füllen. Die Staaten haben sich verpflichtet die Konvention in der Gesetzgebung umzusetzen. Danach sollen Behinderte so leben, wie sie leben können, damit man auch ihren Bedürfnissen gerecht wird. Genau zu den Vorstellungen der politischen Gruppierungen ging es im Endeffekt und Reinhard Gunz von „Der Linken“, Bernd Zander von den „Grünen“, Peter Clement von der SPD, Gudrun Diebold von der ÖDP und Josef Forderer von der CDU versuchten ihre Standpunkte den Zuhörern nahe zu bringen. Zehn Euro Mindestlohn Eines war allen gemeinsam: Sie haben nicht die Absicht den behinderten Menschen etwas weg zu nehmen, sondern möchten zur Inklusion beitragen. So ist die Forderung von Reinhard Gunz nach Gleichstellung der Behinderten im Bereich der Arbeit durch Zahlung eines Mindestlohns von zehn Euro ein wenig auf Unverständnis gestoßen. Nicht nur, dass die anderen Leistungen wie Betreuung, Unterkunft, Versorgung und Therapien mit angerechnet werden sollten. In der heutigen Praxis wird von den Leistungsträgern den zu versorgenden nur ein Taschengeld zugebilligt. Gelder die über diese Summe hinaus gehen werden rigoros von den Leistungen abgezogen. Nach Meinung von Bernd Zander ist ein landesspezifischer Umsetzungsplan erforderlich um Nachteile ausgleichen zu können. Peter Clement kam zum Schluss, dass man zwar vieles verwirklichen aber nichts erzwingen sollte. Behinderten sollte die Möglichkeit eingeräumt werden über ihre Art der Teilhabe an der Gesellschaft selbst zu entscheiden. Gudrun Diebold wies vor allem darauf hin, dass man viel voneinander lernen könne, wenn man sich gegenseitig respektiere. Josef Forderer ist ebenfalls für Wahlfreiheit der Betroffenen, aber vor allem auch für deren Schutz und die notwendigen Hilfen. Nach einer Fragerunde war die Diskussion beendet und es schlossen sich einzelne Gespräche an. Schließlich endete die Veranstaltung, die nicht unbedingt ganz den Kern der Anliegen der anwesenden Behinderten getroffen hatte.

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