Beauftragte der Bundesregierung für Menschen mit Behinderungen als Ehrengast

Inklusion Thema beim SPD-Neujahrsempfang

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Die Altstadthausband sorgte für die musikalische Umrahmung des SPD-Neujahrsempfangs im Haus International. Den kommunalpolitischen Rück- und Ausblick präsentierte der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Kemptener Stadtrat Siegfried Oberdörfer (oben rechts). Zusammen mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Karl-Heinz Brunner, der Beauftragten der Bundesregierung für Menschen mit Behinderungen Verena Bentele, der Kreisvorsitzenden und Bundestagskandidatin im Wahlkreis Kempten-Oberallgäu Katharina Schrader und der neuen Landtagsabgeordneten Ilona Deckwerth begrüßte Oberdörfer zahlreiche Vertreter aus Politik, Gewerkschaft, Vereinen und Unternehmen aus Kempten und dem Oberallgäu.

Kempten – Das neue Jahr wird ein Jahr in dem einiges entschieden wird. In den Vereinigten Staaten von Amerika wurde am Freitag ein Präsident vereidigt, der viele Menschen mit Sorge über den Atlantik blicken lässt. In Deutschland wird im Februar ein neuer Bundespräsident gewählt und im Herbst werden alle Stimmberechtigten in Deutschland zur Wahl der Abgeordneten im Bundestag aufgerufen. Alle diese anstehenden Entscheidungen waren Thema beim Neujahrsempfang der Kemptener SPD im Haus International. Und mehr noch: Der Ehrengast der Kemptener Sozialdemokraten, die Beauftragte der Bundesregierung für Menschen mit Behinderungen, Verena Bentele, formulierte mit Blick auf die Bundestagswahlen eine ganz konkrete Forderung an Bundesregierung, Parlament und Gesellschaft.

Vertreter aus Parteien, Gewerkschaften, Vereinen und Unternehmen waren der Einladung des SPD-Kreisverbands Kempten zum Neujahrsempfang ins Haus International gefolgt. Kreisvorsitzende Katharina Schrader eröffnete die Veranstaltung mit einem ganz besonderen Willkommensgruß an den Ehrengast des Abends, Verena Bentele. Die zwölffache Paralympics-Goldmedaillen-Gewinnerin aus Oberschwaben begleitet die Bundesministerien bei allen Vorhaben, die mit Integration und Inklusion von Menschen mit Behinderungen zu tun haben. Und an diesem Abend brachte sie den Gästen des SPD-Neujahrsempfangs näher, wie sie sich Inklusion vorstellt. „Für mich bedeutet Inklusion eine gesellschaftliche Vielfalt, die die Unterschiedlichkeit von Menschen als etwas Wertvolles schätzt“, fasste es Bentele zusammen. Sie wünschte sich, dass „allen Menschen mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten Chancen und Möglichkeiten angeboten werden, wie dies im Integrationsbetrieb Allgäu ART Hotel in Kempten praktiziert wird“. Inklusion müsse aber schon früher beginnen und so forderte Bentele das gemeinsame Lernen von Menschen mit und ohne Behinderung: „Schon für Kinder und Jugendliche sollte Inklusion praktisch erfahrbar sein.“

Bentele machte beispielhaft deutlich auf welchen Gebieten es noch Handlungsbedarf gebe, um Inklusion Realität werden zu lassen. Einer dieser Faktoren ist die „Leichte Sprache“, die sprachliche Barrieren für Menschen mit Lern- und geistigen sowie seelischen Behinderungen abbauen könne und somit die gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen soll. Mit Blick auf die anstehenden Bundestagswahlen erläuterte Bentele dass zum Beispiel die Wahlinformationen auch in Leichter Sprache zur Verfügung gestellt werden sollten. Einen klaren Widerspruch zur UN-Behinderten-Konvention stellte die Beauftragte der Bundesregierung beim Wahlrecht fest: „Menschen mit geistiger Behinderung die unter rechtlicher Betreuung stehen müssen endlich auch an Wahlen teilnehmen dürfen.“ Mit dem Zitat von Ernst von Wildenbruch „Vielfalt ist die Würze des Lebens“ schloss Bentele und wünschte allen ein „Würziges 2017“.

Michael Schropp

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