Kunst für 100 Euro 

Instagram-Plattform »multiple100«: Damit Kunst nicht verschwindet 

Instagram-Plattform "multiple100"
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Instagram-Plattform »multiple100«

Eine Banane im weißen Tüllröckchen auf Foto gebannt in Luisa Hübners hintersinniger Serie „Kitchen“, kleine Bronzeskulpturen von Josef Lang oder eine Radierung von Nina Annabelle Märkl, die derzeit im Goetheinstitut in Paris ausstellt. Das alles können Kunstliebhaber oder solche, die es werden wollen, auf der neuen Plattform „multiple100“ entdecken – und für 100 Euro erstehen. 

Kunst für 100 Euro, ist das nicht ein bisschen wenig? „Nein“, sagt Initiator und Künstler Guido Weggenmann. „Die Plattform soll in erster Linie als Galerie dienen, wo Kunstschaffende sich mit einer Art Visitenkarte vorstellen.“ Gezeigt werden Arbeiten, von denen es jeweils eine gewisse Stückzahl gibt. Für Neuinteressierte soll es ein angenehmer Einstieg in die Kunst sein. „Später kann es auch ‚multiple 500’ sein“, zeigt er das Entwicklungspotential auf. Weggenmann geht es darum, die Künstler in der Pandemie sichtbar zu machen. „Wir sind vergessen worden!“ Jetzt gebe es in Bayern zwar eine Künstlerhilfe, das sei aber nichts im Vergleich zu dem, was es in Österreich oder der Schweiz als Unterstützung gebe. Die Worte purzeln nur so, wenn Weggenmann spricht. „Ich kenne Kollegen, die mit ihren Kindern nicht mehr wissen, wie sie durchkommen sollen.“ Neben bildender Kunst wird es auch Schlagzeug-Sound von Florian Dauner oder eine Performance von Schauspielerin Mirjam Verena Jeremic auf „multiple100“ geben.

Zum präsentierten Werk und einer kurzen Beschreibung, die vom Künstler selbst stammt, findet sich auch dessen Vita und die Kontaktdaten. Nicht nur Newcomer, sondern auch Größen wie HAP-Grieshaber-Preisträger Martin Schmidt oder Herbert Nauderer sind dabei. Im Abstand von vier Tagen kommt jeweils ein neuer Künstler mit einem Werk dazu. Und bereits nach drei Wochen Laufzeit habe sich gezeigt, dass auf Instagram mehr Kunstinteressierte unterwegs sind, als man gemeinhin glaube. Wer selbst einmal schauen möchte, wird unter dem Stichwort „multiple100“ fündig. Die hier abgebildete Kaltnadelradierung von Nina Annabelle Märkl gibt es über „multiple100“ in der Auflage von 20 Stück.

(Bislang) teilnehmende Künstler: Michael von Brentano, Anna Herrgott, Guido Weggenmann, Çigdem Aky, Herbert Nauderer, Reto Steiner, Erika Wakayama, Adi Hoesle, Esther Zahel, Marco Schuler, Leonie Felle, Torsten Mühlbach, Caro Kiemle, Luisa Hübner, Mirijam Verena Jeremic, Martin Koroscha, Nata Togliatti, Barbara Deutschmann, Josef Lang, Kristina Johlige Tolstoy, Markus Elhardt, Anna Friedel, das Künstlerduo Carolin Liebl und Nikolas Schmid-Pfähler, Franziska Peter, Sofie Bird Møller, Birgitta Weizenegger, Sylvia von Bernstorff, Daniel Bräg, Claudia Barcheri, Matthias Bildstein, Alexander Schellbach, Magnus Dauner, Max Schmelcher, Egges, Martin Schmidt, Caro Cosima Oel.

Susanne Lüderitz

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