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Intergationsbeirat diskutiert über Ergänzungsunterricht

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PantherMedia 23030127 © Symbolbild: Panthermedia/Eiko Tsuttiy

Kempten – Der türkische Staat entsendet jedes Jahr LehrerInnen für die türkische Sprache in die Diaspora, damit türkische Kinder neben dem Erlernen der deutschen Sprache ihre Muttersprache nicht vergessen.

Seit Oktober 2018 ist Neval Aslan für den muttersprachlichen Ergänzungsunterricht an Kemptener Grundschulen zuständig, wo sie wöchentlich einen ein- bis zweistündigen Kurs anbietet, der sich neben der Muttersprache auch mit türkischer Kultur befasst. Die Teilnahme ist freiwillig und der Unterricht findet nur an den Grundschulen statt, an denen auch genügend Kinder teilnehmen wollen. Aktuell sind es insgesamt 50 Schüler, die an acht Kemptener Grundschulen unterrichtet werden. Lediglich an der Haubenschloßschule ist kein Kurs zustande gekommen. Für Tatjana Seinina lag es nahe, solchen Unterricht auch für Russisch einzurichten, wurde von der Beiratsvorsitzenden Ilknur Altan allerdings aufgeklärt, dass der Unterricht vom türkischen Staat organisiert und die Lehrkräfte auch von diesem bezahlt würden. 

Pfarrer Wolf Hennings mahnte „bei aller Förderung der Muttersprache“ darauf zu achten, „dass sie ordentlich deutsch sprechen“, damit sie auf weiterführenden Schulen auch etwas erreichen können. Dennoch bedauerte Eugen Hübner, dass in vielen Russlanddeutschen Familien die Muttersprache kaum noch eine Rolle spiele. Nach seinen Erfahrungen als Lehrer, sei es auch im Unterricht von Vorteil, „wenn sie beide Sprachen gut sprechen“, sagte Michael Hofer und Ilknur Altan befand: „Das eine schließt das andere nicht aus.“ Mehrere Sprachen sind aus Sicht von Lajos Fischer zwar zu begrüßen, könnten allerdings auch zu Unsicherheit im Gebrauch führen. 

Kjemal Tushi berichtete, dass der albanische Verein einst gegründet worden sei, um albanischen Kindern zusätzlichen Unterricht zu bieten, das sei erst gut gelaufen, nach einiger Zeit aber zurückgegangen. „Unsere Kinder haben enorm profitiert“, aber Sprache, meinte er, lerne man nicht im Kurs, „sondern wenn man sie zu hause spricht und auch Urlaub in dem Land macht“. Als vierfacher Großvater auch von mehrsprachig aufwachsenden Enkeln sah Lothar Köster darin vor allem Vorteile, merkte aber auch an, dass das Sache der Eltern sei und nicht Aufgabe der Stadt.

Christine Tröger

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