Kemptener informieren sich über den Orgelbau für die Kirche Mariä Himmelfahrt

Windgänge und Orgelpfeifen

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Christine Zeilhuber (Mitte) zeigt Pfarrer Thomas Hagen (4.v.r.) und den anderen Besuchern verschiedene Orgelpfeifen.

Kempten/Altstädten – Einblick in die Herstellung ihrer neuen Orgel erhielten Besucher der Kemptener Pfarrei Mariä Himmelfahrt, die jetzt mit Pfarrer Thomas Hagen in die Orgelbauwerkstatt Zeilhuber in Altstädten bei Sonthofen angereist waren.

Das Ehepaar Zeilhuber, beide gelernte Orgelbauer, führten die verschiedenen Pfeifen, den Schwell- und Windkasten, sowie die Pfeifenraster vor und erläuterten die einzelnen Planungsschritte. Seit 1927 baut Familie Zeilhuber, heute in der vierten Generation, Orgeln. Auch die erste Orgel in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, stammt aus ihrer Werkstatt. 

Alfons Zeilhuber, der in Kaufbeuren, Feldkirch und Schwarzach in Österreich das Orgelbauerhandwerk lernte, fertigte zuletzt mit Ehefrau Christine für Kirchen in Tübingen, Eching und Bamberg Orgeln. „Dass wir nun in der Nähe unseres Betriebes eine Orgel herstellen können, freut uns natürlich besonders“, erklärt Alfons Zeilhuber. 1088 Pfeifen gehören zur St. Manger Orgel. Sie bestehen zum Teil aus einer Zinn-Blei-Legierung und zum anderen Teil aus Eichenholz. Die Holzpfeifen werden in der Zeilhuber-Werkstatt hergestellt. Die anderen Pfeifen liefert das Unternehmen Norbert Wörle aus Sürgenstein. 

Von der Traversflöte über die Doublette, bis hin zu Pfeifen für Trompete und Streicher reichen die Orgelklänge. Mit dem Prinzipal 4, einem Stimmregister, wird die Orgel am Ende schließlich nach Gehör gestimmt. Komplizierte Bohrungen an der Hauptwindlade garantieren die richtige Luftzufuhr der einzelnen Pfeifen. Für die Holzkonstruktionen wird fast ausschließlich Eichenholz verwendet, denn es ist unempfindlich gegen Holzwürmer und Schimmel. Im Herbst 2014 soll die neue Orgel, nach einem Jahr Bauzeit, in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt eingeweiht werden. Danach wird es etwa ein Jahr dauern, bis das Material aufhört, zu arbeiten. Erst dann kann der Klang optimal eingestellt werden, erklärt Zeilhuber. 

Die Kosten für das mit 228 000 Euro veranschlagten Projekt übernimmt zum größten Teil der Kirchenbauverein. Den Restbetrag von 60 000 Euro muss die Pfarrgemeinde durch Spenden aufbringen. Deshalb veranstaltet die Pfarrei am 2. März im Pfarrsaal ab 11 Uhr einen musikalischen Frühschoppen, bei dem die alten Orgel- pfeifen an den Meistbietenden versteigert werden.

Eva Dörr-Schratt

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